Der US-Arbeitsmarktbericht könnte am Freitag die Weichen für den nächsten Zinsschritt der Fed stellen und zugleich die jüngste Rallye an den Börsen auf die Probe stellen. Anleger warten gespannt darauf, ob die neuen Jobdaten die derzeit leicht überwiegenden Erwartungen an eine Zinserhöhung im September stützen oder das Pendel wieder in die andere Richtung ausschlagen lassen. Entsprechend groß ist das Bewegungspotenzial: Aktienmärkte, Goldpreis, US-Dollar und Anleiherenditen könnten unmittelbar auf Überraschungen reagieren.
US-Arbeitsmarktbericht entscheidet über Fed-Zinsen
Um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die neuen Arbeitsmarktdaten. Erwartet werden rund 85.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft, eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent sowie ein jährlicher Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne um 3,5 Prozent. Damit trifft der Arbeitsmarktbericht auf eine Phase, in der sich die Anleger bei der weiteren Geldpolitik der Fed alles andere als sicher sind.
Das zeigt sich besonders deutlich an den Zinserwartungen für September. Das FedWatch-Tool der CME signalisiert derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 55 Prozent für eine Zinserhöhung. Der Markt tendiert damit leicht in Richtung eines Zinsschritts um 25 Basispunkte, ohne dass dieser bereits eindeutig eingepreist wäre.
Genau deshalb könnten Überraschungen bei den Non-Farm Payrolls und insbesondere bei den Löhnen erhebliche Kursbewegungen auslösen. Unter Fed-Chef Kevin Warsh setzt die US-Notenbank weniger stark auf eine frühzeitige Forward Guidance. Konjunkturdaten gewinnen dadurch für die Erwartungen der Anleger zusätzlich an Bedeutung.
Bloomberg-Stratege Sebastian Boyd sieht darin einen wichtigen Test für die neue Kommunikationsstrategie: „Der Freitag wird zum Test für die neue Strategie der Federal Reserve, bei der der Markt der Notenbank stärker zeigen soll, was sie denken soll – und nicht umgekehrt.“

Anleihemarkt sichert sich gegen Renditesprung ab
Wie groß die Nervosität ist, zeigt insbesondere der US-Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen war zuletzt bis in den Bereich von 4,7 Prozent gestiegen und hat vor dem US-Arbeitsmarktbericht lediglich etwas konsolidiert. Sie befindet sich jedoch weiterhin auf einem erhöhten Niveau.
Gleichzeitig haben Investoren Millionen für Absicherungen gegen weiter steigende Renditen ausgegeben. Am Optionsmarkt wurden Positionen aufgebaut, die auf einen Anstieg der zehnjährigen Rendite in Richtung 5 Prozent abzielen. Bei 30-jährigen Treasuries gab es sogar Absicherungen gegen Renditen um 5,3 Prozent.
Wells Fargo erwartet, dass die Börsen auf einen starken US-Arbeitsmarktbericht besonders empfindlich reagieren könnten. Vor allem Anzeichen eines stärkeren Lohndrucks könnten die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen wieder verstärken und die zweijährigen Treasury-Renditen nach oben treiben.
Aktienmärkte und Goldpreis vor wichtigem Test
Auch für die übrigen Märkte kommen die Jobdaten zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Die Aktienmärkte bewegen sich nahe ihrer Rekordstände, sodass steigende Zinserwartungen und höhere Anleiherenditen die Rallye auf die Probe stellen könnten. Insbesondere hoch bewertete Technologie- und Wachstumsaktien reagieren empfindlich auf steigende Marktzinsen.
Beim Goldpreis ist die Ausgangslage ebenfalls spannend. Das Edelmetall hat sich gerade per Ausbruch aus seiner zwei monatigen Seitwärtsphase befreit. Ein stärkerer Dollar und steigende US-Renditen infolge heißer Arbeitsmarktdaten könnten diesen Ausbruch einem ersten Belastungstest unterziehen.
Drei Szenarien nach dem Arbeitsmarktbericht
Das wahrscheinlich günstigste Szenario für die Börsen wären Zahlen ungefähr im Rahmen der Erwartungen. Ein moderater Stellenaufbau bei stabiler Arbeitslosigkeit und unauffälliger Lohnentwicklung würde weder neue Zinsängste noch größere Wachstumssorgen auslösen.
Deutlich stärkere Job- und Lohndaten wären dagegen ein zweischneidiges Signal. Ein robuster Arbeitsmarkt verschafft der Fed mehr Spielraum für eine Zinserhöhung zur Inflationsbekämpfung. Die Wahrscheinlichkeit eines September-Schritts könnte steigen, während Anleiherenditen und Dollar zulegen. Für Gold und Aktien wäre das zunächst Gegenwind.
Auch deutlich schwächere Zahlen wären nicht automatisch positiv. Zwar könnten die Zinserhöhungserwartungen sinken und die Anleiherenditen nachgeben. Gleichzeitig würden jedoch Sorgen vor einer stärkeren Abkühlung der US-Wirtschaft zurückkehren, was die Börsen ebenfalls belasten dürfte.
Damit liegt der ideale Bereich für Anleger zwischen beiden Extremen: Nicht zu heiß, aber auch nicht zu kalt. Ein Arbeitsmarktbericht nahe den Erwartungen könnte genau dieses „Goldilocks“-Szenario liefern. Die nächste Bewährungsprobe folgt allerdings bereits mit den wichtigen US-Inflationsdaten in der kommenden Woche.
FMW/Bloomberg
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Heute wieder wilde Spekulationen über ein baldiges Kriegsende seitens der Trump Administration …verbunden mit der vollständigen Öffnung der Straße von Hormus…
Na…wir werden sehen….