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Ups! Credit Suisse sieht Parallelen zu 1929!

Hurra, die US-Indizes auf neuen Allzeithochs, nachdem Donald Trump gestern das große Steuergeschenk angekündigt hatte. Und die Annahme der Wall Street ist: das geht so weiter, das muß so weiter gehen. Wirklich?

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FMW-Redaktion

Hurra, die US-Indizes auf neuen Allzeithochs, nachdem Donald Trump gestern das große Steuergeschenk angekündigt hatte. Und die Annahme der Wall Street ist: das geht so weiter, das muß so weiter gehen. Aber es gibt da ein paar Warnhinweise, etwa durch die Fed. Die amerikanische Notenbank führt quartalsweise eine Umfrage unter Banken durch über ihre Kreditkonditionen („Senior Loan Officer Opinion Survey on Bank Lending Practices„), mithin ob sie bei der Kreditvergabe laxer oder strenger vorgehen. Und da springt etwas ins Auge, was sonst eigentlich nur während einer Rezession passiert: die Banken verschärfen ihre Kreditbedingungen für Kredite an Handel und Industrie (commercial and indsutrial lending, C&I). So heißt es in dem Bericht der Fed:

„Most domestic banks that reportedly tightened either standards or terms on C&I loans over the past three months cited as an important reason a less favorable or more uncertain economic outlook. Significant fractions of such respondents also cited deterioration in their current or expected capital positions; worsening of industry-specific problems; reduced tolerance for risk; decreased liquidity in the secondary market for these loans; deterioration in their current or expected liquidity positions; and increased concerns about the effects of legislative changes, supervisory actions, or changes in accounting standards.“

Man wird also seitens der amerikanischen Banken deutlich vorsichtiger bei der Kreditvergabe, weil man für die wirtschaftliche Entwicklung skeptisch ist und sich die Lage der Unternehmen zu verschlechtern scheint. Die USA haben nun einen Aufschwung hinter sich, der schon deutlich länger dauert als der normale Zyklus, und während die Märkte erwarten, dass nun alles noch besser wird, sprechen die historischen Wirtschaftszyklen dagegen.

Und genau darüber macht sich auch die Credit Suisse Sorgen – man erwartet steigende Arbeitskosten für die US-Unternehmen und sieht den Aufschwung in den USA in einer sehr späten Phase. Und während auf der einen Seite alle Indizes, die politische Unsicherheit messen, auf Allzeithochs stehen, sind die Bewertungen bei den US-Indizes faktisch so hoch wie seit 1929 nicht mehr, sagt die Credit Suisse. Die schweizer Bank bezieht sich dabei auf die die Kennzahl price-to-equity (P/E), also das Verhältnis zwischen der von der Börse gepreisten Marktkapitalisierung eines Unternehmens und seiner Vermögenswerte (equity).

Mithin ist also die beste aller Welten eingepreist, und gleichzeitig die Volatilität beim S&P500 (gemessen am VIX-Future) so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr, nur noch knapp über dem Allzeittief. Wenn man nun die Kennzahl price-to-equity (P/E) in Relation zum Angstbarometer VIX setzt und damit eine Kennzahl erhält für die Beziehung zwischen Preis und wahrscheinlichem Ertrag eines Investments, sieht das dann so aus:

Und genau darüber macht sich Credit Suisse Sorgen: das Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag stimmt nicht mehr bei Aktien im S&P500, daher sei ein plötzlicher Schock jederzeit möglich. Dieses Risiko eines Schocks sieht die Bank übrigens in einem extrem schnellen Anstieg der Renditen für US-Anleihen, mithin könnten also Verwerfungen am Anleihemarkt dann auf die Aktienmärkte ausstrahlen und so die derzeitige Vertrauensseligkeit abrupt beenden. Aber diesmal, diesmal ist ja sicher alles anders..


Noch mehr Geld scheffeln, läuft doch alles nach oben..
Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0)

11 Kommentare

11 Comments

  1. isntit

    10. Februar 2017 14:25 at 14:25

    liebe FMW-Redaktion,
    ich dachte immer, P/E Ratio bedeutet Price-to-Earnings Ratio, also nicht anderes als Kurs-Gewinn-Verhältnis. Das ergibt auch eine kurze Google-Suche …
    ???

    • Markus Fugmann

      10. Februar 2017 15:22 at 15:22

      @isntit, ist beides richtig, meist wird mit P/E Ration Price-to-Earnings bezeichnet, aber eben auch unser Beispiel, das häufig als Price-book Ratio bezeichnet wird. Siehe dazu folgende Definition:

      What is the ‚Price-To-Book Ratio – P/B Ratio‘

      The price-to-book ratio (P/B Ratio) is a ratio used to compare a stock’s market value to its book value. It is calculated by dividing the current closing price of the stock by the latest quarter’s book value per share.

      Also known as the „price-equity ratio“.

  2. Toni

    10. Februar 2017 14:29 at 14:29

    Credit Suisse ist skeptisch,Blackrock als weltweit grösster Vermögensverwalter ist skeptisch, Soros als erfahrener Anleger wettet seit Monaten gegen den U. S Markt ,ich frage mich,wer interessiert ist die Börsen immer höher zu treiben. Wenn es wirklich die Notenbanken sind, die keine Korrektur mehr zulassen, sind sie es,die den nächsten Crash provozieren, der dann umso heftiger sein wird. Sind sich die Verantwortlichen dessen bewusst?

    • joah

      10. Februar 2017 16:51 at 16:51

      Einfach einen Blick auf die Börse in Venezuela werfen: Höchstkurse („hurraa“!), aber die Leute rennen real Brot und Wasser hinterher. Dort „freut“ sich realistisch betrachtet nur noch deren Zentralbank… als Einziger.

  3. joah

    10. Februar 2017 14:32 at 14:32

    Diesmal ist es wirklich anders – nur eben leider ganz anders…

  4. Walter Schmid

    10. Februar 2017 15:09 at 15:09

    Wieder ein wichtiger Beitrag von FMW! Je weiter die US-Indizes steigen, desto heftiger wird der „plötzliche Schock“. Zuerst werden sich die Bullen die Augen reiben, dann kommen die Tränen.

  5. leser

    10. Februar 2017 15:42 at 15:42

    Das ging aber schnell!
    Den Kommentar heute morgen veröffentlicht,

    „Die FED und der Bund-Future werden die Richtung zeigen. Und Letzterer sieht aus, als ob der Weg vom Gipfel in die Ebene begonnen hat. Solange der Dax unter 12.390 bleibt, ist er ebenfalls im Abwärtsmodus.“

    und schon von der CS abgeschrieben…

  6. Wolfgang Koch

    10. Februar 2017 16:50 at 16:50

    Ein tröger, ostwestfälischer(Finanz)- Kabarettist,eröffnet seine Sessions stets mit:Hallo ers mal,ich wusste gar nicht,dass Sie es wussten.,..Rüdiger Hoffmann ist,ohne halloersmal zu wissen zur EZB-Grösse mutiert,quasi der Draghi aus Bielefeld!Ich komme selbst aus der Finanzmetropole Aschaffenburg,daher weiss ich,dass Bielefeld-Ost die Wall-Street nicht sonderlich beeindruckt.Der Rüdiger &Ich wird demnächst aber zu einer ernstzunehmenden Grösse im DOW-Downsizegame!

    • Gixxer

      12. Februar 2017 13:26 at 13:26

      Aschaffenburg?!
      Das liegt ja quasi ums Eck.

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Aktienrückkäufe: Kontroverses Thema im Detail besprochen

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Der Börsen-YouTuber Jens Rabe bespricht aktuell ausführlich das Thema Aktienrückkäufe. Und er sagt es ganz zu recht. Es ist ein kontroverses Thema! Im Video spricht er die Grundthematik an wie auch das Pro und Contra. Wir meinen: Kurzfristig und vordergründig mögen Aktienrückkäufe für die Aktionäre vielleicht reizvoll sein. Aber langfristig entziehen sie dem Unternehmen Cash, das man besser für Zukunftsinvestitionen nutzen sollte. Auch haben viele US-Konzerne in den letzten Jahren auf Pump (die tollen Niedrigzinsen) eigene Aktien zurückgekauft. Was für ein Wahnsinn. Und dann am Ende landen einige dieser Unternehmen im Voll-Desaster, siehe General Electric. Aber schauen Sie selbst das folgende Video (bitte erst ab Minute 3 gucken, dann ersparen Sie sich das Intro-Gelaber).

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Vapiano: Kurze Pause vom Dauer-Desaster

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Die Vapiano-Aktie ist ein Dauer-Desaster. Kommen die meisten Kunden irgendwann auf den Trichter, dass Kantinen-Flair zu Restaurant-Preisen doch nicht das Wahre ist? Mal ganz zu schweigen vom teilweise langen  Schlangestehen? Da nützt auch kein Olivenbaum mit Holztisch für ein hippes Ambiete, um das grundlegende Problem zu kaschiren? Gut, das mag ein langfristiges Problem sein, ob die Kunden dem angeblich hippen Restaurant-Betreiber auch in Zukunft die Bude einrennen.

Aber schauen wir doch mal zurück bis zum Börsengang von Vapiano. Im Jahr 2017 mit 24 Euro als ersten Börsenkurs hat die Aktie bis heute eine katastrophale Entwicklung hingelegt. Aktuell notiert die Aktie bei 6,03 Euro, was gegenüber gestern Abend ein Plus von 1,69% darstellt. Bei der ganz aktuellen Nachrichtenlage ist das ein Witz. Denn eigentlich hätten heute mal locker +5% drin sein können? Denn immerhin hatte Vapiano heute Nacht etwas Erfreuliches zu verkünden. Zitat:

Am heutigen Tage hat Vapiano die Refinanzierungsverhandlungen zur finanziellen Restrukturierung der Gesellschaft sowie zur weiteren Umsetzung der strategischen Neuakzentuierung erfolgreich abgeschlossen. Die Gesellschaft hat die verbindlichen Kreditzusagen im Gesamtvolumen von rund 30 Mio. EUR von den finanzierenden Banken und den Großaktionären Mayfair Beteiligungsfonds II GmbH & Co. KG, VAP Leipzig GmbH & Co. KG und Exchange Bioset GmbH & Co. KG erhalten. Die finale Dokumentation erfolgt in Abstimmung mit den kreditgebenden Banken bis Mitte Juni 2019.

Zwei Mal schon hatte Vapiano die Veröffentlichung seines Jahresabschlusses verschoben. Eigentlich sollte es heute so weit sein. Aber aufgrund weiterer Anforderungen an die Dokumentation der ausgehandelten Refinanzierung werde der Jahresabschluss auf den 18. Juni verlegt, wie man es aktuell verkündet hat.

Tja, erstmal 30 Millionen frisch aufs Konto, aber als Kredit wohlgemerkt! Die Begeisterung hält sich aber doch in Grenzen. Nur ein winziges Kursplus. Seit Oktober 2018 befindet sich der Kurs in einem fast komatösen Zustand, seitwärts auf extrem niedrigem Niveau. Dieser heutige Mini-Anstieg ist da noch nicht mal im Chart wahrnehmbar. Ahnen die Aktionäre, dass diese 30 Millionen Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind? Fehlt der Glaube an einen dauerhaften nachhaltigen Erfolg des Konzepts?

Vapiano in Fürth
Vapiano in Fürth. Foto: VAPIANO CC BY-SA 4.0

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Aktien

Giovanni Cicivelli: Rückschau auf gute Trades und Vorschau auf neue Ideen

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An dieser Stelle nur eine ganz kurze Rückschau und auch Vorschau. Es gibt neue Forex-Ideen für den heutigen Freitag, und auch einiges bei Aktien zu beachten. Wollt ihr das vollständige Video von heute sowie für die kommenden Tage sehen, dann meldet euch einfach hier an. Es ist kostenlos.

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