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Uran-Aktien profitieren von US-Initiative – Drang nach Kernkraft

Es gibt einen weltweiten Ansturm auf Uran, mehr Kernkraftwerke sollen Strom liefern. Uran-Aktien steigen. Jetzt pusht eine US-Initiative.

Uran-Anlage in den USA
Uran-Anlage in den USA. Foto: Mark Felix/Bloomberg

Auch wenn man es in bestimmten Kreisen in Deutschland nicht hören will: Weltweit gibt es im Zuge der Abkehr von fossilen Energielieferungen aus Russland und wegen dem Wunsch nach CO2-Reduktion eine weltweite Renaissance der Kernenergie. Entsprechend profitieren Uran-Aktien! Und die Aktien von Uran-Bergbauunternehmen steigen aktuell weltweit an, nachdem die US-Regierung laut Bloomberg bekanntgegeben hat, dass man Angebote zur Steigerung der heimischen Produktion von Kernbrennstoff einholt, um die nationale Energiesicherheit zu erhöhen. Wie das US-Energieministerium gestern mitteilte, fordert man US-Unternehmen zur Einreichung von Vorschlägen für die Herstellung von Brennstoff für fortgeschrittene Reaktoren auf, sogenanntes High-Assay Low-Enriched Uranium (HALEU). Man plant bis zu 500 Millionen Dollar in die Projekte und andere Vorhaben zur Umwandlung von HALEU in chemische Vorstufen für Kernbrennstoffe zu investieren.

Uran-Aktien haussieren

Nordamerikanische Uran-Bergbauunternehmen wie Global Atomic und NexGen Energy stiegen nach der Ankündigung, während australische Unternehmen wie Paladin Energy und Deep Yellow am Mittwoch aufgrund der Aussicht auf höhere Preise ebenfalls stark zulegten. Die Uran-Investmentgesellschaft Yellow Cake Plc kletterte heute bei Handelseröffnung in London auf einen Rekordwert und baute damit den Gewinn des letzten Jahres um 65 % aus.

Grafik zeigt Verlauf der Uran-Aktie Yellow Cake

Der folgende Chart zeigt die Entwicklung der vorigen Aktien in den letzten zwölf Monaten. Abgesehen von Global Atomic (-24 %) legten die anderen Uran-Aktien kräftig zu mit Steigerungen zwischen +47 % und +74 %.

Grafik zeigt prozentuale Entwicklung von Uran-Aktien in den letzten zwölf Monaten

USA verstärkten Bemühungen wegen anstehender Abkehr von Russland

Die US-Regierung von Joe Biden verstärkt ihre Bemühungen, die Anreicherung voranzutreiben, nachdem das US-Repräsentantenhaus für ein Gesetz gestimmt hat, das die Einfuhr von angereichertem Uran aus Russland, dem wichtigsten ausländischen Lieferanten des Landes, verbieten würde. Obwohl das Gesetz im Senat noch nicht verabschiedet wurde und erst später in diesem Jahrzehnt in Kraft treten würde, hat es dem Preisanstieg für Kernbrennstoffe neuen Auftrieb gegeben.

Bloomberg berichtete letzten Monat, dass Tenex, ein russisches staatliches Uran-Unternehmen, amerikanische Kunden gewarnt hatte, dass der Kreml die Ausfuhr seines Kernbrennstoffs präventiv stoppen könnte, falls die Gesetzgeber in Washington das Gesetz verabschieden. Die Muttergesellschaft Rosatom bestritt, dass Tenex dies getan habe.

Run auf Uran

Die Futures, die den Spotpreisen für die als Yellowcake bekannte Rohform von Uran folgen, erreichten am Dienstag ein 15-Jahres-Hoch. Sie haben sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt, als die westlichen Bemühungen um mehr Energiesicherheit und geringere Emissionen eine weltweite Renaissance der Kernenergie auslösten. „Die weltweite Rückbesinnung auf die Kernenergie schafft Chancen und Herausforderungen“, sagte John Ciampaglia, Vorstandsvorsitzender von Sprott Asset Management, Anfang des Monats. „Wir müssen Lieferketten wieder aufbauen, die es schon lange nicht mehr gibt.

Die NuScale Power Corp. – das erste Unternehmen mit einer US-Zulassung für einen kleinen Kernreaktor – hat im November seine Pläne für den Bau eines Kraftwerks aufgegeben, was dazu geführt hat, dass die Entwicklungskosten in die Höhe geschnellt sind und die Produzenten in eine prekäre Lage gerieten. In diesem Monat entließ das Unternehmen mehr als ein Viertel seiner Belegschaft.

Eines der Versprechen kleinerer Reaktoren besteht darin, dass sie einfacher zu bauen sind und Kostenüberschreitungen und Verzögerungen, die bei der Entwicklung konventioneller Großreaktoren häufig auftreten, vermieden werden können. Ein riesiges neues Kernkraftwerk der Southern Co. in Georgia wurde im Juli mit sieben Jahren Verspätung und einem Budget, das sich auf über 30 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt hat, in Betrieb genommen.

FMW/Bloomberg



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7 Kommentare

  1. Ja, Uran muss man ständig nachkaufen, den Atommüll darf man behalten die nächste Million Jahre. Das Risiko trägt der Steuerzahler. Und der Bau eines AKW funktioniert ohne Subventionen sowieso nicht. Der Irrsinn ist nur erklärbar dadurch, dass Politiker offen oder heimlich sich Atomwaffen wünschen.

    Es gäbe eine ähnlich starke Energiequelle, die baut man einmal und muss tausend Jahre keinen Brennstoff nachkaufen. 6 Gigawatt wären möglich mit einer Geothermiebohrung, die nahe genug an die Magmakammer eines schlafenden Vulkans herankommt. Vielleicht im Oberrheingraben oder in Böhmen. Das würde den Vulkan jahrtausendelang abkühlen, so dass er nicht mehr ausbrechen kann. Und mit dem 350 Grad heißen Wasser kann man ebenso lange Energie erzeugen in der Menge wie das bisher ein AKW schafft. Nur dass der Dampf nicht von Atomkernen erhitzt wird, sondern vom Erdkern. Ist also irgendwie auch eine Kernenergie, mit der sich der Erdkern erhitzt. Die Kosten wären geringer als mit Kernfusion zu spielen und der Ertrag wäre dauerhaft. Natürliche Radioaktivität kann vorkommen, ist aber harmlos im Vergleich zu atomar verseuchtem Kühlwasser, das bisher schon im Meer entsorgt wird., Es besteht die Gefahr, dass die Magmakammer des Vulkans angebohrt wird. Dann füllt sich das Bohrloch teilweise mit Lava, aber man ist dann ja nahe genug am heißen Magma dran. Nur bei einem bereits unter hohem Druck stehenden Vulkan könnte das Anbohren einen Vulkanausbruch auslösen. Weil dann die Druckminderung an der Stelle auch das andere Magma zum kochen bringt. So ein Vulkan wäre sowieso irgendwann ausgebrochen und der Ausbruch ist viel unschädlicher als ein AKW GAU.

    Trotzdem riskiert man lieber einen radioaktiven AKW GAU, den niemand versichern will, als einen natürlichen Vulkanausbruch, der von selber wieder aufhört, aber wohl auch nicht einfach zu versichern wäre. Da wird beim Risiko mit zweierlei Maß gemessen zugunsten des gefährlicheren Vorhabens, weil das ja einen Zugang zu Atomwaffen ermöglicht. Dann ist es das Risiko wert. Aber tausend Jahre eine sichere Energieversorgung zu haben ist kein Risiko wert.

    1. Ich frage nur für einen Freund: Bis in welche Tiefe genau muß man bohren um an 350° heißes Wasser zu gelangen und welches Unternehmen genau hält die dafür notwendige Technologie vor, also heute, oder erst in 10 Jahren, oder vielleicht auch erst 100 Jahren ? „Anbohren eines Vulkans“ – herrlich, ich liebe solche Geschichten.

      1. Magmakammern wurden bereits versehentlich angebohrt bei Geothermieprojekten. Ich glaube es war in Island. Die Vulkane blieben aber friedlich. So war das keine Schlagzeilen wert. In Deutschland müsste man etwas tiefer bohren. Aber das können wir ja auch. In Windischeschenbach entstand ein tiefes Loch ohne kommerziellen Nutzen, nur für wissenschaftliche Zwecke. So weiß man, wie sich Gestein in großer Tiefe verhält. Einziges Hindernis: Es ist teuer und eine Investition in die Zukunft, die sich erst langfristig rentiert. Dafür ist kein Geld da. Und bei den Zinsen schon gar nicht. Aber von neuen AKW kann man schon träumen.

        1. @Ferdl, ich befürchte, mit dem Begriff Vulkan haben Sie jemanden getriggert und zugleich überfordert. Das dürfte für viele einfach nur ein mindestens 3000 Meter hoher, spitzkegliger Berg mit einem Loch in der Mitte sein 😄

          Zu der Forschungsbohrung in Windischeschenbach möchte ich noch ergänzen, dass dabei in den ersten 4.000 Metern äußerst penibel und zerstörungsfrei als Kernbohrung gearbeitet wurde, um eine kontinuierliche Abfolge hochwertiger Bohrkerne zu erhalten. Der Standort wurde bewusst ausgewählt, um Erkenntnisse über die Erdkruste im Allgemeinen und ursprüngliche und zum Teil sehr dichte und harte Gesteinsschichten an der Nahtstelle von ehemaligen Kontinentalplatten der Urkontinente vor 350 Millionen Jahren im Besonderen zu erhalten.

          Die Gesteinsmassen sind in der Region so dicht, dass eine höhere Erdanziehungskraft gemessen werden kann.
          Um das nicht zu unterschätzen: Wo immer das unter Ozeanen der Fall ist, wird soviel Wasser angezogen und gebunden, dass die Meerespegel bis zu 200 Meter höher sein können, als in Regionen mit geringer Massendichte im Untergrund. Dadurch können lokal sogar Meeresströmungen unterbrochen bzw. umgelenkt werden, weil das Wasser wegen der Gravitation einfach kaum mehr fließt.
          Herrlich, ich liebe solche Geschichten 😉

          Für Geothermie kann durchgehend „zerstörerisch“ gebohrt werden, hier geht es nur darum, möglichst schnell und günstig in entsprechende Tiefen zu gelangen. Zudem finden sich geothermisch interessante Bereiche auch in ganz anderen, wesentlich leichter zu erbohrenden Schichten der Erdkruste.

          Anbei mal ein Link zu einer verwandten Technologie, die ebenfalls sehr interessant ist.
          https://www.cleanthinking.de/quaise-energy-ueberkritische-geothermie/

        2. Übrigens hat schon Nostradamus prophezeit, dass überraschend eine neue Energieform entdeckt wird, die aus der Erde kommt.

          Die Zukunft wird heute aus Ideen und Geld gemacht. Taxonomie soll das Geld in eine erwünschte Richtung lenken. Früher waren Ideen eine Bedrohung, daher mussten sie so abstrakt wie möglich aufgeschrieben werden. Und weil Nostradamus so abstrakt und nicht konkret ist, kann man seine Ideen zu allen Zeiten wiederverwenden. Damals wie heute sind neue Ideen unerwünscht, weil sie Macht und Reichtum derjenigen gefährden, die mit alten Ideen reich und mächtig geworden sind. Das begünstigt eine Fortführung alter Irrwege wo es längst etwas Besseres gäbe.

  2. Wir wissen ja inzwischen, dass Börse die Zukunft handelt. Aber ist der Run auf Uranaktien bei Planungs- und Bauzeiten von 20 Jahren nicht etwas verfrüht? 😂

  3. Logisch das reine Uranhändler (wie Yellow Cake Plc) profitieren wenn das Uran knapp wird und Uranminer (wie Global Atomic) die im Niger tätig sind verlieren. Das kommt aber nicht aus dem Artikel so raus, auch nicht das es in den USA so gut wie keine Förderung (global gesehen) gibt, aber eine riesige Abhängigkeit/Bedarf an Uran von anderen Ländern.

    Ich empfehle dazu mal die Abb. 2:
    https://www.bundestag.de/resource/blob/509082/5594603c3ecf27933ad76d31faf89c27/uran-als-kernbrennstoff-data.pdf

    Bin ich froh das Deutschland aus der Sch*** draußen ist und keine Milliarden mehr an Militärkosten in Mali (dem Nachbarland von Niger *zwinker* *zwinker*) mehr versenken muss.

    Global Atomic: Sitz in Kanada und fördert in Niger!!!
    Yellow Cake Plc: Die US-Firma erwirbt, verkauft und lagert nur Uran, kein Mining!!!

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