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Ukraine-Land wieder fest in Oligarchen-Hand: Notenbankchefin tritt zurück

Mit dem Rücktritt von Notenbankchefin Valeriya Gontareva verliert der Westen die letzte Hoffnungs-Illusion: die Ukraine bleibt in der Hand der Oligarchen. Gontareva muss gehen, weil sie diesen Oligarchen durch Schließung ihrer Banken auf die Füsse getreten war..

FMW-Redaktion

Die ukrainische Notenbankchefin Valeriya Gontareva hat heute verkündet, dass sie mit Wirkung zum 10.Mai von ihrem Amt zurück treten wird. Der Grund ist die scharfe Kritik an der Notenbankchefin, nachdem sie zahlreiche ukrainische Banken geschlossen hatte, die Oligarchen gehören, nachdem illegale Transaktionen und Kreditvergaben aufgeflogen waren. Die im Westen sehr geschätzte Notenbankchefin erklärte heute, sie trete freiwillig zurück, und wünschte ihrem Nachfolger viel Glück: dieser werde, wie sie auch, schwer unter Druck sein durch die Oligarchen des Landes, sie wünsche daher viel Glück und vor allem eines: „Seien Sie stark!“.

Die 52-jährige Ex-Bankerin Gontareva hatte versucht, den ukrainischen Finanzsektor neu zu sturkturieren und kollidierte daher mit zahlreichen Oligarchen, die mittels der von ihnen gegründeten Banken versucht hatten, ihre Interessen durch zu setzen. Da die Medien der Ukraine in der Hand dieser Oligarchen sind, war Gontareva einer beispiellosen Hetz-Kampagne ausgesetzt, viele forderten ihre Inhaftierung. Sie sei dem IWF hörig und habe darüber hinaus den Fall der ukrainischen Landeswährung Hrymwnia zu verantworten: Gontareva hatte die massiven Interventionen zugunsten der Hrywnia beendet, mit der Folge, dass die Währung gegenüber dem US-Dollar seit ihrer Ernennung im Juni 2014 bis heute von 12 auf 27 abstürzte.

Das Ende der Interventionen zuguunsten der Hrywnia sorgte jedoch dafür, dass die Notenbank weiter handlungsfähig war, gleichzeitig war sei ein Garant, dass sowohl IWF als auch die EU dem Land weitere Kredite gaben. Der Rücktritt von Gontareva dürfte daher die westlichen Gläubiger der Ukraine nicht wirklich erfreuen, galt sie doch als zuverlässig, und fast noch wichtiger, als nicht korrupt – in der derzeitigen Verfassung der Ukraine eine eher seltene Eigenschaft.

Faktisch reduziert sich die ohnehin geringe Chance damit weiter, dass eben diese westlichen Gläubiger jemals das von ihnen in die Ukraine gepumpte Geld jemals wieder sehen werden. Auch die Ratingagenturen dürften reagieren: so hatte etwa Fitch die Ukraine im November 2016 noch mit B- und stabilem Ausblick geratet, auf niedrigem Niveau (Caa3) sah auch Moody´s den Ausblick für die Ukraine als „stabil“ an.

Mit dem Rücktritt Gontarevas dürften die letzten Illusionen des Westens platzen: die Ukraine ist und bleibt ein Fass ohne Boden!


Oligarchen-Präsident der Ukraine: Petro Poroschenko
Foto: US Embassy Kyiv – Flickr, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38240075



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2 Kommentare

  1. Och, ich glaube nicht, dass „wir“ ein Problem mit korrupten Oligarchen haben, solange es „unsere“ korrupten Oligarchen sind.

  2. Bei uns sitzen die Oligarchen direkt in der Politik, in den Medien ebenfalls.

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