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Anleihen

Unglaublich: Tsipras wartet immer noch auf ein Angebot

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Entweder haben die Vertreter Griechenlands extrem starke Nerven – oder sie sind extrem naiv und spielen mit dem Feuer – das sie verbrennen wird. Blickt man auf die Ereignisse der letzten Tage und Wochen, ist die zweite Variante wahrscheinlicher. Heute Morgen sagte Tsipras gegenüber der griechischen Zeitung „Ton Syntakton“:

„Wir werden geduldig abwarten, bis die Institutionen auf eine realistische Position einschwenken“.

Das ist wie bei einem Schachspieler, dessen Zeituhr kurz vor Ablauf steht – und der dann meint, man könne geduldig abwarten, bis man den Gegner Schachmatt setze. Das ist unglaublich dreist, vor allem Realitäts-verkennend. Das zeigt schon die Art und Weise der gestrigen Verhandlungen in Brüssel: am Freitag kündigte der griechische Regierungssprecher an, man werde mit neuen Vorschlägen nach Brüssel reisen. In Brüssel jedoch hatte man dann doch keine neuen Vorschläge dabei. Hinzu kommt, dass zum Zeitpunkt des vereinbarten Termins mit Juncker die griechische Delegation noch enstpannt am Frühstückstisch des Hotels saß – man hat es offenkundig also nicht allzu eilig.

Die Tsipras-Regierung meint, man könne einfach so weitermachen: man gönnt sich was (Renteneintrittsalter bei 56 Jahren, das ist tabu), und die anderen müssen eben bezahlen. Den enorm hohen Verteidungshaushalt kürzen, der 4% des griechischen BIP ausmacht? Nö, will man nicht. Endlich die Steuersünder an die Kandarre nehmen, deren Daten in der Schweiz offen gelegt wurden und die man nur greifen müsste? Laß mal, nicht dass die Superreichen des Landes noch ganz aus Griechenland verschwinden. Das alles hat mit linker Politik nichts zu tun, sondern ähnelt einem pubertären Zögling, der lieber im „Hotel Mama“ bleibt als durch eigene Anstrengung endlich auf eigenen Füßen zu stehen. Europa muss eben bezaheln, so lautet das Motto.

Richtig ist, dass die Sparpolitik der letzten Jahre nicht funktioniert hat und nicht funktionieren wird. Die Gläubiger sind davon bereits in Teilen abgerückt. Aber es gäbe in Griechenland selbst so viele Möglichkeiten, an Gelder zu kommen – aber daran hat die Athener Regierung offenkundig kein Interesse. Die Lebensdauer der Tsipras-Regierung dürfte sehr begrenzt sein: kommt es zu einem Deal, wird es in Athen Unruhen der linken Fraktion der Syriza und anderer geben. Kommt es nicht zu einem Deal, gibt es sowieso Unruhen.

Man darf sich schon einmal mental auf verstörende Straßenschlachten-Szenen in Griechenland vorbereiten – und das ist nicht zuletzt die Schuld der Tsipras-Regierung. Was sie betreibt, hat mit sozialer, linker Politik nichts zu tun (bis auf einige symbolpolitische Maßnahmen). Es ist die Fortsetzung der parasitären Haltung, seit Griechenland in der Eurozone ist. Von Anfang an hat die griechische Gesellschaft das als Bereicherungs-Möglichkeit gesehen und davon profitiert: durch Aufblähung des Staatsapparates, aber auch viele andere haben davon zumindest indirekt profitiert. Dieses Denken ist scheinbar nicht mehr aus den Köpfen zu kriegen.

Sollte es zu Unruhen oder Hungerrevolten kommen, hat Europa endlich die Chance, die Gelder dorthin zu lenken, was sie hingehören: zu den Bedürftigen. Griechenland aber sollte unter internationale Verwaltung gestellt werden: schlechter als die bisherigen Regierungen kann und wird man es nicht machen!

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Chris

    15. Juni 2015 09:43 at 09:43

    And the Looser is?The €uro!Während er,speziell für Deutschland viel zu schwach ist,gehen andere Staaten daran zugrunde.Wieviel%Eigenanteil daran besteht,ist eher 2.rangig.Das immer&immer wieder erfolgte Aufzählen der Symptome führt auch zu keiner Lösung.Entweder man gewöhnt sich an einen europäischen Staatenfinanzausgleich oder legt Staaten zusammen.Beides ist jedoch zum Scheitern verurteilt,da es ja noch nicht einmal in der BRD funktioniert.

  2. Avatar

    Frank

    15. Juni 2015 10:18 at 10:18

    Komische Meinung Herr Fugmann! Hätte man die damaligen “ Hilfsgelder“ für Griechenland an die Bevölkerung angewiesen, wäre sie bestimmt auch bereit diese zurück zu zahlen. Aber die ewige europäische Bankenrettungspolitik ist kein Grund zur Eile zu schreiten. Jetzt schwitzen deutsche und europäische Politiker, weil sie ihrem Volk dann erklären müssen das die Steuergelder für die Hilfen,die einfach nur durch die Parlamente gewunken wurden, weg sind.

    Aber durch Meinungsvertreter wie SIE wird es den Regierenden natürlich leichter fallen!!!

    Gelder griechischer Reicher verschwinden schon seit dem 1 Rettungspacket und keiner tat und tut etwas. Hoffentlich begreifen die europäischen Verhandlungspartner endlich mal das sie an ihrem eigenem Grab schaufeln und Griechenland ihr Sargnagel wird!

  3. Avatar

    k.kern

    15. Juni 2015 13:05 at 13:05

    Das Geld ist weg.Aber keiner will Verantwortung übernehmen. Renten kürzen und steuern erhöhen ist keine Lösung. Warum verhandelt der IWF?Nur 10%der Schulden gehören ihm.Solche Menschen wie Lagarde und Straus-Kahn tragen nicht zu Lösungen bei..

  4. Avatar

    hansruedi

    15. Juni 2015 14:33 at 14:33

    Der IWF wird die EU unter Druck setzen und Garantien seitens der EU für weitere GR Kredite einfordern.
    Variante zwei wäre die Sache an den ESM zu übergeben.
    Die USA macht via IWF massiv Druck und die EU wird kuschen. Somit kann GR wirklich beruhigt abwarten.
    Bin sicher, das „Spiel“ ist noch nicht zu Ende und GR bleibt in der EU sowie auch im EURO.
    Es wird für die EU Bürger einfach etwas teuerer als ihnen vorgegaukelt wird.

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Anleihen

Goldpreis vs Anleiherenditen: Eindeutiger Langfristvergleich

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Aber vor allem werden auch die Anleiherenditen als wichtiger Beeinflussungsfaktor für den Goldpreis herangezogen. Je mehr Rendite man für Staatsanleihen erhält, desto weniger attraktiv ist das zinslose Gold bei Anlegern. Schauen wir daher mal auf den folgenden Chart, ob man langfristig eine echte Verbindung zwischen Gold und Anleiherenditen erkennen kann. Hier sehen wir seit Anfang 2016 in blau den steigenden Goldpreis, der seitdem 69 Prozent zulegen konnte. Die in orange verlaufende Anleiherendite (für zehnjährige US-Staatsanleihen) ist seitdem um 46 Prozent gesunken (langfristig gesunkenes Zinsniveau). Man sieht eine klare negative Korrelation. Je tiefer die Anleiherenditen, desto besser für den Goldpreis. Das jüngste Ansteigen in der Rendite hat dem Goldpreis einige Schwierigkeiten bereitet, und seinen weiteren Anstieg erst einmal ausgebremst.

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