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Ukraine-Krise oder Russland-Krise: Krieg stürzt Deutschland in Stagflation

Baerbock schockiert mit brisanter Aussage die Deutsche Wirtschaft und deutet die Ukraine-Krise in eine Russland-Krise um

Ukraine-Krise oder Russland-Krise - Stagflation droht

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz schockiert Außenministerin Baerbock mit einer brisanten Aussage die Deutsche Wirtschaft und deutet die Ukraine-Krise in eine Russland-Krise um. Kommt es erneut unter einem grün geführten deutschen Außenministerium zu einem Krieg in Europa, hätte dieser ungleich gravierendere wirtschaftliche Konsequenzen als der NATO-Einsatz im Kosovo-Krieg 1999. Die gefürchtete Stagflation wäre dann unvermeidlich.

Ukraine-Krise oder Russland-Krise macht für die Wirtschaft keinen Unterschied

Mit dem Satz „Deutschland ist bereit, einen hohen wirtschaftlichen Preis zu zahlen“, um im Falle eines Einmarsches in die Ukraine Sanktionen gegen Russland umzusetzen, hat die grüne Außenministerin ihre Prioritäten deutlich gemacht: Strafmaßnahmen gegen Russland haben Vorrang vor der deutschen Konjunkturentwicklung. Ob dieser ökonomische Masochismus politisch und militärisch zum Erfolg führt, ist ungewiss. Der Applaus für diese Haltung der Chefin des Auswärtigen Amtes wird sich bei dem liberalen und wirtschaftsnahen Koalitionspartner FDP sowie den leidtragenden Unternehmen, Selbstständigen und Bürgern wohl in Grenzen halten.

Was konkret bei Ausbruch eines militärischen Konfliktes in der Ukraine-Krise auf die deutsche Wirtschaft zukommt, kann man unter anderem aus der Liste möglicher Sanktionen gegen russische Personen, Organisationen und Unternehmen herleiten. Die absehbaren Gegensanktionen des größten und mit Abstand rohstoffreichsten Landes der Welt sind für die deutsche Konjunktur dabei das eigentliche Risiko. Russland verfügt über die umfangreichsten Reserven an Erdgas und wichtigen Seltenen Erden sowie über die zweitgrößten Braunkohle- und Eisenerz-Reserven, die viertgrößten Steinkohlereserven und die sechstgrößten Ölreserven. Das Land ist der wichtigste Energie- und Rohstofflieferant Deutschlands. Eine kurzfristige und vollständige Substitution Russlands als Bezugsquelle ist nicht möglich – allein schon wegen des über Jahrzehnte aufgebauten Pipeline-Netzwerks.

Lieferverzögerungen oder gar die komplette Einstellung der Versorgung z. B. mit Erdgas könnten neben Preisexplosionen an den Energiemärkten auch zu Produktionseinschränkungen bis hin zur Stilllegung ganzer Industrie- und Transportinfrastrukturen führen.

Krieg bedeutet Stagflation

Bereits im Vorfeld des immer wahrscheinlicher werdenden Krieges in dem von Annalena Bearbock nun als „Russland-Krise“ bezeichneten Konflikts mit der Ukraine steigen die Preise für Rohöl, Erdgas, Palladium und Nickel im zweistelligen Prozentbereich an.

Rohstoffpreise im Vergleich und Ukraine-Krise

Sollte es zu harten Sanktionen und Gegensanktionen im Zuge eines Krieges kommen, drohen diese Preise unkontrolliert nach oben zu schießen.
So haben Spekulationen über Engpässe den Preis für Nickel am Freitag auf ein Elfjahreshoch von 24.609 US-Dollar pro Tonne getrieben. Nickel wird unter anderem zur Herstellung von Batterien in Fahrzeugen benötigt und gilt als strategischer Rohstoff. Wie bei Erdgas sind die Lagerbestände auch hier sehr niedrig. Russland ist bei den Metallen Nickel und Palladium der wichtigste Lieferant für die heimische Industrie. Engpässe bei diesen beiden Rohstoffen treffen vor allem die Automobilbauer – eine deutsche Schlüsselindustrie mit über 800.000 Beschäftigten.

Anteil Palladiumproduktion nach Ländern

Schon jetzt treiben die Energie- und Rohstoffpreisanstiege durch die sich ständig verschärfende Kriegsrhetorik im Umfeld der Urkaine-Krise die deutsche Erzeugerpreisinflation auf Rekordstände.

Deutsche Erzeugerpreise und Ukraine-Krise

Diese Entwicklung hat sich bereits auf die Endverbraucher ausgewirkt und mit aktuell 5,2 Prozent Jahresteuerung (HVPI) zum stärksten Anstieg der Konsumentenpreise in Deutschland seit dreißig Jahren geführt.

Auf der anderen Seite trüben sich die Konjunkturaussichten nach der jüngsten dynamischen Erholung durch die Ukraine-Krise wieder ein. Sowohl die Weltbank als auch der Internationale Währungsfonds (IWF) haben ihre Wachstumsprognosen für Deutschland und Europa zuletzt nach unten revidiert. Hauptgründe dafür sind die anhaltenden Lieferengpässe und die hohen Energie- und Rohstoffpreise. Beide Belastungsfaktoren würden sich im Kriegsfall signifikant verschärfen.

Auf dem G20-Treffen am Freitag in Jakarta warnten die Finanzminister und Notenbankchefs der zwanzig führenden Wirtschaftsnationen vor erheblichen Risiken für die Weltwirtschaft. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hob am Freitag ebenfalls die Inflation und die Lieferkettenprobleme in vielen Branchen als Ursache für die erwartete Wachstumsabschwächung hervor. Grund zur Sorge gebe es aber auch wegen geopolitischer Risiken wie der Ukraine-Krise.

Die Konjunktur-Uhr des Münchner ifo Instituts, basierend auf einer breiten Umfrage in allen relevanten Wirtschfatssektoren, zeigt das Risiko einer wirtschaftlichen Stagnation bzw. sogar Krise bereits an.

Eine Eskalation der Ukraine-Krise scheint aus heutiger Sicht unvermeidbar. Kommt es tatsächlich zu kriegsähnlichen Zuständen und dem Ingangkommen einer Sanktionsspirale mit gegenseitigen Handels- und Lieferembargos, dann folgt auf die kurze Erholung nach der Corona-Krise sofort die nächste Krise.

Besonders problematisch wird dabei die Kombination aus wirtschaftlicher Stagnation (oder sogar Rezession) und erhöhter Inflation. Die Möglichkeiten, eine Stagflation durch fiskal- oder geldpolitische Maßnahmen zu lindern, sind sehr beschränkt. Entweder gerät durch die Inflationsbekämpfung die Konjunktur durch schlechtere Finanzierungsbedingungen noch weiter unter Druck. Oder die Teuerung erhöht sich durch staatlich finanzierte Nachfragestimuli, die auf ein sanktionsbedingt verringertes Angebot treffen.

Damit steigen nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Anleger zumindest kurzfristig die Risiken erheblich an.

Erfahrungsgemäß leiden vor allem die Aktienmärkte, und in diesem speziellen Fall auch die Gemeinschaftswährung Euro, in der Startphase eines gewaltsamen Konfliktes dieser Dimension, bevor es auf deutlich niedrigeren Kursniveaus zu einem Gewöhnungseffekt kommt. Wie schnell sich ein solcher Effekt einstellen kann, hängt aufgrund der ungünstigen Gemengelage davon ab, wie nachhaltig zu erwartende Versorgungsstörungen und vor allem die Preisanstiege bei Energie und Rohstoffen sein werden. Auch die Reaktion der Zentral- und Notenbanken wäre im Fall drastisch steigender Preise ein Risikofaktor.

Positive Reaktionen bei einer weiteren Eskalation der Ukraine-Krise sind hingegen von der Kursentwicklung klassischer „sicherer Häfen“ wie US-Staatsanleihen, dem US-Dollar und Gold zu erwarten. Das Gleiche gilt für die von Sanktionen betroffenen Rohstoffe, bei denen es zu Knappheitspreisen weit über dem jetzigen Niveau käme.

Grundsätzlich würde ein Krieg in der Ukraine Kontinental-Europa nachhaltig schwächen, da die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland, dem größten Energie- und Rohstofflieferanten, dauerhaft durch Sanktionen und Gegensanktionen belastet wären.



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6 Kommentare

  1. Ja, die Grünen werden Deutschland in die Kathastrophe führen, und die Amis lachen sich über soviel Blödheit tot, und ihr Handel mit Russland wird weiter explodieren.
    Es wird für jeden Bürger sehr, sehr teuer werden.
    Bin ich froh, dass ich weit weg bin.

    Viele Grüße aus Andalusien

  2. Na ja Frau Baerbock kennt sich ja bestens aus in der Geopolitik. Wahrscheinlich ist ihr nicht bekannt, dass Legoland nicht zur Nato gehört.

  3. Finanzexperte MdB Ralph Brinkhaus erinnerte in seiner Zeit als Oppositionsführer im Deutscher Bundestag die Bundesministerin des Auswärtigen Annalena Baerbock daran, daß sie auch für Außenwirtschaftspolitik zuständig ist/sei.

    1. Ich glaube, Frau Baerbock glaubt, dass Deutschland Frankreich und England den Krieg erklärt hatte, und die USA Deutschland den Krieg erklärt haben.
      Wetten?

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  4. Soll man sich deshalb von Russland erpressen lassen? Letztendlich ist alles eine Abwägungsfrage, und Drohungen sind ja noch keine beschlossenen Sachen. Der Scholz-o-mat wird’s schon richten…

    1. Young Global Leader

      „Soll man sich deshalb von Russland erpressen lassen?“

      Why bother? Man gibt den Russen zunächst einmal nichts, außer Neutralitätsgarantien, die sie fordern und die nur ein Stück Papier sind. Es kommt aber auf die Details eines solchen Vertrags an. Eine NATO-Erweiterung ist das Gleiche wie ein Beistandspakt der USA und dass die ukrainische Regierung des wünscht, kann man sich lebhaft vorstellen, aber abgesehen davon, dass die USA über die Ukraine Russland Nadelstiche versetzen kann, ist die Ukraine für die USA ohne Bedeutung. Die Ukraine ist politisch das, was aus Russland geworden wäre, wenn Putin nicht die politische Macht der Oligarchen gebrochen hätte: ihr dürft hier Geschäfte machen, aber ihr gründet keine Parteien und kommt mir nicht in die Quere.

      Warum liegt das alles nicht auch in deutschen Interesse? Was will eigentlich die deutsche Außenpolitik? Man weiß es einfach nicht genau. O.K. die Deutschen wollen Frieden und Wohlstand, am besten unter US-Amerikanischer Ägide, wie Westdeutschland im Kalten Krieg. Das ist ein Rezept, dass für sie funktioniert hat. Sie wollen keine mitteleuropäische Großmacht sein und Gleichgewichtspolitik a la Bismarck betreiben. Aber sie können auch nicht die Zeit zurückdrehen. Sie hatten versucht ihr Heil in der EU zu finden, aber die EU ist seit langem in der Krise. Der Brexit markierte nur den vorläufigen Höhepunkt.

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