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Ukraine „Showdown“: Heute endet die „Deadline“ für Russland

Redaktion

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FMW-Redaktion

Jetzt beginnt der „Showdown“, zumindest aus Sicht der Ukraine. Am 15. Oktober hatte Ministerpräsident Jazenjuk Russland ein Ultimatum gesetzt. Bis heute dem 29. Oktober müsse (!) Russland einem Schuldenschnitt für ukrainische Anleihen zustimmen wie es zuvor schon US-Investoren taten. Am Sonntag baute er eine nach seiner Lesart berechtigte Drohkulisse auf, falls Russland sich weiter so uneinsichtig zeige.

Ukraine Premierminister-Jazenjuk1
Arsenij Jazenjuk, Premierminister der Ukraine. Foto: Ybilyk/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Jetzt ist die Ukraine am Zug, nicht Russland. Im Dezember ist eine 3 Milliarden Dollar-Anleihe fällig. Die Ukraine muss dann also diese Summe an Russland zurücküberweisen. Man kann davon ausgehen, dass die Ukraine dieses Geld aber nicht hat. Aber was macht die ukrainische Regierung? Anstatt einfach zu sagen man kann es nicht zurückzahlen mangels Liquidität, baut Ministerpräsident Jazenjuk eine nach seiner Lesart berechtigte Drohkulisse auf. Am letzten Sonntag sagte der gegenüber dem „Handelsblatt“ wenn Russland sich nicht einsichtig zeige, werde die Ukraine ein Schuldenmoratorium verhängen. Das bedeutet de facto, dass man laufende Verpflichtungen bei Zins- und Tilgung von Schulden nicht erfüllt, also fällige Anleihen an den Gläubiger nicht zurückzahlt.

Die Begründung für diese „Drohkulisse“ hatten wir am 15. Oktober schon erläutert. Jezenjuk argumentiert Russland müsste einem Schuldenschnitt von 20% + Laufzeitausdehnung für den Rest zwingend zustimmen, weil die westlichen Gläubiger dem ja auch zugestimmt haben. Woher er diesen automatischen Zwang ableitet, ist allen Beobachtern ein Rätsel, aber irgendwie muss er anscheinend irgendein Szenario konstruieren um gut dazustehen, wenn er Russlands Anleihe im Dezember nicht bedienen kann.

Aber wie auch immer, am 15. und am 25. Oktober hat Jazenjuk mehr als laut gebrüllt. Er hat sich ohne richtig ernsthafte Argumentationsgrundlage weit aus dem Fenster gelehnt und versucht Russland moralisch schlecht aussehen zu lassen, was kläglich scheiterte. Aus dem Kreml hörte man nur eine Aussage bezogen auf Jezenjuk´s Drohungen. Bei der Anleihe der Ukraine gekauft durch Russland handele es sich um eine Schuldverschreibung zwischen zwei Staaten und nicht um ein privatwirtschaftliches Geschäft, daher unterliege sie nicht irgendeiner Art von Regel des kommerziellen Anleihemarktes (die US-Gläubiger die dem Schuldenschnitt zugestimmt haben, sind Privatgläubiger wie z.B. Fonds). Eine peinliche Anmerkung hatte Jazenjuk noch für Russland übrig. Die Anleihe über 3 Milliarden Euro sei doch in Wirklichkeit Schmiergeld aus Russland gewesen, dafür dass der damalige Präsident Viktor Janukowitsch das Assoziierungsabkommen mit der EU stoppte. Mag theoretisch möglich sein um Janukowitsch damals liquide zu halten, aber es war ja kein geschenktes Geld, und Schmiergeld zurückzahlen zu müssen, klingt irgendwie nicht nach Schmiergeld.

Ein paar Stunden bleiben Russland heute noch „einzulenken“. Kaum vorstellbar, dass Präsident Putin darauf eingeht, denn das wäre für ihn ein unglaublicher Gesichtsverlust. Er hat auch keine Veranlassung dies zu tun, denn irgendein Automatismus, dass er auf einen Teil seiner Anleiheforderung verzichten muss, existiert nicht. Folgendermaßen wird es wohl kommen, vermuten wir: Russland besteht ganz normal auf volle Rückzahlung der 3 Milliarden Dollar-Anleihe. Um die Ukraine Ende 2015 nicht in den Staatsbankrott zu schicken, öffnet sich kurz vorher in Brüssel oder in Washington irgendeine Schatulle aus einem Hilfsfonds, Sonderfonds oder Infrastruktur-Förderfonds, aus dem plötzlich eine Milliardensumme nach Kiew fließt – selbstverständlich für Infrastrukturprojekte in der Ukraine. Und wie durch ein Wunder wird Ministerpräsident Jazenjuk dann in der Lage sein die Anleihe zum vollen Wert von 3 Milliarden Dollar an Russland zurückzuzahlen.


12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    Christoph Kindervater

    29. Oktober 2015 11:07 at 11:07

    Hallo FMW-Redaktion,
    danke wiedereinmal für solch eine faktische und nüchterne Berichterstattung.
    Genauso wird es passieren und den geneugten EU-Bürger wird man mal wieder hinters Licht führen.

    Grüße

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    leser

    29. Oktober 2015 11:25 at 11:25

    Und wenn es so kommt, wie am Schluss beschrieben, wäre das ein weiterer Grund, der EU umgehend „adieu“ zu sagen.

  3. Avatar

    ollifred

    29. Oktober 2015 11:27 at 11:27

    Putin wird es egal sein woher das Geld kommt. Mit 3Mrd lassen sich einige ukrainische Wiederstandskämpfer, Sorry, ich meinte ferngelenkte Kremelmarionetten mit Waffen ect. versorgen.

    • Avatar

      Siggi50

      29. Oktober 2015 12:05 at 12:05

      Ich glaube nicht, dass Russland die Separatisten in der Ostukraine bezahlen muß, um sich deren Sympathien sicher zu sein.

      Bilder sagen mehr als Worte und die zeigen eine zerstörte Ostukraine. Wer ist dafür verantwortlich? Janukowitsch und Putin jedenfalls nicht.

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    Frank

    29. Oktober 2015 12:46 at 12:46

    Warum zahlt denn Deutschland nicht gleich, unsere lustigen Politker wollten doch die Deppen in Kiew. Den deutschen Michel stoert es doch eh nicht, was mit seinen Steuergeldern passiert!

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    Jörg

    29. Oktober 2015 13:15 at 13:15

    Das nachfolgende betrifft Syrien und nicht die Ukraine – und weicht deshalb vom Thema ab. Ganz klar. Da der (ausgezeichnete) Artikel aber politisch ist (es geht hier ja nicht um die Börse), erlaube ich mir, meinen neusten Fund zur Flüchtlingskrise hier einzustellen:

    Nun kann es endlich(!) bewiesen werden: Merkel-Schäuble (Schäuble hat man m. E. für den wirklichen ’spiritus rector'“ der Bundesregierung zu halten – nicht die dumme Merkel) hatten die Syrer zur Flucht nach Deutschland aufgefordert, nicht aus Mitleid, sondern allein(!) um den syrischen Staat gezielt zu zerstören.

    Auf diese wichtige Information weist folgende Seite hin: „WIKILEAKS: DEPESCHEN ZEIGEN PLAN ZUR STRATEGISCHEN ENTVÖLKERUNG VON SYRIEN UND EU-FLÜCHTLINGSKRISE“ – http://www.pravda-tv.com/2015/10/wikileaks-depeschen-zeigen-plan-zur-strategischen-entvoelkerung-von-syrien-und-eu-fluechtlingskrise/

    Der Artikel bezieht sich dabei auf das im Artikel erwähnte Interview-Audio mit Julian Assange, daß man unter http://thepressproject.gr/podcast/final_assange.mp3 anhören/herunterladen kann (das Video auf der Seite betrifft andere Themen).
    Erst gegen Ende des Audios – ab 18:00 – geht es um Syrien. Ab 21:00 geht es um die geplante(!) und vorsätzliche(!) völkerrechtswidrige, terroristische Verursachung des syrischen Flüchtlingsstroms.

    Ab 21.55 hören wir, daß die Bundesregierung (aber auch die Türkei und Schweden) vorsätzlich die syrischen Flüchtlinge zur Einreise nach Deutschland aufforderte – nur um aktiv an der Zerstörung Syriens beizutragen zu können.
    Ab 22.13 hören wir, das dasselbe schon bzgl. des Iraks geschehen war: Im Jahr 2007 sah sich die irakische Regierung genötigt, die Bundesregierung diplomatisch-formal abzumahnen, endlich damit aufzuhören, irakische Flüchtlinge zu ermutigen, den Irak zu verlassen und nach Deutschland auszuwandern.

    Das die Bundesregierung einen – verfassungsmäßig strengsten verbotenen(!), und von den UN-Bestimmungen geächteten(!) – „ANGRIFFSKRIEG“ gegen Syrien führte und führt, wurde schon hier nachgewiesen: http://antikrieg.com/aktuell/2012_11_29_derstaat.htm . Eine nationale Anklage und/oder eine internationale Anklage gegen das verfassungsverbrecherische („-feindliche“ reicht hier nicht!) und völkerrechtswidrige Vorgehen unsere Bundesregierung hat offenbar aber noch niemand erhoben.

    Daß es allein die USA und ihre Vasallen sind, die bis heute systematisch die Lebensgrundlage der Syrer zerstören, sieht man auch an den erst wenige Tage alten US-Bombenangriffen auf syrische Kraftwerke und syrische Wasserwerke:
    http://www.almasdarnews.com/article/two-f16-aircrafts-violate-syrian-airspace-target-electric-power-plants-in-aleppo/,
    http://www.politaia.org/wichtiges/syrien-us-kampfjets-bombardieren-zivilobjekte/,
    http://www.politaia.org/wichtiges/der-pentagon-plan-fuer-den-bio-krieg-in-syrien/

  6. Avatar

    Pierre

    29. Oktober 2015 14:54 at 14:54

    ….und wenn nicht….wird es kalt in der Ukraine. Das sieht man was dort für schwachköpfe regieren….die gleichen deppen wie bei uns.

  7. Avatar

    Hartmut Lau

    29. Oktober 2015 16:38 at 16:38

    Bis die Vernunft in die Hirne der NWO Strategen einkehrt, muss normales Geschaeftsgebaren = Bezahlung der erhaltenen Waren erfolgen. Offenkundig muessen einige NATO Mitgliedsstaaten noch lernen, dass zwischen Politik und Geschaeft zu unterscheiden ist.
    Kleine Broetchen wird Westeuropa backen muessen, wenn der russische „Baer“ den Gashahn abschliesst, bei Minus 15 – 25 Grad Celsius.
    Wer dann wohl sagt, wo es lang geht, und zu welchem Preis ………

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Free Lunch-Sozialismus in der Coronakrise auf dem Vormarsch

Claudio Kummerfeld

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Im Sozialismus der Moderne soll das Geld vom Himmel regnen

In den USA gibt es das Sprichwort, dass es keinen Free Lunch gibt. Sinngemäß übersetzt: Für alles muss irgendwie letztlich doch von irgendwem bezahlt werden. Wer ideologisch voll auf Sozialismus getrimmt ist, sieht das aber wohl grundsätzlich anders. Ökonomisch glauben zum Beispiel die Verfechter der Modern Money Theorie (MMT – hier dazu ein interessanter Text), dass man einfach als Staat unbegrenzt Geld druckt beziehungsweise immer weiter Schulden aufnimmt, und damit alle Probleme lösen kann. Da könnte man glatt auf die Idee kommen, dass die derzeitigen Staatenlenker und Notenbanker in Europa auch MMT-Verfechter sind?

Sozialismus: MMT und das Wunder-Märchenland

Wer eh schon an MMT als Wundermittel zur Lösung aller Probleme denkt, und dem Sozialismus zugeneigt ist, der kann auf folgende Idee kommen. Hey, die Europäische Zentralbank (EZB) kauft doch seit Jahren mit Billionen selbst gedruckter Euros die Staatsanleihen von Euro-Mitgliedsstaaten auf. Und die Mitgliedsstaaten als Eigentümer der EZB könnten doch dafür sorgen, dass die EZB einfach als Gläubiger auf die Rückzahlung der Schulden verzichtet. Man druck Geld, kauft die eigenen Schulden, und erlässt sich dann selbst die Schulden. Ein in sich geschlossener Kreislauf von Geld, das vom Himmel regnet und alle Probleme löst.

Was für ein Märchen-Wunderland. Aber halt. Wenn die EZB die Schulden der Länder erlässt, hat sie selbst ja Verluste in ihren Büchern. Und die Verluste würden buchhalterisch auf die Mitgliedsstaaten umgelegt, womit sie nach gerade erst erlassenen Schulden wieder neue Schulden hätten. Tja, eben doch kein Free Lunch? Außerdem können die Staaten der EZB dank ihrer Unabhängigkeit keine Anweisungen erteilen. Aber halt, war da nicht gerade erst was in Sachen EZB und Schuldenerlass?

EZB soll auf Rückzahlungen von Anleihen verzichten

Erst letzte Woche berichteten wir über die Forderung der in der italienischen Regierung sitzenden Fünf-Sterne-Bewegung Richtung EZB. Sie solle doch bitte gegenüber Italien auf die Rückzahlung der gehaltenen Anleihen verzichten, die im Zuge der Coronakrise aufgenommen wurden. Mal ehrlich: Selbst wenn die EZB das machen würde, müsste man das für alle Euro-Länder tun, und gleich danach wäre der Ruf laut nach Erlass aller gehaltenen Forderungen in den Büchern der EZB. Heute nun fordert Riccardo Fraccaro, ein Staatssekretär und enger Berater des italienischen Minsterpräsidenten Conte laut Berichten das selbe.

Auch er ist von der Fünf-Sterne-Bewegung. Die EZB könne so viel Geld drucken wie sie wolle. Die Geldpolitik müsse die expansive Fiskalpolitik der Mitgliedstaaten in jeder möglichen Weise unterstützen, zum Beispiel per Schuldenerlass, oder über eine ewige Laufzeitverlängerung. Tja, Sozialismus pur, möchte man sagen. Erst Schulden machen, dann nicht zurückzahlen wollen. Woher das Geld kommt, dass es keinen Free Lunch gibt? Dass irgendwann bei maßlosem Gelddrucken Inflation und Hyperinflation anstehen, und dass man Schulden auch zurückzahlen muss – egal.

Der „plan“-mäßige Weg in den Sozialismus

Bernd Riexinger als Parteichef der Linken verkündet eine klare, ganz offene Forderung, die letztlich nichts anders ist als der direkte Weg in den Sozialismus. Das Wort Enteignung klingt natürlich verführerisch für alle Menschen, die kein Wohneigentum besitzen, sondern mieten. Wer würde sich nicht gerne vom „Joch“ des bösen Vermieters lösen, an den man jeden Monat einen beträchtlichen Teil seines Einkommens abführen muss? Dass der Vermieter für die Erstellung der Immobilie vielleicht einen Kredit aufgenommen hat, und dass laufende Kreditraten, Instandhaltungen, städtische Leitungsverlegungen an der Straße uvm sehr viel Geld kosten, das erwähnt Bernd Riexinger nicht.

Denn diese Kosten trägt der Vermieter, welche letztlich durch die monatlichen Mietzahlungen finanziert werden. Im Sozialismus sagt man sich wohl: Der böse Vermieter kassiert pro Monat 800 Euro Miete, und hat also auch 800 Euro Gewinn für sich selbst. Dass nach Kreditkosten, Instandhaltung, Müllabfuhr, Gärtner, Hausmeister uvm bei vielen Vermietern kaum oder nur wenig übrig bleibt, passt da natürlich nicht ins Bild. Dass Ersteller von Immobilien teuer erkaufte Grundstücke über höhere Wohnungsmieten refinanzieren müssen – egal. Für Bernd Riexinger ist es ganz einfach. Alles verstaatlichen, so scheint die Devise zu sein.

Am besten alle Wohnungen und auch alle Grundstücke in Staatseigentum überführen, dann hat man alle Probleme Wohnungsmarkt gelöst? Die tatsächliche und nachhaltige Lösung des Problems wäre es, dass Staat und vor allem private Vermieter die Zahl neuer Wohnungen so derart stark erhöhen, dass mehr Angebot als Nachfrage vorhanden ist. Dann fallen die Wohnungsmieten von ganz alleine – Angebot und Nachfrage! Berlin (man lebt eh auf Kosten der anderen Bundesländer über den Länderfinanzausgleich) müsste deutlich mehr Bauland zur Verfügung stellen, und das möglichst günstig, mit möglichst wenig Bürokratie. Aber nein, man bestraft lieber die bestehenden Vermieter.

Vermieter enteignen, weil sie nicht so agieren wie gewünscht

Diese Woche trat beim Berliner Mietendeckel die zweite Stufe in Kraft. Daraufhin kündigten große Vermieter in Berlin an neue Investitionen auf dem Berliner Wohnungsmarkt stoppen zu wollen. Die Lösung im Sozialismus lautet bei so etwas: Funktioniert unsere Maßnahme nicht wie gewünscht, setzen wir eben eine noch größere Maßnahme oben drauf. So fordert Bernd Riexinger daher eindeutig die Enteignung der Vermieter. Natürlich ist das verfassungsrechtlich ein noch weiterer Weg als der Mietendeckel.

Aber hey, der wurde ja auch bereits umgesetzt in Berlin. Der Staat soll es halt selbst richten. Selbst bei einer Enteignung (spielen wir das Szenario mal durch) müsste die Stadt Berlin die Wohnungseigentümer entschädigen. Dadurch würde die Verschuldung der Stadt Berlin deutlich ansteigen. Aber halt… wenn wir eh schon beim Thema EZB sind… die EZB könnte doch diese neuen Berliner Anleihen einfach aufkaufen, und auf ihre Rückzahlung verzichten? Wäre doch echt super? Ein Free Lunch im Märchenland des Sozialismus.

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Dass sich die Wohnungskrise in Berlin durch den Mietendeckel eher noch verschärft hat, das darf man als Verfechter des Sozialismus natürlich sofort den bösen Vermietern anlasten? Denn die wollen bei sinkenden Mieteinnahmen und staatlichem Eingriff in die Vertragsfreiheit keine neuen Wohnungen mehr in Berlin bauen? Welch ein Wunder, wer hätte damit rechnen können? Das ist ja gleich noch ein Argument für die Verstaatlichung der gesamten Wohnungsindustrie. Lassen wir einfach alles den Staat machen. Wohnungen bauen und vermieten, und das schön günstig. Aber warum macht die Stadt Berlin das nicht schon längst in großem Stil?

Niemand hindern sie daran. Man sieht, sie kann es nicht. Dabei regieren die Linken in Berlin doch, und sind nicht in einer Opposition, wo sie hilflose Zuschauer sind. Nein, man drangsaliert lieber die private Wohnungswirtschaft. Dabei könnte man parallel zu den Privaten durch ein massives Überangebot an neuen staatlich gebauten Wohnungen dafür sorgen, dass auch bei den privaten Vermietern durch freie Marktmechanismen die Mietforderungen sinken. Denn wie gesagt, wenn mehr Wohnungen als Wohnungsssuchende vorhanden sind, werden die Vermieter zwangsläufig ihre Mietforderungen senken.

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Konsumklima stürzt ab, Aussichten am Arbeitsmarkt besser – wie kann das sein?

Claudio Kummerfeld

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Menschen in Schlange mit Einkaufswagen

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat heute ihre Meldung für das Konsumklima in Deutschland (Verbraucherstimmung) veröffentlicht. Dem normalen Menschenverstand folgend sinkt das GfK-Konsumklima. Für Dezember zeigt man einen Wert von -6,7 Punkten, und damit 3,5 Punkte weniger als im November. Es ist logisch, dass die Stimmung der Konsumenten sinkt, wenn der zweite Lockdown voll in Gange ist – sei es auch nur ein sanfter Lockdown mit geschlossener Gastronomie. Der Lockdown light habe die Verbraucherstimmung im November laut GfK spürbar gedämpft. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung wie auch die Anschaffungsneigung müssen – wie schon im Vormonat – Einbußen hinnehmen. Hier ein Auszug aus der Meldung der GfK:

„Zwar bleiben die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet, doch die erneute Schließung von Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsgewerbe treffen – ebenso wie der noch immer am Boden liegende Tourismus – das Konsumklima schwer“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Damit haben sich auch die Hoffnungen auf eine rasche Erholung, die noch im Frühsommer aufkamen, endgültig zerschlagen. Die als Folge der zunehmenden Verunsicherung erneut gestiegene Sparneigung hat ebenfalls zum Rückgang des Konsumklimas beigetragen.“

Stimmung am Arbeitsmarkt verbessert sich

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute sein aktuellstes Barometer für den deutschen Arbeitsmarkt veröffentlicht. Demnach verbessert sich die Stimmungslage sogar. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer (besteht aus zwei Komponenten, aktueller Beschäftigung und Entwicklung der Arbeitslosigkeit) ist im November um 0,4 Punkte auf 100,5 Punkte gestiegen. Damit verbleibt der Frühindikator im leicht positiven Bereich. Warum? Nun, dazu gibt die IAB eine klare Aussage. Die Beschäftigung werde im zweiten Lockdown nicht noch einmal einbrechen. Wichtig hierfür seien die (staatlichen) Stützungsmaßnahmen für die Betriebe und ihre jetzt bereits vorhandenen Erfahrungen mit der Corona-Krise. Die Perspektive auf einen Impfstoff mache die Unternehmen zuversichtlicher.

Das verstärke noch einmal ihre Bereitschaft, die Beschäftigten zu halten. Dennoch belaste die weltweite zweite Corona-Welle die Erholung, und die sich durch die Corona-Krise beschleunigenden Transformationsprozesse in der Wirtschaft würden große Herausforderungen darstellen. Und relativ günstige Aussichten zeigt das IAB-Arbeitsmarktbarometer für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Die entsprechende Komponente hielt sich auf dem Vormonatsstand von 102,1 Punkten. Zu beachten sei, dass der Befragungszeitraum schon in der ersten Novemberhälfte endete, als eine Verlängerung des Lockdowns noch nicht absehbar war.

Also: Die staatlichen Arbeitsmarkt-Forscher sehen die Stimmung deswegen verbessert, weil auf der einen Seite die Befragung schon endete, bevor eine Lockdown-Verlängerung absehbar war – und weil auf der anderen Seite die Wirtschaft vom Staat mit Rettungsgeldern geflutet wird, sodass Entlassungen nicht notwendig sind.

Arbeitsmarkt-Barometer der IAB steigt

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Old Economy: Gewinnexplosion voraus – Werbung

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Lieber Börsianer,

welche Unternehmen werden zwischen 2020 und 2022 die größten Gewinnzuwächse verbuchen? Netflix, Amazon, SAP oder etwa Nvidia? Was ist Ihre Prognose?

Ich lehne mich aus dem Fenster: In den kommenden 2 bis drei Jahren werden die großen „Gewinndynamiker“ nicht aus der Technologie-Branche kommen, sondern – ja Sie lesen ganz richtig – aus der Old Economy. Alt eingesessene Unternehmen, die wir alle schon seit Jahrzehnten kennen, stehen vor einem beispiellosen Gewinnschub. Hier steht eine Erholung bevor, wie wir sie selbst in den Boomjahren der Nachkriegszeit nicht gesehen haben. Ich habe Ihnen drei Beispiele aus der DACH-Region mitgebracht.

Beispiel BASF: Der deutsche Chemie- und Ölkonzern wird aller Voraussicht nach das laufende Geschäftsjahr mit einem Verlust von mindestens 1 Euro je Aktie abschließen. Dann wird BASF allerdings eine mächtige Aufholjagd starten und im Geschäftsjahr 2022 einen Gewinn je Aktie von rund 3,70 Euro ausweisen. Das ist noch weit entfernt vom Niveau der Vorkrise, als man rund 9 Euro je Aktie verdiente. Aber von unter Null auf 3,70 Euro je Aktie ist sehr viel Holz.

Beispiel Wienerberger: Die Österreicher haben in diesem Coronajahr auch nur wenig Spaß gehabt. Das Unternehmen der Baustoff-Branche wird den Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr wahrscheinlich fünfteln. Aber danach wird man wieder mächtig durchstarten. So erwarten die Analysten, dass Wienerberger seinen Gewinn bis 2022 um rund 360 % steigern wird.

Ein kleiner Vergleich: Der Video-Streaming Spezialist Netflix erwartet bis 2022 eine einfache Gewinnverdopplung. Auch das natürlich eine großartige Zahl, aber verglichen mit den erwarteten Gewinnzuwächsen von BASF oder Wienerberger nimmt sich die eher bescheiden aus.

Beispiel Swatch: Der Schweizer Uhrenhersteller litt ebenfalls erheblich unter der Pandemie und erlebte einen Gewinneinbruch wie noch nie zuvor in seiner Unternehmensgeschichte. Das klingt nicht gut, oder? Nun, die Swatch Group erwartet eine mächtige Gewinnexplosion. So wird man in den…..

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