Folgen Sie uns

Allgemein

US-Außenpolitik: Kevin (Trump) allein zu Hause

Die US-Außenpolitik wird auch für die Verbündeten der USA immer schwerer nachzuvollziehen und isloliert die Supermacht zunehmend

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die US-Außenpolitik wird auch für die Verbündeten der USA immer schwerer nachzuvollziehen und isloliert die Supermacht zunehmend!

Was wurde nicht alles über die Hintergründe der gezielten Tötung von Quassem Suleimani spekuliert! Das Pentagon hatte anscheinend US-Präsident Trump mehrere Optionen an Interventionen vorgeschlagen, nicht damit rechnend, dass er ausgerechnet die riskanteste Maßnahme präferierte. Als Dauer-„Fernsehzuschauer“ (und das als US-Präsident!) hatten ihn die Fernsehbilder vom versuchten Sturm schiitischer Milizanhänger auf die US-Botschaft in Bagdad so aufgeregt, dass er dann doch die Tötung Soleimanis befahl.

Neben seiner gefährlichen Impulsivität im Handeln wird aber auch augenscheinlich, dass Trump durch seinen ständigen Umbau der Regierungsmannschaft – vor allem durch die Entlassung derjenigen, die ihm Widerspruch entgegenbrachten – nur noch Jasager um sich schart. Und was noch schlimmer ist: auch die große Expertise in Sachen US-Außenpolitik ist damit aus Trumps Umfeld verschwunden!

US-Außenpolitik und die zunehmende Isolation der Amerikaner

Die letzten zwei Jahre haben gezeigt, was Donald Trump unter Wirtschaftspolitik versteht: Im Alleingang sich ein Land herauszupicken, von dem er glaubt, dass es die USA benachteilige. Dann eine Zollauseinandersetzung starten, wie erlebt: Gegen Mexiko, Kanada, Japan, Südkorea, China, die EU, speziell Frankreich und Italien und zuletzt auch gegen südamerikanische Länder wie Brasilien oder das taumelnde Argentinien. Immer im Alleingang und stets multinationale Abkommen ignorierend – das ist inzwischen das Wesensmerkmal der US-Außenpolitik!

Am deutlichsten ist die zur Isolation führende US-Außenpolitik erkennbar im großen Handelsstreit mit China: Anstelle sich mit den Verbündeten zusammenzuschließen, um die unfairen Handelspraktiken Chinas zu bekämpfen, versucht es der Präsident im Alleingang, quasi face to face, um den Gegner allein in die Knie zu zwingen.

Welch fatale Auswirkungen diese Vorgehensweise hat, sieht man in der Entwicklung in der Weltwirtschaft – Amerikas Isolationismus schafft viele Langfristauswirkungen, die sich Mr. President jetzt noch gar sich ausmalen kann. Während er sich im wirtschaftlichen Kampf noch auf die Ausnahmestellung des US-Dollars stützen kann, so ist ein ein derartig egomanes Vorgehen außenpolitisch praktisch völlig ungeeignet. Das international unabgestimmte Vorgehen gegen die „künftige“ Atommacht Iran zeigt dies in aller Deutlichkeit.

Die Vereinigten Staaten sind die „einsamste Schutzmacht der Welt“, so hat Gabor Steingart es in seinem gestrigen Morning Briefing bezeichnet.

Gerade die letzten Twitter-Botschaften an den Iran zeigen einmal mehr, wie wichtig für Trump seine Außendarstellung ist. Mit der Drohung, 52 Ziele im Auge zu haben, sollte es der Iran wagen Vergeltungsschläge gegen die USA durchzuführen, bestätigen, dass er der Welt mit aller Macht beweisen will, dass er Herr der Lage ist und sich von keinem Gegner auch diplomatisch in die Knie zwingen lassen will. Koste es was es wolle.

Darin liegt auch die große Gefahr in der jetzigen Auseinandersetzung. Man stelle sich nur vor, er würde tatsächlich islamische Kulturgüter bombardieren lassen. Was würde das für Folgen in der gesamten islamischen Welt zeitigen – abgesehen davon, dass es ein Bruch des Völkerrechts wäre. Kein Verbündeter würde sich an die Seite der USA stellen, bei augenscheinlichen Verstößen gegen die Genfer Konvention. Donald Trump isoliert sich auch militärisch immer mehr von seinen Nato-Verbündeten.

Anscheinend hat die US-Regierung die europäischen Verbündeten auch nicht vorher über die Irak-Aktion informiert, die auch Soldaten europäischer Länder hätten gefährden können: Männer und Frauen, die bei der Ausbildung der irakischen Truppen und im Kampf gegen den IS im Einsatz sind. Auch wenn der iranische General auch auf den Terrorfahndungslisten der EU stand, kam es vonseiten der Europäer zu sehr kritischen Stellungnahmen nach der gezielten Tötung.

Es ist auch nicht das erste Mal, dass Washington die Verbündeten vor den Kopf stößt. Nach der Aufkündigung des mühsam ausgehandelten Atomdeals mit dem Iran stehen die USA in der neuen Eskalationsstufe gegen das Land weitgehend allein da. Die US-Außenpolitik von Trump isoliert die USA immer weiter!

Donald Trump hat unverkennbar auch keine langfristige Strategie für die US-Außenpolitik. Dies zeigt auch der Zickzackkurs in Syrien mit dem überraschenden Truppenabzug, der die Kurden in Nordsyrien in große Gefahr gebracht hatte. Amerikas Militärstärke zu beweisen und gleichzeitig die Truppen in die Heimat zu bringen, ungeachtet der Sicherheitslage – die militärische Quadratur des Kreises.

Fazit

Neben der Möglichkeit einer kriegerischer Auseinandersetzung zwischen dem Iran und den USA (die vielleicht aktuell schon ihren Lauf genommen hat), ist mit der unabgesprochenen Aktion Donald Trumps eine wesentlich gravierende Folge im Irankonflikt in Sichtweite getreten. Das Mullah-Regime hat angekündigt, sich nicht mehr an das Atomabkommen zu halten. Damit könnte man schon in einem Jahr im Besitz von atomwaffenfähigen Uran sein. Der Iran, mit einem Heer von Selbstmordattentätern und Terroristen, in der Hand solcher Mittel! Das ist das Letzte, was der Nahe Osten und vor allem der Erzfeind des Iran, Israel, gebrauchen können. Um das zu verhindern, wären die USA sogar gezwungen, das Land zu attackieren, um die Anlagen zu zerstören, ob man will oder nicht. Und das bedeutet Krieg.

Das Atomprogramm von 2015 war um Längen besser, als die Situation, die Trump nun durch die US-Außenpolitil aktuell geschaffen hat!

Die US-Außenpolitik von Donald Trump führt die Amerikaner in die Isolation

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    isntit

    8. Januar 2020 11:35 at 11:35

    Bei aller Sorge wegen Atomwaffen in iranischen oder nordkoreanischen Händen, nicht vegessen:
    Das einzige Land der Weltgeschichte, das bisher Atomwaffen gezielt gegen Menschen eingesetzt hat, sind die freitlich-demokratischen USA. Mit etwa 100.000 zivilen Todesopfern sofort, und weiteren mehreren hunderttausend Menschen, die an den Spätfolgen starben.
    Und ausgerechnet dieses Land möchte bestimmen, wer Atomwaffen haben darf – es ist schon sehr verwunderlich, das diese Absurdität in den Medien kaum Erwähnung findet.

  2. Avatar

    Kritisch on fire

    8. Januar 2020 12:11 at 12:11

    Seine Politik (Trump) kommt mir immer mehr so vor als würde er mit einer immer größeren Anzahl an Bällen zu jonglieren versuchen. Mittlerweile fallen eben immer schneller Bälle hinunter. Seine Reaktionen darauf sind nicht, wie man es von einem mit normalem Menschenverstand ausgestatten erwarten könnte, die Anzahl der Bälle zu reduzieren. Nein, er versucht den Bällen zu befehlen doch gefälligst oben zu bleiben, was wohl oder übel dazu führen wird, dass er alle irgendwann von Hass und Frust geprägt in die Luft schleudern wird! Hoffentlich stolpert er als erster über einen der am Boden liegenden Bälle und fällt, bevor diese Bälle mehr Schaden anrichten.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

weiterlesen

Allgemein

Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

weiterlesen

Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage