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US-Arbeitsmarktdaten: Bringen sie die Fed in die Zwickmühle?

Die US-Notenbank kann eigentlich nur hoffen, dass sich in den heutigen US-Arbeitsmarktdaten Zeichen einer wirtschaftlichen Abschwächung finden lassen

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Der erste Freitag im Monat ist für die Wirtschaftswelt ein wichtiges Datum, speziell für die USA. Denn an diesem Tag werden die neuesten US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht, Konjunkturzahlen, die einen großen Einfluss auf das Börsengeschehen haben – geben sie doch Rückschlüsse auf den Zustand einer Volkswirtschaft, die zu 70 % vom Konsumverhalten ihrer Bürger abhängt. Die Höhe der Arbeitslosigkeit, die Entwicklung von Löhnen und Inflationsraten beeinflussen die Entscheidungen der Notenbank über das Zinsniveau und damit über die Geldströme, manchmal in Billionenhöhe.

Genau diese Informationen haben derzeit eine besondere Brisanz.


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Die Ausgangslage

Bekanntermaßen hat die US Notenbank zwei Aufträge. Sie soll die Inflation im Zaum halten und den Arbeitsmarkt stützen und damit indirekt auch die US-Konjunktur. Das sollte die Grundlage bilden für die künftige Zinspolitik, die Entscheidung für die Veränderung der Leihzinsen. Derzeit herrscht in den USA aber eine Gemengelage vor, die für die US-Notenbank nur schwer zu managen ist.

Der Rentenmarkt signalisiert schon seit Wochen und Monaten einen gewaltigen Abschwung der US-Wirtschaft durch ständig fallende Zinsen im langfristigen Bereich und einer inversen Zinsstrukturkurve.

Der Aktienmarkt befindet sich auf Rekordhoch, trotz sich verschlechternder Frühindikatoren, weil man zum einen auf ein Wiederanspringen der Konjunktur im zweiten Halbjahr glaubt und an eine Reihe von Zinssenkungen (3-mal in 2019).

Doch passt das zusammen?

 

Die letzten US-Arbeitsmarktdaten

Die Lage am Arbeitsmarkt stellt sich bisher so stabil und rosig dar, dass insbesondere US-Präsident Trump regelmäßig ins Schwärmen gerät. Eine Arbeitslosenrate auf dem niedrigsten Niveau seit 50 Jahren (3,6%), die höchste Beschäftigungszahl in der Geschichte der USA, natürlich verbunden mit einem stetigen Bevölkerungswachstum, einem guten Lohnwachstum von über drei Prozent p.a. und einer Inflationsrate von deutlich unter zwei Prozent.

Also warum dann Leitzinssenkungen? Die Fed Funds Futures gehen schon mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 Prozent von einer Senkung von 25 Basispunkten Ende Juli aus, manche träumen schon von 50 BP und der Präsident forderte jüngst sogar eine Leitzinssenkung von einem ganzen Prozent. Das würde das Wirtschaftswachstum um ein Prozent nach oben hieven und der Dow Jones stünde dann bei 30000 Punkten.

Eine Aussage auch in einem Interview von Peter Navarro am letzten Dienstag zu vernehmen, einem Berater von Donald Trump, der die Wirkung der Zölle geradezu glorifizierte und zugleich die Effekte des Handelsstreits auf die US-Wirtschaft negierte. Selten habe ich eine so große Divergenz der Beurteilung der Wirtschaftslage zwischen der US-Administration und den Ökonomen vernommen.

 

Was also tun, Fed?

Die US-Notenbank kann eigentlich nur hoffen, dass sich in den heutigen US-Arbeitsmarktdaten Zeichen einer wirtschaftlichen Abschwächung finden lassen. Zu gute Daten könnten blitzschnell Unsicherheit bei Investoren hervorrufen und das Goldilocks-Szenario kurzfristig in Frage stellen.

Zweifel über eine nahe Zinssenkung würden den Märkten nicht gefallen und ganz sicher auch nicht dem US-Präsidenten, der Fed-Chef Powell lieber heute als morgen entmachten würde. Der Offenmarktausschuss um Fedchef Powell steht hier ganz schön unter Druck, im Kampf um politische Unabhängigkeit und gleichzeitiger geldpolitischer Vorausschau.

Der Dow Jones ist seit dem 3.Juni um 8 Prozent gestiegen, was eigentlich schon einer durchschnittlichen Jahresperformance des Index entspricht. Nach einem überaus ertragreichen Halbjahr 2019 stehen da zumindest Gewinnmitnahmen stets vor der Tür. Um Punkt 14:30 Uhr wissen wir mehr.

 

Die US-Arbeitsmarktdaten sind für die Fed und ihren Chef Jerome Powell besonders wichtig

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