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US-Aktien: War es das schon wieder mit der Korrektur?

US-Aktien im Fokus

Nach einer Woche leicht fallender Kurse beim Schwergewicht S&P 500 und stärkerer Abgaben beim Nasdaq von bis zu fünf Prozent, haben sich US-Aktien am gestrigen Tag stark erholt und sogar ein winziges Kaufsignal geliefert. Was war der Grund, wieder einmal ein „Donˋt fight the Fed“?

Anstieg der US-Aktien trotz steigender Zinsen

Börse bizarr, die Rendite für die 10-jährige US-Staatsanleihe macht einen neuen Sprung nach oben und dennoch erholen sich die US-Aktien wie von Geisterhand. War es der Satz von Fedchef Jerome Powell, dass es mehr als drei Jahre dauern könnte, bis die Teuerungsrate drei Prozent erreichen würde? Hieße das nicht, dass es damit nicht zu einem größeren Schub bei der Inflation kommen werde, die Zinsanstiege sich bald wieder beruhigen sollten? Eine ganz starke Dosis an Beruhigungsmitteln, die der Notenbankchef in den beiden Tagen seiner Anhörung vor der Politik an die Märkte verteilt hat. Diese Wirkung ist auch am Folgetag in Asien zu verspüren, wo sich die Befürchtungen verflüchtigt haben, dass eine höhere Inflation die Zentralbank zur Reduktion des Geldflusses veranlassen könnte. Noch wirkt ein jahrelanges Marktprinzip: „Stelle dich nie gegen die US-Notenbank!“

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Die Branchenrotation läuft

Wie schon unzählige Male angedeutet, der Blick der Börsen richtet sich nicht auf das aktuelle, ja nicht einmal auf das folgende Quartal. Man blickt auf die Zeit nach Jahresmitte, also im Prinzip nach Corona. Sehr gut erkennbar an den derzeit gekauften Branchen. Riesige Sprünge bei US-Aktien wie Reise- und Fluggesellschaften, Kreuzfahrtlinien, Energie- und Finanzwerten, schließlich dürfte die Versteilung der Zinskurve anhalten. Wie stark der Rebound bei den Coronaopfern ist, erkennt man schon allein daran, dass der spürbare Rückgang bei einigen Techwerten, trotz ihrer gigantischen Marktkapitalisierung noch nicht in eine starke Korrektur gemündet ist. Wieder einmal ein Beispiel für die die Nichtprognostizierbarkeit von Börsenentwicklungen. Wer hätte noch im letzten Jahr geglaubt, dass größere Abschläge bei Apple, Amazon, Tesla und Weiteren so ohne Großschäden ablaufen würden?

2021, das schlechteste Anleihejahr seit Jahrzehnten?

Wie lange wurde eine Zinswende schon vorhergesagt? Seit einigen Jahren prognostiziert man schon heftige Kursverluste bei den Anleihen, aber selbst im Jahr des Kommunikationsgaus von Jerome Powell (2018) gab es zumindest keine breiten Verluste. 2019 und 2020 aber noch einmal 8,7 und 7,5 Prozent Gewinn, das rezibroke Verhältnis von fallenden Zinsen und steigenden Kursen machte wahrscheinlich ein letztes Mal von sich reden. Das schlechteste Anleihejahr seit dem Ende der Hochzinsphase 1981 war das Jahr 1994, in dem es akkumuliert und 2,9 Prozent nach unten ging. Das laufende Jahr ist auf dem besten Weg diese Negativzahl zu brechen, bei der 10-jährigen US-Treasury hätte man durch den Anstieg von 0,92 Prozent auf 1,435 Prozent schon mehr verloren, aber es gibt ja noch andere Laufzeiten, die die aufgelaufenen Verluste eindämmen.

Nichtsdestotrotz: Selbst die auf 1,435 Prozent gestiegene 10-Jährige hat immer noch ein KGV von fast 70. Kein großer Aktienindex kommt auf eine so teure Bewertung, was wieder einmal verdeutlicht, wie groß die Blase ist, die sich auf den Rentenmärkten durch das jahrelange Quantitative Easing aufgebaut hat.

Fazit

Es gehört nicht viel Fantasie dazu, um festzustellen, dass das Anlegerjahr 2021 ganz andere Konditionalitäten erleben wird, als das Ausnahmejahr 2020. Das Erwachen der Sphinx (Inflation), ein Verlustjahr für Anleihenbesitzer, gleichzeitig vielleicht ein Verlustjahr für US-Aktien nach zwei so grandiosen Perioden wie 2019 und 2020?

28,88 und 16,26 Prozent plus für den S&P 500 gab es hier und dies während einer globalen Krise. Der Markt hat schon viel von einer Erholung der Wirtschaft eingepreist und ein Jahr der Korrektur wäre alles andere als unüblich. Der Durchschnitt beim großen Leitindex hat sich in allen Jahrzehnten immer wieder auf ein Level von 10 Prozent eingependelt.

Was auch kommen kann, ist eine Umkehr der Verhältnisse: Gute Wirtschaftsnachrichten werden (inflations- und zinsbedingt) zu schlechten Börsennachrichten, alles ist möglich, vieles sogar wahrscheinlich.

Ziemlich sicher ist sogar, dass die vielen Prognosen der Experten nicht eintreffen werden, wir erleben gerade Teil eins: Eine Korrektur ist unausweichlich, heißt es seit Wochen – ja aber dann, wenn man sie nicht erwartet.



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