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US-Arbeitsmarktdaten: was nun?

Von Markus Fugmann

Die US-Arbeitsmarktdaten sind aus Sicht der Märkte ziemlich optimal ausgefallen: nicht zu stark, und keinesfalls zu schwach. Was heißt das jetzt für die Märkte?

Zunächst einmal wichtig ist, dass die Stundenlöhne besser ausgefallen sind als im Vormonat. Gleichzeitig ist die Beteiligungsquote gestiegen von 62,8% auf 62,9%, auch das positiv – daher die rekord-niedrige Arbeitslosenquote von 4,3% (offiziell – die Realität ist deutlich anders, weil viele Arbeiotslose aus dem Raster fallen, wie wir schon mehrfach dargelegt hatten).

Welche Konsequenzen hat das? Zunächst einmal wurde der Dollar stärker, aber der Effekt lässt schon wieder spürbar nach. Der Dollar ist in der Defensive vor allem wegen Trump, und das dürfte sich so schnell ändern, zumal der Markt die 1,20 bei Euro-Dollar wohl unbedingt noch sehen will. Wir haben also eine kleine Atempause für den Greenback, nicht mehr. Kurzfristig aber hat der Dollar mit diesen Daten Rückenwind, Trump bedeutet konstanter Gegenwind, das Pendel wird mittelfristig in die Richtung ausschlagen, die die Fed nun gehen wird. Im kurzen Zeitfenster sollte man nicht unterschätzen, dass nun aber das Potential besteht für einen Short-Squeeze beim Dollar, weil der Markt sehr heftig gegen den Dollar positioniert ist. Für den Dax wäre das eine gute Nachricht!

Und die Aktienmärkte? Reagieren erst einmal erfreut, weil die Headline-Zahl nicht zu gut ist und so Sorgen vor einer zu hawkishen Fed schürt (wie sagte kürzlich Jens Erhard: das Schlimmste, was den Aktienmärkten passieren könnte, wären zu gute US-Konjunkturdaten!). Allerdings sind auch diese Zahlen nicht so wirklich gut bei genauerem Hinsehen – es sind wieder einmal Niedriglohn-Jobs, die überwiegend entstanden sind (siehe dazu in Kürze unseren Artikel hierzu!).

Aber: für die Fed sind die Daten letztlich doch eine Bestätigung, dass es nach einer Pause nun Zeit ist (vermutlich im Dezember), mit den Zinsanhebungen weiter zu machen.

Und um dann davor, vielleicht schon im September, wenn die nächsten Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten nicht enttäuschen sollten, die Reduzierung der Bilanzsumme zu beginnen.

Also alles nicht so ganz einfach..



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4 Kommentare

  1. Ja warum denn ist alles nicht so ganz einfach?
    Die FED erhöht mittelfristig die Zinsen weiter(!) und die EZB sieht die Inflation bis über 2019 weit unter 2%, Zinsen in der EU bleiben also bei oder unter Null. Wo spielt jetzt die bessere Musik? Und wer dreht an der Währungsschraube?

    1. seh die Euro-Stärke eher als Short-Squeeze, weil alle auf 1:1 getippt hatten. Die realen Zinsen sind in der Eurozone super negativ, da ist es in den USA ja noch besser.
      Draghi wird schon dafür sorgen, dass der markt ihn nicht wieder falsch versteht.

  2. Inflation werden sie in den USA auf jeden Fall bekommen (die wird importiert). Ob die Fed die Zinsen anhebt bei mittelprächtiger Konjunkturlage ist die andere Frage.

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