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US-Arbeitsmarkt und Konjunktur viel schlechter? Bestechende Analyse

Der Arbeitsmarkt in den USA zeigt sich hochproblematisch. Weist er den Weg für die Konjunktur, die offiziell noch brummt?

USA-Flagge
Grafik: ChatGPT

Arbeitsmarkt und Konjunktur in den USA laufen vermutlich viel schlechter als bisher angenommen! Mit +3,8 % im Jahresvergleich wurde das Bruttoinlandsprodukt erst letzte Woche in den USA offiziell vermeldet, das stärkste Wachstum seit fast zwei Jahren. Also alles gut? Wohl nicht.

Der Börsenexperte Andre Stagge hat sich in einer Videoanalyse die Arbeitsmarktdaten in den USA im Detail vorgenommen, und dazu auch viele „weiche“ Daten besprochen, die Rückschlüsse zulassen, dass die US-Konjunktur in Wirklichkeit deutlich schwächer laufen könnte. Google-Suchanfragen in den USA steigen kräftig an zu den Themen „Schnell Haus verkaufen“, „Auto verkaufen“, „Aktien beleihen“, „Lebensversicherung beleihen“, „Rolex verkaufen“, „Insolvenz-Anwalt“.

Auch steht der Arbeitsmarkt in den USA den Konjunkturdaten derzeit quasi wie ein Kontraindikator gegenüber. Im August wurden in den USA nur noch netto 22.000 neue Stellen geschaffen – wobei diese Zahl vermutlich im Nachhinein nach unten revidiert wird. Für Mai + Juni wurde die Zahl neu geschaffener Stellen in den USA vor drei Wochen um 258.000 Stellen nach unten revidiert, eine Katastrophe! Ebenfalls vor drei Wochen gab es die große Jahresrevision: Von März 2024 bis März 2025 wurden im Nachhinein 911.000 neu geschaffene Jobs aus der Statistik gestrichen – ein Mega-Debakel! Der Arbeitsmarkt in den USA läuft also dramatisch schwächer (Hälfte des Job-Booms futsch), während die BIP-Zahlen weiterhin einen tollen Anstieg der Wirtschaftsleistung anzeigen.

Andre Stagge verweist nicht nur auf die erweiterte Arbeitslosenquote in den USA, die doppelt so hoch ist wie die offizielle Quote. Auch bespricht er im Detail die Anträge auf Arbeitslosenhilfe, bei denen es zuletzt deutliche Probleme gab! Schauen Sie dazu hier seine sehenswerte Analyse. Was lernen wir daraus? Die BIP-Zahlen könnten verzerrt sein. Sorgt vielleicht der KI-Boom für eine „Explosion“ in der BIP-Statistik, von der die breite Masse der Amerikaner aber nicht profitiert? Auch die monatlichen Belastungen für US-Häuslebauer haben sich im langfristigen Vergleich verdoppelt, was den Konsum von immer mehr Amerikanern drastisch reduzieren dürfte, je länger die Zinsen hoch bleiben. Denn Hauskäufer, die vor fünf oder zehn Jahren zu niedrigen Zinsen langfristige Finanzierungen abgeschlossen haben, profitieren immer noch von diesen fest vereinbarten niedrigen Zinssätzen. Aber alle Hauskäufer, die jetzt neu dazu kommen, haben dramatisch höhere Belastungen pro Monat.

Schlussfolgern könnte man daraus, dass mit einigen Monaten oder Quartalen Verzögerung eine Konjunkturschwäche in den USA sichtbar werden könnte, die man jetzt bereits in den Arbeitsmarktdaten erkennen kann.



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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2 Kommentare

  1. …Arbeitsmarkt ist eigentlich ein nachlaufender Indikator…heißt, die Konjunkturschwäche ist dann wohl schon vorbei…oder aber, was wahrscheinlicher ist, das Arbeitsmarktwunder der Zukunft schafft man, wenn man die Statistiken nach unten nimmt und mehr Arbeitslose in der Vergangenheit verortet, dann kann man in den zukünftigen Statistiken viel einfacher trumpsche Erfolge vermelden…im Endeffekt bleibt es dabei…die Statistiken der Amis sind genau so schlecht wie die der Chinesen…logisch…wer will sich schon in die Karten schauen lassen…außer natürlich beim Baseball, Football oder Basketball…da können ihnen die Moderatoren erklären, wieviele Rebounds LeBrown James in der D-Jugend früher geholt hat…

  2. Es lebe die Fondsbranche

    Der immer noch jugendlich wirkende André Stagge, der vor 10 bis 15 Jahren als Twen Fonds gemanagt hat, glaubt mit seinen Folien eine tiefgreifende Analyse des US-Arbeitsmarktes erstellt zu haben. Weil er massenhaft Grafiken aus seinem sündhaft teuren Bloomberg Terminal verwendet hat. Nur gibt es diese Daten inzwischen mindestens auf über 350.000 Rechnern in der Welt der Finanzen, so dass diese nach Wochen keinen echten Neuigkeitswert mehr darstellen. Schön anzusehen, aber in der Investmentwelt sicher schon Schnee von gestern. Finanzdaten konnte man sich vor 50 oder 70 Jahren noch kaufen, in der aktuellen Welt sind diese bereits bei der medialen Aufbereitung schon Allgemeingut. Und im Zeitalter der KI wird dieser scheinbare Vorteil noch irrelevanter.

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