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Ukraine-Verhandler ist nicht gerade optimistisch – man lese seine Tweets!

Mensch vor Ukraine-Flagge

Gestern noch war die Euphorie groß, dass es in Kürze konkrete Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland geben könnte. Anlass gab ein Bericht der Financial Times über einen 15 Punkte-Plan, dessen Ausarbeitung signifikante Fortschritte gemacht habe. Daraufhin stiegen die weltweiten Aktienmärkte spürbar an. Während gestern Abend und heute früh die Börsenwelt über die Zinsentscheidung der Fed redete, hat sich die gute Laune rund um die Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland aber weniger gut entwickelt.

Der ukrainische Präsidentenberater und Verhandlungsführer Mychajlo Podoljak hat sich in den letzten Stunden und auch ganz aktuell per Twitter gemeldet. Und wer sich das anschaut, bei dem bleibt nicht viel übrig vom Optimismus auf eine baldige Einigung mit Russland. Vor wenigen Minuten erst twitterte er, dass die Sprecherin des russischen Außenministeriums Zakharova offen erklärt habe, dass der Beschuss von ukrainischen Städten mit schwerer Artillerie, Flugzeugen und Marschflugkörpern von der NATO gefälscht ist. Multimillionen-Klagen, Entschädigungen für die Familien der Toten, und strafrechtliche Verurteilungen wegen Kriegsverbrechen würden sie zur Einsicht bringen.

Auch twitterte Mychajlo Podoljak vor gut 90 Minuten die nach seinen Worten genutzte Taktik Russland, nämlich heftige Positionskämpfe an allen Frontlinien, die Schaffung von lokalen Fallen für Zivilisten, und auch gezielte Angriffe auf Objekte, in denen sich Zivilisten verstecken. Auch gehe es um die maximale Verzögerung von Entscheidungen über humanitäre Korridore. Und es gebe informationelle Versuche interne Konflikte in der Ukraine zu provozieren.

Auch erwähnte Mychajlo Podoljak das Schauspielhaus in Mariupol, in dem viele Zivilisten Schutz gesucht hätten. Laut aktuellen Berichten ist es inzwischen zerstört wurden. Wie viele Tote oder Überlebende es gibt, ist wohl noch unklar.

Und zum FT-Artikel über eine angeblich anstehende Einigung zu einem 15 Punkte-Plan hatte Mychajlo Podoljak gestern Abend etwas zu sagen. Kurz gefasst, so seine Aussagen auf Twitter: Die FT habe einen Entwurf veröffentlicht, der die beantragte Position der russischen Seite darstelle. Mehr nicht. Die ukrainische Seite habe ihre eigenen Positionen. Das Einzige, was man in diesem Stadium (FMW: Bezüglich eines Plans) bestätigen könne, sei ein Waffenstillstand, der Rückzug der russischen Truppen und Sicherheitsgarantien von einer Reihe von Ländern.



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