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US-Autokredite: Es geht „aufwärts“

FMW-Redaktion

Wir berichteten jüngst darüber: Die totale Verschuldung der US-Konsumenten wächst schnell und könnte bald ihre Hochs aus 2008 überschreiten. Neben Studentenkrediten, Hypotheken, Kreditkarten usw. gehören zu diesem Themenkomplex auch die Autokredite. Dort herrscht gerade Goldgräberstimmung. Die Analysefirma Experian hat aktuell eine Studie veröffentlicht, die auf der Analyse von Millionen von US-Autokrediten basiert, die ein Volumen von mehr als 1 Billion Dollar umfassen.

Zum ersten Mal überhaupt ist gemäß dieser Studie bei Neuwagenkäufen in den USA die Kreditsumme über 30.000 Dollar gestiegen, genauer gesagt auf 30.032 Dollar. Und zum ersten Mal überschritt die durschnittliche Monatsrate mit 503 Dollar die 500er-Marke. Eine große runde psychologische Summe. Wir alle wissen es: 499 klingt beruhigender als 501. Die aktuell von Experian gemessene Dauer für Autokredite ist mit 68 Monaten auch die längste jemals gemessene Kreditdauer.

Das Volumen der Autokredite und die Höhe der Monatsraten steigen laut Experian seit 7 Jahren konstant schnell an – auch die Preise für die Autos selbst erreichen neue Hochs, weil die Hersteller anscheinend sehen, dass sie die Preise verlangen können. Konstanter Anstieg seit 7 Jahren? Das heißt seit 2009. Und was war kurz davor? Richtig, die große Finanzkrise. Wo Ökonomen, Politiker etc. gerade hier in Deutschland denken, der Auslöser der Krise wäre Lehman Brothers gewesen, wird hierzulande oft verkannt, dass Lehman das Resultat der Krise war.

Auslöser waren die völlig überschuldeten Haushalte in den USA. Das Genick brach vielen die steigende Zinslast bei ihren Hauskrediten. Durch die dann folgende massive Abschreibung von Krediten konnte wieder Platz geschaffen werden für einen Neustart – die Verschuldungsspirale bei US-Konsumenten ist wieder voll in Fahrt – und siehe da: Wie wir alle wissen, ist die Federal Reserve gerade dabei nach und nach den Leitzins für die USA raufzusetzen – womöglich geht´s noch diesen Monat ein Stück weiter rauf. Die US-Verbraucher jedenfalls müssen sich zumindest kurzfristig keine Sorgen machen wegen der Versorgung mit neuen Krediten.

Der Chef von Wells Fargo, dem Gigant im Verbraucherkreditgeschäft, sagte erst diese Woche das Geschäft brumme, man mache gerade jede Menge Neugeschäft. Wie wir schon mal gesagt haben: Die USA brauchen derzeit keine Notenbank-Maßnahmen wie in Europa oder Japan – das besorgen die US-Regierung und die US-Verbraucher schon ganz von alleine – jede Menge Schulden und zusätzlicher Konsum für die Ankurbelung der Wirtschaft!



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