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US-Aktienmarkt mit Verkaufssignal, das seit dem Jahr 1895 erst fünfmal aufgetreten ist! Der „Kampf ums Kapital“..

Warum Aktien in den USA im Vergleich zu Immobilien zu teuer sind – und was das langfristig bedeutet!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Würden Sie Ihr Geld lieber in eine Immobilie investieren – oder in doch in Aktien? In Deutschland dürften die Antwort der meisten Menschen klar „Immobilie“ lauten. In den USA, einem Land mit einer deutlich ausgeprägteren Risiko-Kultur, ist das durchaus anders, ca. die Hälfte aller Amerikaner besitzen Aktien (und daneben häufig auch eine Immobilie).

Seit neuen Jahren sind die US-Aktienmärkte nun in einem Bullenmarkt – am 15.September diesen Jahres „feiern“ wir den zehnten Jahrestag der Pleite von Lehman Brothers, im Jahr 2009 begannen dann die Anstiege am US-Atkienmarkt. Es ist der längste Bullenmarkt aller Zeiten:

Nun steht der Leitindex S&P 500 nicht einmal 1% unter seinem Allzeithoch – schon heute also könnte dieses Aktienbarometer einen neuen, nie erreichten Gipfel erreichen. Und in dieser Situation – Allzeithochs bei US-Aktien und einem ausgeprägten Konjunkturoptimismus in den USA – schlägt nun ein Indikator Alarm, der seit dem Jahr 1895, also seit weit mehr als seit 100 Jahren bislang nur fünf Verkaufssignale generiert hat, die sich dann allesamt als zutreffend erwiesen haben, weil in der Folge dann die Aktienmärkte starke Einbrüche verbuchten (um jeweils mindestens 50%)!

Es handelt sich, das zeigt die geringe Anzahl der Signale durch diesen Indikator, um kein kurzfristiges Signal, das man traden könnte. Es ist eine sehr langfristiger Indikator, der teilweise erst Jahre nach seinem Auftreten dann auch wirklich eintritt – so zuletzt im Jahr 1998, also mitten in der Dotcom-Blase, die dann erst ab dem Jahr 2000 zu platzen begann.

Entwickelt wurde dieser Indikator von Gray Cardiff, der seit dem Jahr 1988 den „Sound Advice Investment Newsletter“ herausgibt. Seine durchschnittliche Jahresperformance bei seinen Empfehlungen liegt bei 11,1% und damit etwa fünfmal so hoch wie die durchschnittliche Jahresperformance des S&P 500 (2,2%).

Die Idee hinter dem Indikator ist denkbar einfach – und sehr logisch. Sie geht davon aus, dass Aktien mit Immobilien als den beiden entscheidenden Anlageklassen um das Geld der Menschen konkurrieren. Insofern mißt der Indikator den „Kampf ums Kapital“ (“the struggle for capital”) zwischen Aktienpreisen und Preisen für neue Immobilien:

Als im Jahr 2009 die Finanzkrise ihren Hochpunkt und die US-Aktienmärkte ihren Tiefpunkt erreicht hatten, lag das Verhältnis Aktien zu Immobilien bei diesem Indikator beim Stand von 0,77 im Tief. Entscheidend ist laut Gary Cardiff die Marke von 2 bei diesem Indikator. Aktuell ist der Indkator nun über diese Marke von 2 gestiegen und gibt damit (langfristig ein klares Warnsignal) – erstmals seit dem Jahr 1998. Das bedeutet: überproportional viel Geld fließt in die Aktienmärkte, oder, wie Cardiff formuliert: “a larger proportion of available investment capital than economic conditions can justify”. Im Jahr 2009 also begann der Superzyklus für US-Aktien (damals lag der Indikator unter der Marke von 1), nun könnte mit diesem Indikator der Beginn des Endes dieses Bullen-Zyklus eingeläutet werden – langfristig betrachtet.

Noch viel extremer war die Lage kurz vor der Großen Depression in den USA ab dem Jahr 1929 – damals lag der Indikator sogar über der Marke von 3 – umso heftiger damals der jahrelange Einbruch..

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    tm

    22. August 2018 09:13 at 09:13

    „Sie geht davon aus, dass Aktien mit Immobilien als den beiden entscheidenden Anlageklassen um das Geld der Menschen konkurrieren“

    Sind das denn die entscheidenden Anlageklassen? Anleihen werden so komplett vernachlässigt.

  2. Avatar

    tm

    22. August 2018 10:30 at 10:30

    „fünfmal so hoch wie die durchschnittliche Jahresperformance des S&P 500 (2,2%).“

    Wie wurde diese Zahl berechnet?

    Von 1927 bis heute ist der S&P-500 um 6% p.a. gestiegen.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      22. August 2018 11:31 at 11:31

      @tm. Habe mich auch schon gewundert. Vermutlich gerechnet nach Inflation und Steuern. Bei so einer Rendite (2,2% seit 1988) hätte eine Investition in die Aktienmärkte keinerlei Vorteile gegenüber den Anleihemärkten gehabt.

      • Avatar

        tm

        22. August 2018 11:51 at 11:51

        Von 1988 bis heute ist der S&P-500 sogar um 8,7% p.a. gestiegen, die Inflation lag hingegen nur bei durchschnittlich 2,6%…. vielleicht kann die Redaktion das aufklären.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      22. August 2018 15:23 at 15:23

      @tm, die Performance finde ich nicht so entscheidend, wichtig ist doch der – wie ich finde – sehr interessante Indikator – das andere ist nur ein Nebenaspekt..

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