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US-Arbeitsmarktdaten um 14:30 Uhr – Top-Event des Tages – die Vorschau

Um 14:30 Uhr werden die US-Arbeitsmarktdaten gemeldet, sehr wichtig für Märkte und Fed. Hier dazu die Datenvorschau.

USA-Flagge
Grafik: FREEMAN777-Freepik.com

Heute um 14:30 Uhr deutscher Zeit werden die US-Arbeitsmarktdaten für den Monat Juli von der US-Behörde BLS gemeldet. Es ist das Top-Event des Tages für Börsianer weltweit, abgesehen von der heutigen Zoll-Deadline von Donald Trump. Denn diese Daten zeigen, wie robust die US-Konjunktur weiterhin läuft. Auch für die US-Notenbank Fed sind diese Daten extrem wichtig. Denn ihr Mandat besteht nicht nur im stabilen Geld, sondern auch darin den US-Arbeitsmarkt am Laufen zu halten.

US-Arbeitsmarktdaten: Neue Stellen

Auch achtet die Fed auf Stundenlöhne, neu geschaffene Jobs und – so Jerome Powell vorgestern – auf die Arbeitslosenquote. An der Robustheit dieser heutigen US-Arbeitsmarktdaten versucht die Fed auch abzulesen, ob man im September vielleicht die Zinsen senken kann. Dafür müssten die Daten aber einiges an Schwäche zeigen. Im Juni gab es 147.000 neue geschaffene Jobs, wobei aber fast die Hälfte auf neu geschaffene Stellen bei Lehrern entfiel. Sehr auffällig, sehr merkwürdig, dass kurz vor den Sommerferien so viele Lehrer eingestellt werden! Man konnte diese Zahlen also so oder so betrachten. Für die heutige Meldung für den Monat Juli liegt die durchschnittliche Erwartung laut Bloomberg Terminal-Daten bei 107.000 neu geschaffenen Stellen. Die Spanne der 76 Schätzungen reicht von 0 bis 170.000 neuen Jobs.

Arbeitslosenquote wichtig für Fed

Die Arbeitslosenquote in den USA lag im Juni noch bei 4,1 %, gefallen von 4,2 % im Mai. Für die heutige Juli-Meldung werden 4,2 % erwartet. Wie gesagt: Jerome Powell sagte Mittwoch Abend, dass bei den heutigen US-Arbeitsmarktdaten besonders die Arbeitslosenquote von der Fed beachtet werden wird! (Zitat Powell: Die wichtigste Zahl, auf die man jetzt achten muss, ist die Arbeitslosenquote).

Stundenlöhne

Die Stundenlöhne sind immer wichtig, weil sie ein Gradmesser dafür sind, ob indirekt Inflationsdruck ausgeübt wird (höhere Löhne sorgen für Druck auf Arbeitgeber, Preise für Kunden anzuheben). Im Juni stiegen die Stundenlöhne im Monatsvergleich um 0,2 %. Für die heutige Meldung liegt die Erwartung bei +0,3 %. Im Vorjahresvergleich stiegen sie im Juni um 3,7 %, für heute werden +3,8 % erwartet.

Revisionen?

Interessant wird auch diesmal wieder sein: Wird es eine große Revision der beiden vorigen Monate geben bei der Zahl neu geschaffener Stellen? Schlagen Entlassungen im Staatswesen durch? Oder zeigen die US-Arbeitsmarktdaten mehr Robustheit, weil der US-Arbeitsmarkt durch Massenabschiebungen von Migranten leergefegt ist, und jeder noch verfügbare Arbeiter eingestellt wird, den man finden kann? Dieser Effekt könnte für die Statistik durchaus ein stabilisierender Faktor sein.

Wie reagieren die Märkte?

Egal ob Anleger sich für den Aktienmarkt, für Gold, Währungen oder Anleihen interessieren: Die US-Arbeitsmarktdaten können diese Anlageklassen ab 14:30 Uhr massiv in Bewegung bringen. Robuste Daten könnten die Fed davon überzeugen, dass ihre zurückhaltende Ansicht in Sachen Zinssenkungen richtig ist. Eine weiterhin starke Konjunktur dürfte ein gewichtiges Argument für weiterhin hohe Zinsen sein. Die Märkte könnten starke Daten so oder so interpretieren: Gute Konjunktur = gut für den Aktienmarkt. Oder gute Konjunktur = Verhinderung von baldigen Zinssenkungen, was dann schlecht für den Aktienmarkt ausgelegt werden könnte.



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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