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Unglaublich: Griechenland-Anleihen gehen weg wie warme Semmeln

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Einfach unglaublich, möchte man meinen: Griechenland-Anleihen gehen weg wie warme Semmeln. Das zeigt die gestrige Auktion der staatlichen griechischen Schulden-Agentur. Über das Angebot hinaus wurde ein Extra-Rahmen voll ausgeschöpft. Wer da wohl als Käufer aufgetreten ist…

Griechenland Finanzminister-Yanis-Varoufakis-2
Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis
Foto: Jörg Rüger / Wikipedia (CC BY 3.0)

Gestern hat Griechenland über Anleihen mit dreimonatiger Laufzeit (T Bills) 812 Millionen Euro eingenommen über eine sogenannte Anleihen-Auktion (das weltweit gängige Verfahren). Dabei werden die Anleihen an einen Pool „akkreditierter“ Banken online verauktioniert, darunter auch mehrere griechische. Brisant: Eigentlich sollten nur 625 Millionen Euro eingenommen werden. Staaten bieten normalerweise Extra-Tranchen an, um Banken die Möglichkeit zu geben zusätzliche Volumen zu kaufen, wenn sie mehr kaufen wollen. Diese Extra-Tranche lag gestern bei 30%, also 187 Millionen Euro – diese Summe wurde prompt und komplett ausgereizt, so dass Griechenland 812 Millionen Euro eingenommen hat. Frage: Wie können Banken so „heiß“ auf griechische Anleihen sein, und das in dieser Lage?

Griechenland Anleihenauktion 15.04.2015
Gestrige Anleihen-Auktion der griechischen Schuldenagentur
Grafik: Greek Public Debt Management Agency

Informierte Kreise berichten uns von möglichen Absprachen zwischen griechischen Banken und dem Finanzministerium in Athen, die offerierten Anleihen bloß in vollem Umfang aufzukaufen. Der Grund ist klar: sonst wäre der Staat pleite, und die griechischen Banken würden im Abwärtssog mitgerissen. „Linke Tasche hilft rechter Tasche und umgekehrt“. Natürlich erhält man hierfür niemals eine offizielle Bestätigung – daher müssen wir dies als „nicht bestätigtes Gerücht“ einstufen. Aber jeder kann sich seinen Teil dazu denken – welche ausländische Bank, welcher Hedgefonds würde jetzt noch griechische Anleihen kaufen? Selbst Hedgefonds, die argentinische Schrottanleihen kauften, hatten damals mehr Hoffnung auf Rückzahlung als man heute bei Griechenland haben kann. Der Staatsbankrott kann täglich vermeldet werden – so ein Glücksspiel wird wohl kaum ein Hedgefonds eingehen, egal wie risikofreudig er sein mag. Außer den griechischen Privatbanken bleibt niemand übrig, der als Käufer auftreten könnte. Gerüchte Putin oder China würden dahinter stecken, können wir nicht nachvollziehen. Denn Russen und Chinesen sind auch nicht dafür bekannt als Gönner aufzutreten, die Anleihen nur aus Mitmenschlichkeit und Freundschaft kaufen.

Zu der Thematik „Griechische Staatsfinanzierung über EZB und Privatbanken“ haben wir am Dienstag bereits einen Artikel veröffentlicht. Hier geht´s zum Artikel.



Quelle: Greek Public Debt Management Agency

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Joachim Datko

    16. April 2015 11:00 at 11:00

    Der Euro als Goldesel für die Griechen?

    Hoffentlich haben die Griechen keinen Weg gefunden, Euros aus den Ärmeln zu schütteln.

    Joachim Datko – Physiker, Philosoph
    Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
    http://www.monopole.de

  2. Avatar

    Mo Gerret

    16. April 2015 14:25 at 14:25

    Nun ja, was gibt es daran nicht zu verstehen?
    Die Europäer sind nun mal auf Hoffnung eingestellt. Sie sind auch die Einzigen! Alle anderen nehmen die Politik und Wirtschaft nun mal so wie sie ist.
    Staaten in die Eurozonen aufzunehmen, obschon ihre Wirtschaft zu schwach ist, ist ja seit Jahren gang und gebe. Die Wirtschaft Griechenlands war vor dem Euro, während dem Euro, und wird auch nach dem Euro schwach sein. So wie auch die Ukraine! Mit Schulden aufdrücken, um diese Länder gefügig zu machen, das reicht nicht mehr.
    Zu den Anleihen,…..na was soll denn da grosses passiert sein?
    Mal überlegen. Tsipras reist nach Moskau, bittet aber nicht um Geld. Putin gebt auch keins. Nun, da gibt es ja noch andere Möglichkeiten.Z.b Staatsanleihen. Und dann kommt da noch die brisante Meldung hinzu, Griechenland möge doch gerne russische Abwehrraketen aufstellen.
    Na sowas?
    Griechenland wird für diese Raketen keinen Cent hinlegen müssen! Das machen die Russen doch auch so gerne. Ist ja auch klar, die Nato darf das, weshalb nicht auch Russland? Geht doch in Ordnung!
    Putin scheint dann doch den längeren Atem zu haben. Die EU hat nun mal nicht die nötige Gedult dafür. Ebenso USA. Die Ukraine stösst in den nächsten Jahren dazu, ebenfalls wieder andere Oststaaten, und der Russe hat seinen Gürtel gelegt.
    Nix anderes läuft da,…..das hat mit Griechenland wenig zu tun!
    Aber schlecht kann es für die Griechen doch nicht sein. Ob nun die EU sie unter Drucksetzt, und später hängen lässt, oder ob es Russland tut,…..das spielt doch jetzt keine Rolle mehr.
    Lasst doch die Politik mal aussen vor, und lasst der Logik doch mal wieder etwas Platz im Hirn.
    Alles wird gut aber nix geht mehr.
    Wie würde Deutschland sich wohl verkaufen, wären sie in einer solchen Situation? Man möge es sich nicht vorstellen!
    Gruss
    Mo

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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