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Aktuell US-Aktienmärkte: Mix aus Gründen belastet die Stimmung

Negativer Blick auf KI, Iran-Krise, höhere Produzentenpreise: Aktuell unterliegen die US-Aktienmärkte einer negativen Stimmung.

Börsenkurse
Grafik: jakkphoto-Freepik.com

Es könnte mal wieder ein Dip Buying Freitag an der Wall Street werden? Möglich ist ja alles! Aber für den Augenblick sehen wir einen gewissen toxischen Mix, der die US-Aktienmärkte belastet. Der S&P 500 fällt heute um 0,6 %, der Nasdaq 100 um 0,45 %. Der Nebenwerte-Index Russell 2000 fällt sogar um 1,92 %. Es findet aktuell also keine Rotation hin zu Nebenwerten statt!

Nvidia verlor gestern nach den Quartalszahlen 5,49 %, heute geht es weiter bergab mit -1,37 %. Dazu kam gestern Abend die Quartalsmeldung der KI-Aktie CoreWeave. Höhere Verluste, höhere Investitionen. Anleger zweifeln an der Tragbarkeit des Geschäftsmodells, die Aktie verliert heute 16 %. Oben drauf kam heute Mittag noch die Meldung, dass sich ChatGPT-Anbieter OpenAI 110 Milliarden Dollar an frischem Anlegerkapital besorgt. 30 von Softbank, 30 von Nvidia, und 50 Milliarden Dollar von Amazon. Für die Aktienmärkte ist derzeit offenbar grundsätzlich belastend, dass man am nachhaltigen Wachstum der KI-Story zweifelt. Können die dramatisch ansteigenden Investitionen wirklich durch genug Umsätze abgedeckt werden? Das ist die große Frage. Auch meldet der Zahlungsanbieter Block die Entlassung von 40 % der Belegschaft, weil man dank KI auf das Personal verzichten kann. Dies schürt im Augenblick Ängste, dass solche Entlassungswellen breite Teile der Wirtschaft treffen könnten (wird diese Angst schon nächste Woche abgelöst durch eine Euphorie über die Schaffung ganz neuer Arbeitsplätze in der KI-Welt?)

Was wir heute auch sehen: Um 14:30 Uhr wurden in den USA Erzeugerpreise gemeldet, die höher ausfielen als erwartet. Dies spricht dafür, dass weitere Zinssenkungen der Federal Reserve ein Stück weit unwahrscheinlicher werden – ein belastender Faktor für die Aktienmärkte in den USA! Interessant dabei ist: Höhere Preise und daher sinkende Zinssenkungs-Erwartungen sorgen normalerweise für steigende Anleiherenditen. Aber die zehnjährige US-Anleiherendite fällt derzeit weiter auf aktuell 3,97 % (vor vier Wochen noch 4,24 %), auch die deutsch Rendite tendiert weiter abwärts. Was sagt uns das? Anleger suchen sichere Häfen. KI-Unsicherheit, ein drohender Iran-Angriff an diesem Wochenende – der Trade hin zu Sicheren Häfen läuft weiter.

Immerhin kann man derzeit sagen: Große Banken sprechen sich vermehrt für Aktienmärkte in Europa aus, auch Asien läuft wie geschnitten Brot. Günstigere Bewertungen und gute Aktien-Storys locken Geld raus aus den US-Märkten.



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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