Konjunkturdaten

Aktuelle Daten US-Arbeitsmarkt: KI fegt immer mehr Jobs weg

Aktuelle Daten für Mai zeigen: Am US-Arbeitsmarkt ist KI der Jobkiller Nummer 1. Die Entlassungen dank KI nehmen deutlich zu.

KI-Grafik erstellt mit ChatGPT.

Morgen um 14:30 Uhr deutscher Zeit werden die extrem wichtigen US-Arbeitsmarktdaten für den Monat Mai vermeldet. In dem Report sieht man die Arbeitslosenquote, die Stundenlöhne, und die Zahl neu geschaffener Stellen. Aber der Stellenabbau? Im Vorfeld ist es interessant zu schauen, wie viele Jobs denn gestrichen werden. Gerade in Zeiten, wo reihenweise Unternehmen regelrecht Kahlschlag betreiben, weil KI komplette Funktionen überflüssig macht, ist dieser Blick wichtig.


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US-Arbeitsmarkt: Höchster Mai-Stellenabbau seit Coronakrise

Arbeitgeber in den USA kündigten im Mai 97.006 Stellenstreichungen an, ein Anstieg um 16 % gegenüber den 83.387 Stellenstreichungen im April und um 3 % gegenüber den 93.816 Stellenstreichungen im gleichen Monat des Vorjahres. Die aktuelle Zahl ist auch die höchste Mai-Zahl seit dem Corona-Krisenjahr 2020. Es ist zudem der dritte Monat in Folge, in dem die Stellenstreichungen gestiegen sind, von 48.307 im Februar auf 97.006 im Mai. So zeigen es heute Daten der Agentur Challenger, Gray & Christmas.

Bislang haben Arbeitgeber in diesem Jahr 397.755 Stellenstreichungen angekündigt, was einem Rückgang von 43 % gegenüber den 696.309 Stellenstreichungen entspricht, die in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 angekündigt wurden, als Kürzungen im öffentlichen Dienst die Gesamtzahlen auf historische Höchststände trieben (DOGE-Entlassungen von Elon Musk).


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„Neben den Schlagzeilen zur KI beobachten wir einen starken Anstieg von Stellenstreichungen im Zusammenhang mit Übernahmen und Fusionen sowie einen sprunghaften Anstieg von insolvenzbedingten Verlusten, was mir sagt, dass Unternehmen aggressive Umstrukturierungen vornehmen, während sie sich für eine KI-getriebene Wirtschaft neu positionieren“, so sagt es heute Challenger, Gray & Christmas.

Stärkste Job-Verluste

Die Technologie-Branche in den USA kündigte im Mai 38.242 Stellenstreichungen an, die höchste monatliche Gesamtzahl für den Sektor seit August 2024, als 39.563 Stellenstreichungen verzeichnet wurden. Im Jahresverlauf hat der Technologiesektor 123.653 Stellenstreichungen angekündigt, ein Anstieg um 66 % gegenüber den 74.716 Stellenstreichungen, die im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 angekündigt wurden. Der Sektor ist mit großem Abstand weiterhin der führende Stellenstreicher des Jahres 2026.

Der Arbeitsmarkt wird in Echtzeit durch Technologie umgestaltet. KI ist mittlerweile der Hauptgrund, den Unternehmen für Stellenstreichungen angeben, und die Branche, die dies am häufigsten nennt, ist die Technologiebranche, so die Agentur. KI sei noch nicht die von manchen vorhergesagte ‚Jobapokalypse‘. Wie zuvor schon Tabellenkalkulationen und E-Mail werde die Technologie letztendlich die Produktivität der Arbeitnehmer steigern, aber die Daten zeigen, dass Unternehmen bereits darauf reagieren und KI als Grund für mehr Stellenstreichungen angeben als jeden anderen Grund. Die offene Frage ist laut Challenger, Gray & Christmas nicht, ob KI die Belegschaft verändert, sondern wie schnell.

Insolvenz wurde im Mai für 5.637 Stellenstreichungen angegeben, die höchste monatliche Gesamtzahl für diesen Grund seit Februar 2025, als 35.172 Stellenstreichungen auf Insolvenz zurückgeführt wurden. Schließungen machten im Mai 14.546 Stellenstreichungen aus, und Umstrukturierungen 9.942.

KI als großer Job-Killer

Im Mai führte Künstliche Intelligenz mit 38.579 angekündigten Stellenstreichungen zum dritten Mal in Folge die Liste der Gründe für Stellenstreichungen an. Dies ist die höchste jemals verzeichnete monatliche Gesamtzahl für diesen Grund, seit Challenger im Jahr 2023 mit der Erfassung begann, und sie machte 40 % aller im Mai angekündigten Stellenstreichungen aus – ein Anstieg gegenüber nur 7 % im Januar, 25 % im März und 26 % im April. Im Jahresverlauf wurde KI bei 87.714 Stellenstreichungen genannt, was 22 % aller Entlassungen im Jahr 2026 entspricht und damit bereits die 54.836 Stellen, die im gesamten Jahr 2025 auf diesen Grund zurückgeführt wurden, bei weitem übertrifft. 2024 waren es nur 12.742 und 2023 nur 4.247 Entlassungen mit KI-Bezug.



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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3 Kommentare

  1. M Fugmann hatte heute das Gegenteil behauptet – KI ist zu teuer , deswegen deutlich weniger der Verlust von qualifizierten Arbeitsplätzen ? Was stimmt jetzt ???

    1. @Deinhart, das habe ich so nicht gesagt! Das ist ein Prozess, der dauert: man entlässt die Leute (erst die großen Firmen, jetzt die kleineren Nachzügler) – und erst später stellt man dann fest, dass das nicht so schlau war..

      1. Bei Politikern wäre ein Data Driven Model allerdings mehr als notwendig. Da wird man im Nachgang nicht feststellen das es schlauer gewesen wäre Spalter und Schwätzer mit ihren Ideologien weiterhin finanzieren zu müssen. Auch das Ausmaß von Juristen und deren Geschäftsmodelle durch ihre geistig ausufernde Parallelwelt (Gesetze) sollte man ausmisten. Da gibt es noch viel mehr als diese dämlichen Abmahnungen von Webseiten usw. die keinerlei Mehrwert schaffen ausser bei einigen wenigen. Afuera.

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