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US-Aktienmarkt: Wenn der Markt vom Glauben abfällt, fallen die Kurse

Hannes Zipfel

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Die Skyline von New York City

„Nur noch wenige Federstriche bis zum Phase 1 Deal mit China“ versprach gestern Abend der Direktor des nationalen Wirtschaftsrats der USA, Larry Kudlow. Eine weitere dreiste Lüge, um den US-Aktienmarkt in noch luftigere Höhen zu treiben.

Der US-Aktienmarkt will belogen werden

Die Verlautbarung des Weißen Hauses vom 11. Oktober klingen mir noch in den Ohren: „Die USA und China haben einen substanziellen Phase 1 Deal erreicht“. Leider hat China bis heute keinen derartigen Deal unterzeichnet. Egal, der US-Aktienmarkt nutzte den angeblichen „Durchbruch in den Verhandlungen“, wie eine große deutsche Finanzzeitung damals titelte, um sich zu neuen Allzeithöchstständen aufzuschwingen. Schon am 3. und 4. Oktober versetzte der ehemalige Show-Master Lawrence Alan Kudlow in seiner neuen Funktion als Director of the National Economic Council der USA die Märkte mit Aussagen wie dieser bereits im Vorfeld der Handelsgespräche vom 10. und 11. Oktober in Ekstase: “There could be positive surprises coming out of these talks“.

Schaut man sich den Kursverlauf des US-Leitindex S&P 500 an, könnte man den Eindruck gewinnen, dass der „Schönsprecher“ des Weißen Hauses immer dann mit hanebüchenen Versprechungen vor die Kameras tritt, wenn der Aktienmarkt des Steigens Müde wird oder gar nach unten abzuknicken droht (siehe die langen Dochte der Kerzen im S&P 500):

US-Aktienmarkt dargestellt im Kursverlauf des S&P 500

Die Statements aus Peking klingen völlig gegensätzlich zu den Ankündigungen Kudlows. Bereits als sicher geglaubte Vereinbarungen, z. B. über den Import von Agrargütern aus den USA, werden von chinesischer Seite infrage gestellt. Forderungen nach der Abschaffung von Zöllen werden nun untrennbar mit einem Phase 1 Deal verbunden. Zudem verbittet sich Peking jede Einmischung in seine inneren Angelegenheiten bezüglich der Proteste in Hongkong. Die USA auf der anderen Seite werden gemäß dem Direktor für Handel und Industriepolitik, Peter Navarro, auf keinen Fall im Zuge des Phase 1 Deals Zölle zurücknehmen. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald J. Trump, hat diesen Standpunkt bereits bestätigt. In Sachen Hongkong haben die USA klar Stellung bezogen – pro Aktivisten.

Man könnte auch sagen, dass sich die Realität in Sachen Handelskrieg diametral entgegengesetzt zur Erwartungshaltung der Marktteilnehmer darstellt. Noch verfangen die Lügen des Herrn Kudlow am US-Aktienmarkt, der für jeden verbalen Aufwärtsimpuls dankbar zu sein scheint. Doch wehe, wenn Kudlow´s Märchen sich in ihrer Wirkung abnutzen oder es gar zu einer bösen Enttäuschung kommt, die auch der immer schick gekleidete EX-Show-Master nicht mehr mit neuen Heilsversprechungen weglächeln kann.

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4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Michael

    15. November 2019 13:54 at 13:54

    @Hannes Zipfel, erneut ein wunderbarer Artikel! Fundiert und dennoch ironisch die amerikanische Komödie in ihrer ganzen Skurrilität offenlegend. Amüsant und herrlich zu lesen, sind Ihre Beiträge von Anfang an eine absolute Bereicherung der ohnehin schon sehr guten FMW-Artikel. Und natürlich zur düster-grauen Humorlosigkeit, der Verbissenheit und dem Bierernst zahlreicher Kommentatoren auf dieser Seite ;)

  2. Avatar

    anweb

    15. November 2019 14:22 at 14:22

    Vielen Dank für diesen sehr guten Beitrag Herr Zipfel. Sie treffen den Nagel auf den Kopf.

    In meinen Augen ist das Weisse Haus zu einem Hedgefonds verkommen. Es geht nicht mehr um Klimaschutz oder Krankenversicherung für benachteiligte Menschen, es geht nur noch um Aktienindizes. Die meisten Meldungen von obersten Stellen betreffen hauptsächlich den ominösen Deal mit China. Es werden sogar Unwahrheiten vermeldet, nur um die US Aktienmärkte parabolisch nach oben zu katapultieren.

    Leider sind, wie so oft, die verantwortlichen „Befehlshaber„ schon alt und haben nichts mehr zu verlieren. Um noch einen letzten Jahrhundert-Trade zu machen, nehmen sie Risiken in Kauf, die die nachfolgenden Generationen auszubaden haben.

    DT verspricht bereits bei Wiederwahl enorme Steuererleichterungen…
    Geld drucken und Schulden machen kann Jeder. Dass das auf Kosten der nachrückenden Generationen erfolgt, spielt dabei keine Rolle – Hauptsache die Verantwortlichen haben mit ihrem Mega-Trade ihr Vermögen von mickrigen 50 Mio. USD auf 200 Mio. USD gehievt…

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    Ami -Fan ( V8)

    15. November 2019 15:10 at 15:10

    So könnte man also zum S&P 500 einen Index kreieren, der mit dem S&P korreliert.
    Man könnte ihn L&K Fake-Index. ( Larry Kudlow Lügenindex) oder Larry Kotzbrocken -Index nennen.
    Es ist auch tragisch mit welchen Leuten sich DT umgibt, ( Kudlow , Giuliani ) u.s.w. nachdem er doch schon massenweise Leute ausgewechselt hat, sollten diese Kreaturen nun die Besten sein ? Dies wird für die Wiederwahl sicherlich nicht förderlich sein. Es gibt ja noch einen andern Index der auch parallel zum S&P läuft, nämlich der Verschuldungsindex.Die Restwelt hat noch nicht gemerkt wie man Werte ( Buchgewinne)
    schafft, nämlich MÖGLICHST VIELE SCHULDEN U.MÖGLICHST VIEL LÜGEN.

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    barthez72

    15. November 2019 19:17 at 19:17

    Und hier die Meinung von Jemandem,der einen klitzekleinen
    Internetauftritt besitzt.

    https://www.zerohedge.com/markets/jack-ma-warns-trade-war-could-last-20-years-amid-threats-globalization-has-peaked

    Ich hoffe er irrt.

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Warum ich keine Lieblingsaktien habe! – Werbung

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Lieber Börsianer,

was ist Ihre Lieblingsaktie? Welchem Titel halten Sie unbedingt die Treue und gehen quasi mit ihm durch dick und dünn? Hier verzeihen Sie auch einmal schlechte Nachrichten, weil Sie von dem Unternehmen wirklich überzeugt sind. Das Phänomen der Lieblingsaktie kann auch gleich für eine ganze Branche gelten. So schworen viele Privatanleger vor einigen Jahren auf Unternehmen aus der Edelmetall-Branche. In fester Erwartung eines Euro-Untergangs wurde diese Branche für viele Privatanleger zum bevorzugten Ort der Investition.

Typisch für eine solche Situation ist, dass wir die Nachrichtenlage dann nur noch sehr eingeschränkt wahrnehmen. Schlechte Nachrichten zu unserer Lieblingsaktie blenden wir aus. Gute Nachrichten hingegen bewerten wir in ihrer Bedeutung für die Kursentwicklung über. Mehr noch: Oftmals bilden wir in unseren Lieblingsaktien deutliche Übergewichtungen in unseren Depots, weil wir hier gerne mehrfach kaufen. Plötzlich steht Ihre Lieblingsaktie dann für 10 oder 20 % Ihres Gesamtdepots. Wenn Ihre Lieblingsaktie dann einmal schwächelt, ist Ihr Depot aufgrund der Übergewichtung chancenlos.

Aber wie entsteht eigentlich so eine Lieblingsaktie in unserem Depot? In aller Regel steht am Anfang zunächst eine starke Performance. Folglich mögen wir diese Aktie, weil sie uns eben zunächst viel Rendite beschert hat. Am besten können wir die Produkte unseres Lieblingsunternehmens im Alltag auch noch erfahren und quasi anfassen. Tatsächlich schätzten in der Vergangenheit viele deutsche Privatanleger die Aktien von BMW oder Daimler, weil sie privat ein…..

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Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

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Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

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Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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