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Konjunkturdaten

US-Arbeitsmarktdaten: Schon seltsam..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

Die US-Arbeitsmarktdaten bieten ein etwas seltsames Bild: okay, die Zahl der neu geschaffenen Stellen ziemlich genau in der Konsenserwartung. Aber der Vormonat um 19.000 Stellen nach unten revidiert, nicht so hübsch. Im Bereich Fertigung (manifacturing) sind wieder 4000 Stellen verschwunden.

Und die Arbeitslosenquote liegt bei sage und schreibe 4,6% von 4,9% im Vormonat. Das ist eine große Überraschung, zumal die optimistischsten Flüsterschätzungen von 4,8% ausgegangen waren. Wie kommt das zustande?

Richtig ist, dass die participation rate (Beteiligungsquote) gefallen ist von 62,8% auf nun 62,7% gefallen ist. Aber das reicht normalerweise nicht aus, diesen großen Sprung von 4,9% auf 4,6% zu erklären!

Und die negative Überraschung ist, dass die Stundenlöhnen der Amerikaner gefallen sind um -0,1%. Die Prognose war +0,2%, im Vormonat waren es sogar noch +0,4%. Der Trend weist also in die falsche Richtung (wenn auch im Vormonat die +0,4% gewissermaßen ein positiver Ausreißer waren).

Alles in allem also bestenfalls gemixte Daten, die 4,6% Arbeitslosenquote dürfte vielen Amerikaner als reiner Hohn erscheinen angesichts einer Realität, die sehr viel schlechter aussieht als in dieser Zahl sich ausdrückt. In Sachen Statistik-Kosmetik sind uns die Amerikaner noch um einiges voraus, aber wer sich die offiziellen deutschen Arbeitsmarktdaten ansieht, erkennt, dass wir da auf dem „richtigen“ (Manipulations-)Weg sind..Und

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    sascha

    2. Dezember 2016 14:55 at 14:55

    USA ist auf lügen aufgebaut , es wird immer der Situation angepasst.

  2. Avatar

    Zinsangst

    2. Dezember 2016 15:04 at 15:04

    In Japan liegt die offizielle ALQ bei 3,8% und trotzdem druckt die Bank of Japan Yen bis der Arzt kommt. Notstandsgeldpolitik trotz statistischer Vollbeschäftigung. Es reicht eben nicht, einfach die Anzahl der Jobs zu zählen, auch die gesamtwirtschaftloiche Lohnsumme muss berücksichtigt werden. Was nützt es, wenn Letztere sinkt und jeder drei Jobs zum Überleben benötigt.

  3. Avatar

    mingo

    2. Dezember 2016 15:04 at 15:04

    hallo herr fugmann
    was unterscheidet die „private“ gehaltsabrechnungen von den gehaltsabrechnungen ?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      2. Dezember 2016 15:07 at 15:07

      @mingo, die kompletten Gehaltsabrechnungen liegen bei 178.000, also Privatwirtschaft + Staatsstellen insgesamt. Die „privaten“ sind also die neuen Jobs in der Privatwirtschaft (heute 156.000), Staatsstellen (heute) 22.000, ergibt gesamt also 178.000)..

      • Avatar

        Michael

        2. Dezember 2016 15:22 at 15:22

        Wobei man die Regierungszahlen hinsichtlich der Reliabilität getrost in der Pfeife rauchen kann ;)
        Septemberber: Von -11 auf +3 revidiert
        Oktober: Von +19 auf +7 revidiert
        November: Von +22 auf ????? (warten wir’s ab)

        • Avatar

          sascha

          2. Dezember 2016 15:46 at 15:46

          sagte ich doch, lügen ohne ende

  4. Avatar

    daulini

    2. Dezember 2016 16:51 at 16:51

    Man braucht sich in der sogenannten freien Welt über China nicht aufzuregen. Die dortigen Statistiker können sich da eher noch etwas abschauen bei diesen Lehrstücken.

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Die Konsumentenerwartung liegt bei 73,8, (Vormonat war 74,6)

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—–

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