Konjunkturdaten

US-Arbeitsmarktdaten Januar im Detail: Weniger Staatsjobs, dafür Schub durch Kellner, Hilfsarbeiter, Pflege, Einzelhandel

Zusammen mit den vorhin veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten für Januar wurden wie immer eine ganze Reihe Detaildaten veröffentlicht. Am meisten interessiert stets die Betrachter der...

FMW-Redaktion

Zusammen mit den vorhin veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten für Januar wurden wie immer eine ganze Reihe Detaildaten veröffentlicht. Am meisten interessiert stets die Betrachter der US-Statistik, wie viele Stellen neu geschaffen wurden. Wir hinterfragen stets, wo denn genau diese Stellen geschaffen wurden. Denn wie wir vorhin schon thematisiert hatten: Die Industriejobs sind locker doppelt so gut bezahlt wie Dienstleistungsjobs. Und diese Entwicklung, die in Deutschland gerade voll im Anrollen ist, läuft in den USA schon seit Jahren, Monat für Monat.

Immer weniger Industriejobs, neue Jobs nur bei relativ schlecht und ganz schlecht bezahlten Dienstleistungsjobs. So auch dieses Mal für den Monat Januar. Wie immer unser Hinweis: Es sind allesamt ehrenwerte Berufe, aber es ist nun mal wie es ist: Sie sind extrem schlecht bezahlt in Relation zu Industriejobs! Die erstaunliche Entdeckung für Januar: Im Staatssektor sind diesen Monat sogar 10.000 Jobs verloren gegangen – was sagt man dazu. Schlägt hier schon der von Donald Trump verhängte Einstellungsstopp bei Bundesbehörden zu Buche? Mal sehen, ob es da im Februar noch zu massiveren Minuszahlen in dem Bereich kommt, denn er hat seinen Erlass hierzu ja erst Ende Januar verhängt.

Insgesamt sind es (zumindest nach diesen offiziellen Angaben) 237.000 neue Jobs im Privatsektor – abzüglich den -10.000 aus dem Staatssektor kommt man dann auf 227.000 neu geschaffene Stellen. Von den neuen 237.000 Stellen im Privatsektor stammen gerade mal 5.000 aus der Industrieproduktion (rot umrandet in der ersten Grafik). Aber es ist schon positiv, dass da überhaupt mal ein Zuwachs kommt, weil die Industrie in den USA eigentlich seit Jahren nur abbaut. (ist das im Januar eine statistische Fluktuation? Trump-Effekt? Zufall?)


Grafik: US BLS. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Die große Masse der neuen Jobs entsteht wie jeden Monat bei Dienstleistungen mit 192.000 neuen Jobs. Alleine davon sind 45.900 Jobs neu entstanden im Einzelhandel. Der Hauptbrocken liegt hier mit +18.300 bei Bekleidungsgeschäften (unten rot umrandet).


Grafik: US BLS. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Zeitarbeiter, Hilfskräfte und Computer-Services bringen diesmal einige Jobs, aber im Januar kein neuer Schub bei der Müllabfuhr. Insgesamt bringen gewerbliche Dienstleistungen 39.000 neue Jobs.


Grafik: US BLS. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Der Pflegebereich schuf 32.100 neue Stellen. Das Highlight jedes Monatsberichts aus den USA ist wie immer der Bereich „Freizeitparks, Hotel und Gastronomie“. Der schafft jeden Monat kräftig neue Stellen, so auch diesen Monat – alleine in Restaurants und Bars 29.900 neue Jobs (rote Umrandungen).


Grafik: US BLS. Zum Vergrößern bitte anklicken.



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1 Kommentar

  1. So ein „Jobwunder“ im Gastrobereich würde es unter den Umständen bei uns auch geben.. In en USA „leben“ die Servicekräfte vom Zwangstrinkgeld, welches als 10% Aufschlag direkt auf die Rechnung gebucht wird..

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