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Konjunkturdaten

US-Arbeitsmarktdaten in der Detailanalyse: Vorauseilender Trump-Efffekt mit erstaunlich positiven Detailzahlen

Die US-Arbeitsmarktdaten fielen mit 156.000 neuen Stellen schwächer aus als erwartet (180.000). Und es tut sich Erstaunliches! Erst einmal ist es üblich, dass auch der Staatssektor jeden Monat ein paar…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die US-Arbeitsmarktdaten fielen mit 156.000 neuen Stellen schwächer aus als erwartet (180.000). Und es tut sich Erstaunliches! Erst einmal ist es üblich, dass auch der Staatssektor jeden Monat ein paar tausend neue Stellen schafft. Im August sind dort aber 9.000 Stellen verloren gegangen. Somit gibt es in der Privatwirtschaft 165.000 neue Stellen.

Bisher war es üblich, dass der Dienstleistungssektor den weit überwiegenden Teil dieser neuen Stellen im Privatsektor zur Verfügung stellt. Im August aber hat das produzierende Gewerbe, wo in der Regel deutlich bessere Löhne gezahlt werden, satte 70.000 neue Stellen geschaffen. 6.000 davon entfallen auf den Bergbau, weitere 28.000 auf die Baubranche. 36.000 neue Stellen entfallen auf die tatsächliche Industrieproduktion – das ist mal der Knaller, so was gab es seit Ewigkeiten nicht mehr!

Genau wie der ifo-Index stets vor den Merkel-Wahlen steigt (SPON hat darüber heute einen interessanten Artikel verfasst), so scheinen auch die US-Produzenten gewillt zu sein die Ergebnisse von Trumps Steuerreform und Infrastrukturausgaben vorweg zu nehmen, in dem man schon mal optimistisch neue Stellen schafft – und zwar dort, wo Trump es seinen Wählern ständig versprochen hat. Denn von Trumps Ankündigungen wurde bisher ja noch gar nichts auch nur im Ansatz umgesetzt! Von den 36.000 Stellen in der Industrie entfallen zum Beispiel 12.300 neue Stellen auf den Sektor „Transportausrüstung“, und 5.200 auf Metallprodukte.


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Verbleiben noch 95.000 neue Stellen im Dienstleistungssektor, was nach ziemlich wenig aussieht (normalerweise). Der Einzelhandel gewinnt insgesamt nur 800 neue Stellen hinzu. Spürbar zulegen können Jobs wie Müllentsorgung, Zeitarbeit und Hausmeister mit insgesamt 17.900 neuen Stellen. 22.400 neue Stellen gab es bei „professionellen und technischen Dienstleistungen“.

Der Bereich „Bildung und Pflege“ enttäuscht diesmal regelrecht, wo man sonst immer der Jobmotor schlechthin ist. Man bringt nur 25.000 neue Stellen. Noch mehr enttäuschend ist im August der einfachste Jobmotor für die USA, wo normalerweise regelmäßig viele billige und einfache Jobs entstehen. Der Bereich „Freizeit und Gaststätten“ schafft nur lumpige 4.000 neue Jobs. Als Unter-Rubrik davon gibt es nur 9.200 neue Kellnerjobs im August – was ist los mit den USA, mag man sich da fragen, das ist ja fast ein Desaster für die Dienstleistungsbranche!

Haben sich die Worte von Donald Trump etwa alle Arbeitgeber zu Herzen genommen, endlich keine einfachen schlecht bezahlten Jobs mehr zu schaffen, sondern neue in der Industrieproduktion? Nun ja, so einfach wird es wohl nicht sein. Aber es gibt nun mal den Effekt, dass die Wirtschaft Ereignisse vorweg plant, und dementsprechend Kapazitäten hochfährt, wie es seit Monaten zum Beispiel im Bereich Bergbau der Fall ist.


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Quelle: US BLS

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Diese prima Stimmung bei den Erwartungen an die Exporte ist schon erstaunlich, so möchten wir anmerken, bei den aktuellen Massenentlassungen bei den Auto-Zulieferern (hier eine kleine Übersicht). Und auch die großen Autohersteller selbst bauen weiter ab, siehe aktuell MAN und Daimler. Hier weitere aktuelle Detailaussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

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