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Uniper-Aktie: Der große Absturz – und Chancen?

Die Uniper-Aktie stürzt dramatisch ab - inzwischen womöglich zu stark? Der Staat steht vor einer Milliarden-Geldspritze.

Gas-Flamme auf einem Herd

Die Uniper-Aktie ist nicht nur in den letzten Wochen und Monaten massiv eingebrochen. Auch diese Woche geht es weiter kräftig bergab. Der folgende TradingView Chart zeigt die prozentuale Performance der Aktie seit Jahresanfang. Sie verlor 72 Prozent an Wert. Man sieht es klar. Auslöser war der Start des Ukraine-Kriegs und die damit explodierenden Gaspreise. Uniper musste Gas immer teurer einkaufen, konnte die Preissteigerungen aber nicht an seine Kunden weitergeben.

Kursverlauf der Uniper-Aktie seit Jahresanfang

Massive Kursverluste in der Uniper-Aktie – Ukraine-Krieg und explodierte Gaspreise als Auslöser

Die folgende Grafik zeigt mit -49,4 Prozent die Entwicklung der Uniper-Aktie in den letzten vier Wochen. Besonders interessant sind die letzten Tage. Alleine gestern verlor die Aktie 27,58 Prozent an Wert! Am 30. Juni verkündete Uniper, dass man seine Gewinnaussichten nicht halten kann. Und man verkündete klipp und klar, dass man die Mehrbelastungen durch die teureren Gaseinkäufe nicht weiterreichen könne. Man sei in Gesprächen mit der Bundesregierung, ob Kredite oder sogar Eigenkapitalbeteiligungen des Staates möglich sind. Diese Worte verdeutlichten die prekäre Lage des größten deutschen Gas-Importeurs.

Möglicherweise wird Uniper Teile der explodierten Gas-Einkaufskosten doch noch an seine Kunden weiterreichen können, wenn die Bundesregierung über die Bundesnetzagentur die „Feststellung und Bekanntgabe der Gasmangellage“ verkündet. Aber so oder so – die Lage bei den Gasanbietern und vor allem bei Uniper ist offenbar prekär. So wurde auch gestern bekannt, dass die Bundesregierung aktuell daran arbeitet einen Gas-Schutzschirm über der Branche aufzuspannen. Wohl noch diese Woche soll im Bundestag die gesetzliche Grundlage geschaffen werden, dass der Staat Milliardensummen in Uniper pumpen kann, womöglich in Form von Krediten und Eigenkapital.

Starke Verwässerung für die bisherigen Aktionäre steht bevor

Nicht nur, dass diese gestrige Meldung die prekäre Lage bei Uniper erneut verdeutlicht hat – angeblich verliert das Unternehmen pro Tag 30 Millionen Euro durch die Mehrkosten beim Gaseinkauf. Auch würde ein Einstieg des Staats über eine Investition in das Eigenkapital des Unternehmens bedeuten, dass die Anteile der bisherigen Aktionäre verwässert werden. Ihre Anteile haben dann ein geringes prozentuales Gewicht. Wenn zukünftig jede einzelne Aktie womöglich einen deutlich geringeren Anteil am Unternehmen verkörpert, ist es nur logisch, dass die Börse dies einpreist in Form fallender Kurse.

Laut gestrigen Meldungen könnte der Bund mit 9 Milliarden Euro bei Uniper einsteigen – womöglich in Form von Krediten und Eigenkapital. Wenn man bedenkt, dass Uniper einen Börsenwert von derzeit nur noch 4,35 Milliarden Euro hat, und der Bund eventuell mit einigen Milliarden Euro ins Eigenkapital geht, würden die Altaktionäre eine enorme Verwässerung ihrer Anteile erleben! Übrigens: Der finnische Energieversorger Fortum Oyj ist mit 78 Prozent Anteil bisher noch der Hauptaktionär bei Uniper (hier alle Details zur Aktionärsstruktur).

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Hat die Aktie inzwischen zu stark gelitten?

Nach dem gestrigen starken Absturz der Aktie von -27,58 Prozent kann es heute womöglich eine technische Erholung geben. Wenn die Aktie heute aber im Tagesverlauf weiter abrutscht, wäre das ein Beleg für die wirklich düstere Einschätzung der Börsianer für Uniper, was man in Form eines Abverkaufs ausdrückt. Es ist aber durchaus möglich, dass der Kurssturz der Uniper-Aktie inzwischen übertrieben worden ist. Laut aktuellen Berichten (siehe hier Handelsblatt) soll die Marktkapitalisierung von Uniper inzwischen sogar deutlich unter dem Wert des Gases in den eigenen Speichern liegen, so sagt es ein Bankanalyst.

Kann man jetzt günstig in die Aktie einsteigen? Die Ungewissheit über die Größenordnung der anstehenden Staatsrettung, über das Ausmaß der Verwässerung der Altaktien, den Verlauf der Gaspreise und die Weitergabe der Einkaufskosten, lasten auf der Aktie. Aber wer Hochrisiko-Investor ist, sieht eventuell bei so niedrigen Kursniveaus seine Chance? (Achtung, das war natürlich keine Kaufempfehlung).

Entwicklung der Uniper-Aktie in den letzten vier Wochen



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