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Konjunkturdaten

US-Arbeitsmarktdaten im Detail: Restaurants und Bars schaffen 47.500 neue Stellen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die US-Arbeitsmarktdaten wurden vorhin veröffentlicht mit 128.000 neuen Stellen im Oktober, was besser war als erwartet (+85.000 Stellen). Bezüglich der Gesamtzahl von 128.000 neuen Stellen gingen netto 3.000 Stellen beim Staat verloren. Somit gibt es 131.000 neu geschaffene Stellen im US-Privatsektor. Im Verarbeitenden Gewerbe wurden insgesamt 26.000 Stellen gestrichen! Im Untersektor Bergbau lag die Veränderung genau bei 0. Auf dem Bau wurden 10.000 neue Stellen geschaffen. Die Industrie baute 36.000 Stellen ab. Das ist dramatisch für eine Veränderung von Monat zu Monat! Aber ja, wie es erwartet wurde… durch den Streik bei General Motors (inzwischen beendet) wurden 36.000 Stellen als Sondereffekt abgezogen, was auch in der Detailstatistik gut sichtbar ist mit -41.600 Stellen in der Autoindustrie. Ohne den Streik läge die Zahl neu geschaffener Stellen im Produzierenden Gewerbe also mit 10.000 im Plus!

Zum Vergrößern bitte die Grafiken anklicken.

US-Arbeitsmarktdaten im Detail - Produzierendes Gewerbe

Verbleiben 157.000 neu geschaffene Stellen bei Dienstleistungsberufen in den USA im Monat Oktober. Der Einzelhandelssektor zeigt sich gemischt mit teilweise Jobabbau und Aufbau bei Bekleidungsgeschäften. Unterm Strich schafft der Einzelhandel 6.100 neue Stellen. Der Sektor „Professional and business services“ schafft insgesamt 22.000 neue Jobs. „Bildung und Pflege“ ist dank des Demografiewandels ein Sektor, der gerade in den Pflegeberufen stetig neue Arbeitsplätze schafft. Im Oktober war es eine relativ schwache Zahl mit nur 39.000 neuen Stellen. Einzig der Sektor „Freizeit und Bewirtung“ (Freizeitparks, Restaurants etc) konnte im Oktober zu „alter Stärke“ zurückkehren und 61.000 Jobs schaffen. Hier wurden alleine 47.500 neue Stellen bei Restaurants und Bars geschaffen.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Andreas

    1. November 2019 14:38 at 14:38

    Werden wir alle für dumm verkauft?

    Die zwei größten Volkswirtschaften setzen sich seit geraumer Zeit einem erbitterten Handelskrieg aus und was wird uns vorgegaukelt?
    Ein florierendes China gemäß dem heutigen Caixin Einkaufsmanagerindex und eine gesunde US Wirtschaft mit starken Arbeitsmarktdaten (wie soeben veröffentlicht).
    Da fragt man sich bei diesen Zahlen, warum die FED gestern zum dritten Mal in Folge die Zinsen gesenkt hat.

    Eigentlich müsste ein Handelskrieg dieser Dimension starke Bremsspuren verursachen und die Börsen müssten entsprechend einpreisen, da sie ja die Zukunft handeln, aber das Gegenteil ist der Fall. Die meisten US Indizes stehen an ihren all time highs, gemäß dem Motto: „…und die Bäume wachsen sehr wohl in den Himmel!“

    Mal sehen wie lange die Party weiter geht…

    • Avatar

      Thomas

      1. November 2019 17:04 at 17:04

      Okay, halten wir fest. 36.000 Menschen haben in der Industrie ihren Job verloren. 10.000 davon sind auf dem Bau wieder untergekommen und die anderen 26.000 Braten jetzt Burger bei irgendeiner Fastfoodkette.
      Ob dies nun wirklich eine positive Entwicklung ist…?

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Europa

Coronakrise: Löhne fallen in Deutschland stärker als in Finanzkrise

Markus Fugmann

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Die Coronakrise hat in Deutschland gravierende Folgen für die Löhne! Wie heute das Statistische Bundesamt mitteilte, fielen die Nominallöhne im 2.Quartal aufgrund der Coronakrise um -4,0% – und damit deutlich stärker als auf dem Hochpunkt der Finanzkrise im 2.Quartal 2009, als die Löhne nur um -0,7% gefallen waren. Entscheidender Grund für die Lohnrückgänge im 2.Quartal sind die verkürzten Arbeitszeiten aufgrund der Coronakrise, wie Destatis mitteilt. Die Kurzarbeit federt dabei die Einkommens-Rückgänge etwas ab. Stärker betroffen von Lohnrückgängen sind die unteren Einkommensgruppen in der Coronakrise – eine alarmierende Tendenz: schon bald dürfte daher ein starker Anstieg von Firmeninsolvenzen und Privatinsolvenzen folgen. Das gilt insbesondere für jene, die in von der Coronakrise am stärksten betroffenen Branchen tätig sind und ihren Job bald verlieren dürften.

In der Coronakrise fallen die Löhne stärker als ind er Finanzkrise

Grafik: Destatis

Zum Rückgang der Löhne aufgrund der Coronakrise schreibt das Statistische Bundesamt (Destatis) im Wortlaut:

„Der Nominallohnindex lag in Deutschland im 2. Quartal 2020 um 4,0 % niedriger als im Vorjahresquartal. Dieser Index bildet die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen ab. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, legten die Verbraucherpreise im selben Zeitraum um knapp 0,8 % zu. Dies ergibt einen realen (preisbereinigten) Verdienstrückgang von 4,7 %. Es ist die historisch stärkste Abnahme der Nominal- und auch der Reallöhne im Vorjahresvergleich seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2007 und somit stärker als in der Finanzmarktkrise 2008/2009.

Corona-Pandemie führt zu Verkürzung der Arbeitszeit

Der Einsatz von Kurzarbeit sowie die Geschäftsschließungen aufgrund der Corona-Pandemie führten zu einer starken negativen Lohnentwicklung im 2. Quartal 2020. Das Kurzarbeitergeld ist hierbei allerdings nicht berücksichtigt; es hat die Einkommensverluste für viele Beschäftigte abgefedert. Bezogen auf die Nominallöhne ist erstmalig seit dem 2. Quartal 2009 wieder eine negative Entwicklung in Deutschland festzustellen, die mit -4,0 % noch deutlicher als zu Zeiten der Finanzmarktkrise ausfällt (2. Quartal 2009: -0,7 %). Der Hauptgrund liegt hier vor allem in der stärkeren Verkürzung der Arbeitszeit. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank für vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im 2. Quartal 2020 die bezahlte Wochenarbeitszeit in der Gesamtwirtschaft um 6,2 % auf durchschnittlich 36,8 Stunden. Im 2. Quartal 2009 hatte der Rückgang bei 2,1 % gelegen.

Stärkere Verdiensteinbußen in den unteren Leistungsgruppen

Die unteren Leistungsgruppen waren vom Rückgang der Arbeitszeit und somit von geringeren Verdiensten im 2. Quartal 2020 am stärksten betroffen. Bei den un- und angelernten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Vollzeit sanken die bezahlten Arbeitsstunden um 9,8 % beziehungsweise 9,4 %. Die Verdienste gemessen am Nominallohnindex reduzierten sich für diese beiden Leistungsgruppen um 7,4 % beziehungsweise 8,9 %. Im Vergleich dazu gingen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in leitender Stellung sowohl die Verdienste gemessen am Nominallohnindex (-2,0 %) als auch die Wochenarbeitszeit (-3,0 %) unterdurchschnittlich zurück. Da die unteren Leistungsgruppen im Durchschnitt weniger verdienen, fällt ihr eigentlich dominanterer Arbeitszeit- und Lohnrückgang für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Nominallöhne weniger stark ins Gewicht.“

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Konjunkturdaten

Aktuell: Verbrauchervertrauen Uni Michigan – Demokraten optimistischer, Republikaner pessimistischer

Redaktion

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Von

Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan (1.Veröffentlichung für September) ist mit 78,9 besser ausgefallen als erwartet (Prognose 75,0; Vormonat war 74,1). Das liegt am gestiegenen Optimismus von Sympathisanten der Demokraten, deren Zuversicht einer Abwahl Trumps offenkundig steigt (siehe unten)..

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei 87,9 (Vormonat war 82,9)

Die Konsumentenerwartung liegt bei 73,3 (Vormonat war 68,5)

Dazu schreibt Richard Curtin, der die Umfrage verantwortet:

„Consumer sentiment improved in early September, reaching the top of the range it has traveled since April. While the recent gain was consistent with an unchanged flat trend, the data indicated that the election has begun to have an impact on expectations about future economic prospects. The Michigan surveys have traditionally asked consumers which candidate they thought would win the election, not whom they favored or how they intended to vote. The data from July to September indicate a virtual tie. This question has been asked since Carter ran against Ford in 1976, and in every presidential election, consumers correctly chose the winner, save one: when Trump ran against Clinton in 2016, two-thirds of consumers expected a Clinton victory. In one other election had the data been as close as now–in the 1980 election that had Reagan over Carter by one percentage point. Note that the September gains were primarily in the outlook for the economy, and it was Democrats that posted gains in economic prospects while optimism about the economy weakened among Republicans. When consumers were directly asked which candidate would be better for the economy and for their personal finances, Trump was chosen over Biden as more likely to benefit the economy and their finances, although most consumers said there was no difference with regard to their own finances. Over the next several months, there are two factors that could cause volatile shifts and steep losses in consumer confidence: how the election is decided and the delays in obtaining vaccinations. While the end of the recession will depend on these non-economic factors, the hardships endured by consumers can only be offset by renewed federal relief payments.“

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Konjunkturdaten

Aktuell: US-Erstanträge + Philly-Fed und US-Immobiliendaten

Redaktion

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Von

Die US-Erstanträge (jobless claims) auf Arbeitslosenhilfe (für die letzte Woche) steigen um 860.000 (offizielle Prognose war 850.000, Vorwoche war 884.000, nun auf 893.000 nach oben revidiert).

Die fortgesetzen Anträge (continuing claimes) liegen mit 12,62 Millionen leicht unter der Erwartung (Prognose war 13,00 Millionen; Vorwoche war 13,385 Millionen, nun auf 13,44 Millionen nach oben revidiert).

Wichtig: seit vorletzter Woche hat das Bureau of Labor Statistics ihre Methodik zur Berechnung verändert..

——–

Der Philadelphia Fed Index (März) ist mit 15,0 ausgefallen wie erwartet (Prognose war 15,0; Vormonat war 17,2)

Die Komponenten:

Beschäftigung: 15,7 (Vormonat war 9,0)
Neue Aufträge: 25,5 (Vormonat war 19,0)
Preise: 25,1 (Vormonat war 15,3)

——–

Die US-Baubeginne (August) sind mit einer Jahresrate von 1,416 Millionen schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war eine Jahresrate von 1,478 Millionen; Vormonat war 1,496 Millionen, nun auf 1,492 Millionen nach unten revidiert).

Die US-Baugenehmigungen sind mit einer Jahresrate von 1,470 Millionen schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war eine Jahresrate von 1,520 Millionen; Vormonat war 1,483 Millionen).

Der Boom am US-Immobilienmarkt hat zuletzt zu einer Preisexplosion bei Lumber (Bauholz) geführt..

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