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US-Arbeitsmarkt: Offene Stellen, Mangel und Unklarheit – Arbeitgeber mit Appell an Trump

Schauen Sie sich bitte mal die folgende offizielle Grafik zum US-Arbeitsmarkt an. Sie zeigt seit 2008 die Zahl der offenen Arbeitsstellen in den USA – also von Arbeitgebern angebotene Stellen, für die sie keine Mitarbeiter finden. In den letzten zehn Jahren ist diese Zahl der offenen Stellten („JOLTS“) von 4 auf 6,6 Millionen gestiegen. Ähnlich läuft es ja auch in Deutschland, nur auf einem tieferen Zahlen-Niveau (die Bevölkerung in den USA ist vier Mal so groß wie in Deutschland).

US-Präsident Trump hat wie im Wahlkampf angekündigt die Daumenschrauben angezogen. Nicht nur, dass vermehrt illegale in den USA lebende aber arbeitende Menschen des Landes verwiesen werden. Auch wurde unter seiner Führung die Möglichkeit stark eingeschränkt, dass Unternehmen qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland anwerben können. Was viele Beobachter nicht sehen wollen in dem Zusammenhang: Oft wurde diese Möglichkeiten gerade von großen Tech-Konzernen genutzt um beispielsweise eigene Programmierer durch billigere Programmierer aus Asien zu ersetzen, die man ins Land holte.

Zu dem Thema gibt es sicher viele Sichtweisen. Sicherlich werden durch Trumps rigide Einschränkungen in der Tat auch Spitzenkräfte von der Arbeit in den USA abgehalten, die beispielsweise das Silicon Valley dringend benötigt. Aber wie auch immer. Bei der aktuellen Knappheit an Arbeitskräften in den USA verschärfen Trumps Maßnahmen die Lage. Auch Landwirte haben zunehmend Probleme Erntehelfer zu finden – weil das ja früher oft illegale Einwanderer aus Mittel- und Südamerika gemacht haben.

Jetzt aber schlagen 59 Konzernbosse in den USA Alarm, und haben einen Brandbrief an das US-Heimatschutzministerium geschrieben. Aber wie man weiß: Außenhandel und Einwanderung, das sind zwei absolute Schwerpunkte von Donald Trump. Daher ist dies letztlich ein Appell direkt an ihn. Unter den Unterzeichnern des Briefs sind unter anderem die Chefs von Apple und JP Morgan, zwei der größten Unternehmen des Landes.

Es gäbe widersprüchliche Entscheidungen der Behörden bei Angestellten mit wackligem Aufenthaltsstatus. Mitarbeiter wüssten oft nicht, woran sie sind. Auch gehe es zum Beispiel um Arbeitserlaubnisse für Ehepartner, was letztlich ganze Familienplanungen ins Wanken bringen kann. Das Leben tausender gesetzestreuer und qualifizierter Mitarbeiter sei gefährdet. Das könne auch der Wettbewerbsfähigkeit der USA erheblichen Schaden zufügen, heißt es in dem Brief.

Durch den Arbeitskräftemangel sei die Zahl der offenen Stellen stark angestiegen. Daher sei es jetzt die falsche Zeit um Talente von den USA fernzuhalten, so das Schreiben der Konzernbosse. Und wenn man die Grafik betrachtet, ja, dann kennt die Zahl der offenen Stellen nur eine Richtung, und die Verknappung des Arbeitskräfteangebots nimmt immer mehr zu.

US-Arbeitsmarkt - offene Stellen
Grafik: US BLS



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1 Kommentar

  1. Und es ist die gleiche Lügenstory wie in Dtl. vom Fachkräftemangel.
    Runtergebrochen sind sie nur nicht bereit angmessene Löhne zu bezahlen!

    (Mein Beruf: Börsenhändler, also ganz weit vom Sozi entfernt)

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