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Ukraine „Showdown“: Heute endet die „Deadline“ für Russland

FMW-Redaktion

Jetzt beginnt der „Showdown“, zumindest aus Sicht der Ukraine. Am 15. Oktober hatte Ministerpräsident Jazenjuk Russland ein Ultimatum gesetzt. Bis heute dem 29. Oktober müsse (!) Russland einem Schuldenschnitt für ukrainische Anleihen zustimmen wie es zuvor schon US-Investoren taten. Am Sonntag baute er eine nach seiner Lesart berechtigte Drohkulisse auf, falls Russland sich weiter so uneinsichtig zeige.

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Arsenij Jazenjuk, Premierminister der Ukraine. Foto: Ybilyk/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Jetzt ist die Ukraine am Zug, nicht Russland. Im Dezember ist eine 3 Milliarden Dollar-Anleihe fällig. Die Ukraine muss dann also diese Summe an Russland zurücküberweisen. Man kann davon ausgehen, dass die Ukraine dieses Geld aber nicht hat. Aber was macht die ukrainische Regierung? Anstatt einfach zu sagen man kann es nicht zurückzahlen mangels Liquidität, baut Ministerpräsident Jazenjuk eine nach seiner Lesart berechtigte Drohkulisse auf. Am letzten Sonntag sagte der gegenüber dem „Handelsblatt“ wenn Russland sich nicht einsichtig zeige, werde die Ukraine ein Schuldenmoratorium verhängen. Das bedeutet de facto, dass man laufende Verpflichtungen bei Zins- und Tilgung von Schulden nicht erfüllt, also fällige Anleihen an den Gläubiger nicht zurückzahlt.

Die Begründung für diese „Drohkulisse“ hatten wir am 15. Oktober schon erläutert. Jezenjuk argumentiert Russland müsste einem Schuldenschnitt von 20% + Laufzeitausdehnung für den Rest zwingend zustimmen, weil die westlichen Gläubiger dem ja auch zugestimmt haben. Woher er diesen automatischen Zwang ableitet, ist allen Beobachtern ein Rätsel, aber irgendwie muss er anscheinend irgendein Szenario konstruieren um gut dazustehen, wenn er Russlands Anleihe im Dezember nicht bedienen kann.

Aber wie auch immer, am 15. und am 25. Oktober hat Jazenjuk mehr als laut gebrüllt. Er hat sich ohne richtig ernsthafte Argumentationsgrundlage weit aus dem Fenster gelehnt und versucht Russland moralisch schlecht aussehen zu lassen, was kläglich scheiterte. Aus dem Kreml hörte man nur eine Aussage bezogen auf Jezenjuk´s Drohungen. Bei der Anleihe der Ukraine gekauft durch Russland handele es sich um eine Schuldverschreibung zwischen zwei Staaten und nicht um ein privatwirtschaftliches Geschäft, daher unterliege sie nicht irgendeiner Art von Regel des kommerziellen Anleihemarktes (die US-Gläubiger die dem Schuldenschnitt zugestimmt haben, sind Privatgläubiger wie z.B. Fonds). Eine peinliche Anmerkung hatte Jazenjuk noch für Russland übrig. Die Anleihe über 3 Milliarden Euro sei doch in Wirklichkeit Schmiergeld aus Russland gewesen, dafür dass der damalige Präsident Viktor Janukowitsch das Assoziierungsabkommen mit der EU stoppte. Mag theoretisch möglich sein um Janukowitsch damals liquide zu halten, aber es war ja kein geschenktes Geld, und Schmiergeld zurückzahlen zu müssen, klingt irgendwie nicht nach Schmiergeld.

Ein paar Stunden bleiben Russland heute noch „einzulenken“. Kaum vorstellbar, dass Präsident Putin darauf eingeht, denn das wäre für ihn ein unglaublicher Gesichtsverlust. Er hat auch keine Veranlassung dies zu tun, denn irgendein Automatismus, dass er auf einen Teil seiner Anleiheforderung verzichten muss, existiert nicht. Folgendermaßen wird es wohl kommen, vermuten wir: Russland besteht ganz normal auf volle Rückzahlung der 3 Milliarden Dollar-Anleihe. Um die Ukraine Ende 2015 nicht in den Staatsbankrott zu schicken, öffnet sich kurz vorher in Brüssel oder in Washington irgendeine Schatulle aus einem Hilfsfonds, Sonderfonds oder Infrastruktur-Förderfonds, aus dem plötzlich eine Milliardensumme nach Kiew fließt – selbstverständlich für Infrastrukturprojekte in der Ukraine. Und wie durch ein Wunder wird Ministerpräsident Jazenjuk dann in der Lage sein die Anleihe zum vollen Wert von 3 Milliarden Dollar an Russland zurückzuzahlen.




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12 Kommentare

  1. Christoph Kindervater

    Hallo FMW-Redaktion,
    danke wiedereinmal für solch eine faktische und nüchterne Berichterstattung.
    Genauso wird es passieren und den geneugten EU-Bürger wird man mal wieder hinters Licht führen.

    Grüße

  2. Und wenn es so kommt, wie am Schluss beschrieben, wäre das ein weiterer Grund, der EU umgehend „adieu“ zu sagen.

  3. Putin wird es egal sein woher das Geld kommt. Mit 3Mrd lassen sich einige ukrainische Wiederstandskämpfer, Sorry, ich meinte ferngelenkte Kremelmarionetten mit Waffen ect. versorgen.

    1. Ich glaube nicht, dass Russland die Separatisten in der Ostukraine bezahlen muß, um sich deren Sympathien sicher zu sein.

      Bilder sagen mehr als Worte und die zeigen eine zerstörte Ostukraine. Wer ist dafür verantwortlich? Janukowitsch und Putin jedenfalls nicht.

  4. Warum zahlt denn Deutschland nicht gleich, unsere lustigen Politker wollten doch die Deppen in Kiew. Den deutschen Michel stoert es doch eh nicht, was mit seinen Steuergeldern passiert!

  5. Das nachfolgende betrifft Syrien und nicht die Ukraine – und weicht deshalb vom Thema ab. Ganz klar. Da der (ausgezeichnete) Artikel aber politisch ist (es geht hier ja nicht um die Börse), erlaube ich mir, meinen neusten Fund zur Flüchtlingskrise hier einzustellen:

    Nun kann es endlich(!) bewiesen werden: Merkel-Schäuble (Schäuble hat man m. E. für den wirklichen ’spiritus rector'“ der Bundesregierung zu halten – nicht die dumme Merkel) hatten die Syrer zur Flucht nach Deutschland aufgefordert, nicht aus Mitleid, sondern allein(!) um den syrischen Staat gezielt zu zerstören.

    Auf diese wichtige Information weist folgende Seite hin: „WIKILEAKS: DEPESCHEN ZEIGEN PLAN ZUR STRATEGISCHEN ENTVÖLKERUNG VON SYRIEN UND EU-FLÜCHTLINGSKRISE“ – http://www.pravda-tv.com/2015/10/wikileaks-depeschen-zeigen-plan-zur-strategischen-entvoelkerung-von-syrien-und-eu-fluechtlingskrise/

    Der Artikel bezieht sich dabei auf das im Artikel erwähnte Interview-Audio mit Julian Assange, daß man unter http://thepressproject.gr/podcast/final_assange.mp3 anhören/herunterladen kann (das Video auf der Seite betrifft andere Themen).
    Erst gegen Ende des Audios – ab 18:00 – geht es um Syrien. Ab 21:00 geht es um die geplante(!) und vorsätzliche(!) völkerrechtswidrige, terroristische Verursachung des syrischen Flüchtlingsstroms.

    Ab 21.55 hören wir, daß die Bundesregierung (aber auch die Türkei und Schweden) vorsätzlich die syrischen Flüchtlinge zur Einreise nach Deutschland aufforderte – nur um aktiv an der Zerstörung Syriens beizutragen zu können.
    Ab 22.13 hören wir, das dasselbe schon bzgl. des Iraks geschehen war: Im Jahr 2007 sah sich die irakische Regierung genötigt, die Bundesregierung diplomatisch-formal abzumahnen, endlich damit aufzuhören, irakische Flüchtlinge zu ermutigen, den Irak zu verlassen und nach Deutschland auszuwandern.

    Das die Bundesregierung einen – verfassungsmäßig strengsten verbotenen(!), und von den UN-Bestimmungen geächteten(!) – „ANGRIFFSKRIEG“ gegen Syrien führte und führt, wurde schon hier nachgewiesen: http://antikrieg.com/aktuell/2012_11_29_derstaat.htm . Eine nationale Anklage und/oder eine internationale Anklage gegen das verfassungsverbrecherische („-feindliche“ reicht hier nicht!) und völkerrechtswidrige Vorgehen unsere Bundesregierung hat offenbar aber noch niemand erhoben.

    Daß es allein die USA und ihre Vasallen sind, die bis heute systematisch die Lebensgrundlage der Syrer zerstören, sieht man auch an den erst wenige Tage alten US-Bombenangriffen auf syrische Kraftwerke und syrische Wasserwerke:
    http://www.almasdarnews.com/article/two-f16-aircrafts-violate-syrian-airspace-target-electric-power-plants-in-aleppo/,
    http://www.politaia.org/wichtiges/syrien-us-kampfjets-bombardieren-zivilobjekte/,
    http://www.politaia.org/wichtiges/der-pentagon-plan-fuer-den-bio-krieg-in-syrien/

  6. ….und wenn nicht….wird es kalt in der Ukraine. Das sieht man was dort für schwachköpfe regieren….die gleichen deppen wie bei uns.

  7. Bis die Vernunft in die Hirne der NWO Strategen einkehrt, muss normales Geschaeftsgebaren = Bezahlung der erhaltenen Waren erfolgen. Offenkundig muessen einige NATO Mitgliedsstaaten noch lernen, dass zwischen Politik und Geschaeft zu unterscheiden ist.
    Kleine Broetchen wird Westeuropa backen muessen, wenn der russische „Baer“ den Gashahn abschliesst, bei Minus 15 – 25 Grad Celsius.
    Wer dann wohl sagt, wo es lang geht, und zu welchem Preis ………

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