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Was uns die EZB sagen will

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Von Kilian Kimmel

Unsere allseits bekannten und beliebten Crash-Propheten haben auf ganzer Linie versagt. Jetzt sieht sich die EZB sogar gezwungen, fast genötigt, die eigentliche Funktion dieser Versager zu übernehmen und sich selbst und uns vor einem Crash zu warnen, vor einem Platzen einer Blase, die sie selbst kräftigst aufgepumpt haben. Verrückte Welt oder was steckt dahinter ?

Zu Beginn des kommenden Jahres wird die Europäische Bankenunion ihre Arbeit aufnehmen,  eine EU-weite Finanzaufsichtsbehörde unter Aufsicht der EZB. Im Vorfeld gibt es noch den AQR, den Bankenstresstest für 128 Institute. Damit bei diesem Asset Quality Review nichts schief geht, müssen einerseits die Banken ihre faulen Kredite und toxischen Papiere aus der eigenen Bilanz in Schattenbanken auslagern – und andererseits sorgt die EZB durch weitere Zinssenkung dafür, dass die Bankbilanzen besenrein der neuen Aufsichtsbehörde übergeben werden können. Wie funktioniert das ?

Der aktuelle Zinssatz geht in den Verlauf der Zinsstrukturkurve mit ein. In der Bankbilanz müssen Anlagen, z. b. Wertpapiere, nach dem sog. Mark-To-Market-Prinzip ausgewiesen werden, d. h. mit dem aktuellen Marktwert bzw. dem aktuellen Barwert. Da Barwert und Zinssatz sich zueinander reziprok verhalten, steigt der Barwert, wenn der Zinssatz sinkt.

Fazit: Bei einer Zinssenkung der EZB führt dies über die Anpassungsprozesse der Zinsstrukturkurve dazu, dass die Bewertung der Wertpapiere nach dem Mark-To-Market-Prinzip einen höheren Barwert ausweisen können – Bankbilanzen werden durch die Niedrigzinspolitik besser bewertet.

Würde jetzt der Zinssatz nochmals halbiert, auf 0,125 Prozent, würden sich die Barwerte in den Bankbilanzen mit dem Faktor 2 erhöhen.

Angesichts dieser geschönten Bilanzen kann man von einem ernsthaften Stresstest nicht sprechen. Das ist auch nicht gewollt. Niemand, auch nicht die größte Zombiebank, darf an diesem Stresstest scheitern. Dazu passt auch, dass die EZB einen Roll-Over fälliger Papiere für marode Banken plant: vor ca. 3 Jahren hat die EZB  den Banken in Form eines Mengentenders zinsgünstig einen Betrag von 1 Billion Euro zur Verfügung gestellt (LTRO). Davon sind bis dato 300 Milliarden Euro noch nicht getilgt worden, Fälligkeitstermin 1. März 2015.

An uns gerichtet wird kommuniziert, dass die morgige Zinssenkung die böse Deflation bekämpfen soll, ich glaube, dass es ausschließlich um den Bilanzeffekt bei den Banken geht.

Nicht ohne Grund warnt die EZB vor einem Crash, sie wissen wie katastrophal die Bankbilanzen aussehen und es soll zugleich eine Warnung an die kriselnden EU-Regierungen sein, die jetzige Geldpolitik der EU durch fehlende Unterstützung nicht  zu konterkarieren. Ein Politikwechsel der EZB  würde zu einem Kollaps der Finanzmärkte führen. Das wollte uns die EZB sagen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – der schwache US-Dollar

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es geht um einen Rückblick auf den starken Juli. Und es geht um die Frage, ob der schwache US-Dollar denn nun gut oder schlecht ist für die Wall Street.

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Auch Corona kann Apple nicht bremsen – Werbung

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Lieber Börsianer,

das zweite Quartal 2020 wird als eines der paradoxesten in die Wirtschaftsgeschichte eingehen. Obwohl nahezu alle Unternehmen rote Zahlen schreiben, stiegen die Kurse an den Börsen nach der März-Korrektur beinahe unaufhaltsam nach oben. Da ist es doch um so erfreulicher, wenn man Aktien im Depot hat, bei denen die Kursentwicklung tatsächlich auf einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung basiert.

Fakt ist: die Tech-Branche ist der größte Profiteur der Corona-Pandemie. Im Vergleich zu nahezu allen anderen Branchen wurden die Geschäftsmodelle von Digitalkonzernen nicht von Corona beeinträchtigt. Vielmehr befeuerte die Pandemie das Geschäft. Die Stichworte sind: Online-Shopping, Streaming, Homeoffice. In einer Zeit, in der viele andere Dinge nicht möglich sind, schlägt die Stunde der Digitalanbieter.

Trotzdem befinden wir uns inmitten der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Weltweit sind viele Menschen zur Sparsamkeit gezwungen. Natürlich wird nun niemand wegen Corona sein Netflix-Abo kündigen. Aber große Ausgaben, die nicht zwingen notwendig sind, werden in Zeiten von Corona überlegter und häufig auch später getätigt.

Vor diesem Hintergrund finde ich die Quartalszahlen von Apple einfach nur beeindruckend. Das Unternehmen macht 78% seines Umsatzes mit dem Verkauf von hochpreisiger Hardware. Anscheinend trifft die Annahme der Corona-bedingten-Sparsamkeit nicht auf die Kunden des Unternehmens zu.

Obwohl der gesamte Smartphone-Markt im zweiten Quartal um 16% eingebrochen ist, konnte Apple den iPhone-Absatz um 11% steigern. Hierbei half vor allem die extrem günstige Neuauflage des iPhone SE. Kurz vor Corona präsentierte Apple dieses…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Andre Stagge über den Freitagsindikator – hochinteressantes Video!

Claudio Kummerfeld

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Der Experte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden aktuellen Video den “Freitagsindikator”, und inwiefern man damit eine Prognose auf die kommende Börsenwoche geben kann. Den YouTube-Kanal von Andre Stagge finden Sie hier.

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