Die US-Konjunktur wächst aktuell so stark wie seit fast zwei Jahren nicht mehr, so zeigen es Daten von 14:30 Uhr. Warum deswegen US-Aktien fallen? Eigentlich ein Paradox! Gleichzeitig sehen wir aktuell einen sprunghaft steigenden Dollar und steigende Anleiherenditen.
Im Chart sehen wir eingekreist den Zeitpunkt 14:30 Uhr, als diese Daten gemeldet wurden: Das US-BIP liegt für das zweite Quartal bei annualisiert +3,8% und damit deutlich höher als erwartet (Prognose war +3,3%). Seitdem fallen US-Aktien (rote Linie US100 Tech CFD), gleichzeitig steigen Dollar und Anleiherenditen (zehnjährige Laufzeit von 4,15 % auf 4,18 %). Warum? Durch die robustere US-Konjunktur sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank im Oktober erneut die Zinsen senken wird, nach ihrer ersten Senkung letzte Woche.
Der von Donald Trump zur Fed entsendete Entscheider Stephen Miran sagte erst vor gut zwei Stunden, wegen der Anfälligkeit der US-Konjunktur müssten die Zinsen schnell und kräftig gesenkt werden. Aber diese aktuell starken Konjunkturdaten sprechen dagegen – bis zur nächsten Veröffentlichung von anderen Daten, die diese Ansicht schon wieder ändern können? US-Aktien jedenfalls spielen aktuell das „Game“, das da lautet: Schwindende Zinssenkungshoffnungen dämpfen die Aussicht auf stark sinkende Kreditkosten für Verbraucher und Unternehmen in den USA, das ist schlecht für Nasdaq, S&P 500 und Co. Dass eine robuste US-Konjunktur an sich auch positiv für US-Aktien sein könnte – dieses Idee wird derzeit ignoriert.
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