Die wichtigsten Eckpunkte
- US-Arbeitsmarktdaten schwach mit nur +29.000 Stellen bei +90.000 Erwartung.
- -60.000 Jobs in der Revision der beiden Vormonate.
- Durchweg wenig neue Arbeitsstellen in den einzelnen Branchen.
- Weniger Zinserhöhungsdruck für die Fed.
Die US-Arbeitsmarktdaten für den Monat September wurden um 14:30 Uhr veröffentlicht mit einem Aufbau von 29.000 Stellen, womit die Erwartungen deutlich verfehlt wurden (Prognose +90.000 / Vormonat +162.000). Selbst die schlechteste Erwartung an der Wall Street lag bei +35.000 Jobs! Die aktuelle Revision der beiden Vormonate zeigt: In Juli (-31.000) und August (-29.000) gab es insgesamt 60.000 weniger neue Stellen als bislang vermeldet. Insgesamt also ein Bild einer sich abschwächenden US-Konjunktur!
US-Arbeitsmarktdaten: Blick auf Details
Hier der Blick in die Details für September: Es gab einen Abbau von 17.000 Stellen beim Staat. Exklusive der Staatsjobs gab es im September demnach einen Aufbau von nur 46.000 Arbeitsplätzen im US-Privatsektor außerhalb der Landwirtschaft („Non Farm Payrolls“ ist die maßgebliche Detailzahl der US-Arbeitsmarktdaten). Im Verarbeitenden Gewerbe in den USA gab es im September insgesamt einen Anstieg um 18.000 Arbeitsstellen. Im Untersektor Bergbau wurden 2.000 Stellen gestrichen. Auf dem Bau gab es 11.000 neue Stellen. In der Industrie wurden 9.000 Jobs neu geschaffen. Das halbwegs ordentliche Zuwächse.
Blick auf den Dienstleistungsbereich
Bei den neu geschaffenen Stellen im September sehen wir ohne Verarbeitendes Gewerbe einen Aufbau von nur 28.000 Stellen im US-Dienstleistungssektor, ein schwacher Wert! Im Einzelhandel gab es insgesamt einen Zuwachs von 5.800 Arbeitsstellen, ein eher schwacher Wert! Im Bereich „Professional and business services“ wurden 9.000 Stellen gestrichen, auch ein schwacher Wert. Beim Untersektor Arbeitsvermittlung/Zeitarbeit gingen 14.300 Stellen verloren.
Der Bereich „Private Gesundheitsdienstleistungen und Bildung“ – ein stets wichtiger Joblieferant bei den US-Arbeitsmarktdaten – brachte im September einen Aufbau von 20.000 Jobs, auch ein schwacher Wert. Hier wurden beim Untersektor Gesundheitsversorgung 23.000 Stellen aufgebaut, die privaten Bildungsträger bauten 3.200 Jobs ab. Der oft größte Einzelposten, wenn es um das schnelle Schaffen neuer Jobs in den USA geht, ist der Bereich „Freizeit und Bewirtung“, also Restaurants, Hotels, Bars, Freizeitparks etc. Hier wurden im September 10.000 Jobs neu geschaffen! Das ist ein sehr niedriger Wert.
Einordnung
Die Headline-Zahl von nur +29.000 Jobs in Verbindung mit -60.000 in der Revision der beiden Vormonate zeigt klare Schwäche bei den US-Arbeitsmarktdaten und damit in der US-Konjunktur – zumindest zu diesem Zeitpunkt. Damit wird Druck von der Federal Reserve genommen, mehrmals bei den nächsten Entscheidungen die Zinsen anzuheben.
US-Arbeitsmarktdaten für September: Expertenkommentar
Hier zeigen wir die aktuelle Headline-Aussage der Ökonomen der Commerzbank zu den heutigen US-Arbeitsmarktdaten: In den USA ist die Stellenzahl im September um 29.000 und damit weniger als erwartet gestiegen. Die Arbeitslosenquote legte leicht zu, und die Lohninflation hat sich weiter abgeschwächt. Nach dem überraschend starken Augustbericht fallen die Zahlen diesmal schwach aus. Per Saldo gibt der US-Arbeitsmarkt allerdings wenig Anlass zu Sorgen. Wir sehen uns in unserer Einschätzung bestätigt, dass die US-Notenbank die Zinsen auf der Sitzung Ende des Monats nicht ändert und erst im Dezember erneut anhebt.
Daten und Grafiken: US BLS
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