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Anleihen

US-Banken horten so viele US-Staatsanleihen wie noch nie

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am

Von Markus Fugmann

Gibt es etwas, was die US-Banken wissen, und viele andere nicht? US-Banken jedenfalls haben ihre Bestände an US-Staatsanleihen nun den 16. Monat in Folge aufgestockt und besitzen nun US-Anleihen im Umfang von 2,1 Billionen Dollar – so viel wie noch nie, seit die Fed diese Daten (seit 1973) aufzeichnet. Allein die vier größten US-Banken haben ihre Bestände an amerikanischen Staatsanleihen im letzten Jahr verdoppelt. Bank of America, die zweitgrößte Bank der USA, sogar verzehnfacht(!).

Fragt sich nur: warum? Ein Grund ist, dass die Kreditnachfrage in den USA – trotz der vermeintlichen Konjunkturerholung – nach wie vor sehr verhalten ist. Zwar wuchs die Kreditvergabe im letzten Jahr an Unternehmen um 13% auf nun 1,81 Billionen Gesamtsumme, Kredite für private Verbraucher jedoch nur um 5% auf nun 1,2 Billionen Dollar Gesamtvolumen. Der Konsument in den USA scheint also nach wie vor damit beschäftigt zu sein, seine Schulden zu reduzieren, daher die flaue Nachfrage nach neuen Krediten. Viele dieser neuen Kredite gehen auf das Konto der Bank Wells Fargo, während andere große US-Banken wie die Bank of America nun seit sechs Jahren in Folge weniger Kredite vergeben. Der Grund: die Amerikaner beginnen mehr und mehr zu sparen, die Sparquote steigt auf nun 4,9% – fast doppelt so viel wie auf dem Tiefpunkt 2005. Und das, obwohl die Konditionen für Kredite derzeit extrem günstig sind.

 

Das bedeutet: bei den meisten Amerikanern kommt die vermeintliche Wirtschaftserholung nicht wirklich an. Und das ist ein Problem für die Konsum-orientierte US-Ökonomie: wenn der Konsum trotz der schön aussehenden BIP-Zahlen nicht mehr signifikant steigt, ist das Potential für weiteres Wachstum begrenzt.

Der zweite Grund für die Hortung von US-Staatsanleihen sind Regularien: Basel III und Vorgaben der Fed verpflichten die Banken, liquide und mit Top-Ratings versehene Staatsanleihen zu halten. Hinzu kommt, dass die Renditen für US-Staatsanleihen im globalen Null-Zins-Umfeld vergleichsweise attraktiv sind. Attraktiver zumindest als die Verzinsung, die die Banken erhalten, wenn sie das Geld bei der Fed parken. Der US-Konsument jedenfalls scheint skeptisch zu sein, was die Zukunft betrifft. Die US-Banken nicht weniger – lieber das Geld in sicheren Häfen haben, so scheint deren Devise.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Rudolf Weissmueller

    24. Februar 2015 14:09 at 14:09

    Das Einzige was man den Amerikanern noch glaubendarf ist daß ihre Wirtschafts- und Finanzberichte
    nicht den Tatsachen entsprechen .Das läuft unter Anregung zum positiv denken .( alternative Analysten
    Singarpur).
    Seit geraummer Zeit stoßen einige Länder darunter auch China kontinuierlich amerik.Staatsanleien ab .Der emsige Aufkauf durch die amerik. Banken ist eher als Teuschungsmanöver zu sehen da anderswo das
    Interesse eher schwach ist . Glaub mal Keiner das die Amerikaner nich ernsthafte Propleme haben.
    Der Kran der die wieder hochzieht muß erst noch erfunden werden . Da hilft auch die imenze
    Waffen Producktion nicht mehr.

  2. Rudolf Weissmueller

    24. Februar 2015 14:30 at 14:30

    Ach , daß würde ich gerne noch wissen wo sollen die sicheren Häfen denn genau sein ?
    Oder was ist damit genau gemeint .

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Anleihen

Deutschlands historische Anleiheemission endet in einem Desaster

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Gestern stieg bereits die Aufmerksamkeit für dieses Ereignis, und heute war es dann so weit. Zum ersten Mal in der Geschichte hat Deutschland eine 30 Jahre laufende Staatsanleihe verkauft, bei welcher der Zinskupon mit 0,00% angesetzt war. Erstmals also gar keine Zinszahlung mehr, und das bei 30 Jahren Laufzeit! Was für ein Wahnsinn. Aber so ist es nun mal, wir leben in wahnsinnigen Zeiten!

Und heute dann das Resultat. Die Emissionsrendite liegt bei -0,11%. Also ein gutes Geschäft für den Finanzminister. Aber erstmal was anderes. Warum schreiben wir im Titel dieses Artikels von einem „Desaster“? Nun, Deutschland wollte ein Volumen von 2 Milliarden Euro verkaufen. Und das Nachfragevolumen der institutionellen Investoren (hier die Details) lag nur bei 869 Millionen Euro. Was für eine Peinlichkeit. Da hat sich der Bund wohl doch übernommen. Entweder den Anlegern waren -0,11% Rendite für 30 Jahre dann doch zu wenig… oder die Spekulanten unter den Instis glauben nicht, dass die Kurse am Anleihemarkt noch weiter steigen können, und sehen nach der Emission am freien Anleihemarkt nicht die Möglichkeit diese Papiere zu noch höheren Kursen (weiter fallende Rendite) abzustoßen.

Aber jetzt zum Gewinn für den Bund. Bei einem letztlich verkauften Volumen von 824 Millionen Euro lag der Verkaufskurs bei 103,61% (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten). Weil der Anleiheinhaber in 30 Jahren den Nominalwert von 100,00% zurück erhält, heute aber 103,61% bezahlen muss, entsteht eine Negativrendite. Bei 824 Millionen Euro an nominal verkauftem Volumen hat der Bund heute also tatsächlich 853,74 Millionen Euro eingenommen. Also macht man per sofort im Finanzministerium durch diesen Verkauf einen Gewinn von 29,74 Millionen Euro.

 

Da freut sich Olaf Scholz. Aber die Experten bei der Finanzagentur Deutschland Gmbh, die regelmäßig die Emissionen für den Bund durchführen, sehen vielleicht: Ohhhh, da ist wohl die Grenze erreicht? Nur noch 869 Millionen Euro Nachfrage bei 2 Milliarden Euro Angebot. Beim nächsten Mal vielleicht doch eine Rendite von 0,00%, oder vielleicht ein Mini-Mini-Plus von 0,03%? Nur so ein Vorschlag unsererseits. Aber was wissen wir schon.

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Anleihen

Italien – Regierung jetzt auch offiziell am Ende

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Nun ist es gewissermaßen offizell: die gegenwärtige Regierung in Italien ist am Ende! Das hat Ministerpräsident Conte soeben klar gemacht. Schon heute vormittag hatte sich Cinque Stelle-Chef Di Maio bei Conte für die Zusammenarbeit bedankt – ein klarer Hinweis auf das nahende Ende der derzeitigen Regierungskoalition in Italien. Contes Aussagen vor wenigen Minuten runden nun dieses Ende gewissermaßen ab.

Auslöser des Auseinanderbrechens der Koalition in Rom ist oberflächlich eine Meinungsverschiedenheit über ein Infrastrukturprojekt (Eisenbahntrasse Turin-Lyon), aber faktisch geht es um Macht und gundsätzliche Fragen: um Macht, weil Italiens starker Mann, Innenminister Salvini, nach dem starken Ergebnis bei den Europawahlen seiner Lega die Chance wittert, nun wirklich die Macht zu übernehmen – und damit sein massives Ausgabenprogramm umzusetzen. Zur Freude vieler Italiener, aber zum Ärger Brüssels!

Nun also soll es im Oktober Neuwahlen geben – und Ministerpräsident Conte, ein Parteiloser, hat die Dinge in seiner Rede vor wenigen Minuten durchaus auf den Punkt gebracht:

 

– Salvini suche seit der Europawahl einen Vorwand, um die Regierung zu stürzen (was glaubhaft ist)

– Italien drohe in den Verhandlungen mit der EU geschwächt zu werden (kommt darauf an, wer dann die Macht übernimmt)

– Italien drohe Finanz-Instabilität (das hat schon mit steigenden Renditen für italienische Anleihen begonnen, seit klar ist, dass die Regierung so nicht weiter bestehen wird)

– Geplante Justizreform und Budgetplan in Italien sei nun stark gefährdet (ohne Frage..)

– Salvinis Drohung mit Strassenprotesten für den Fall, dass es keine Neuwahlen gebe, sei besorniserregend (Salvini versucht mit Druck von der Straße seine Ziele durchzsezen) und widerspreche dem Koalitionsvertrag

– Regierungskrise müsse im Parlament, nicht auf der Strasse gelöst werden

Dann erklärte Conte seinen Rücktritt, sein Regierungshandeln „endet hier“ – er werde unmittelbar im Anschluß bei Staatspräsident Mattarella treffen und von seinem Schritt unterrichten.

Und damit endet dann die 61.Regierung in Italien seit dem 2.Weltkrieg – damit liegt das Land zusammen mit Frankreich an der Spitze in Europa:

Salvini wiederum droht mit großflächigen Straßenprotesten, weil Di Maios Cinque Stelle mit einer Koalition mit den Sozialdemokraten liebäugelt aufgrund des damaligen Wahlergebnisses. Aber das wäre in Sachen Demokratie dann durchaus bedenklich, da hat wiederum Salvini nicht ganz unrecht..

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Anleihen

Inverse Zinskurve – besitzt sie noch ihre Aussagekraft?

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Die Zinskurve ist selbst in amerikanischen Massenmedien inzwischen in aller Munde: Die Entwicklung wird jeden Tag beobachtet und in allen Wirtschaftsmedien thematisiert, das Verhältnis zwischen den kurz- und langlaufenden Anleihezinsen und deren Invertierung – speziell in den USA. Schließlich galt diese bisher als unglaublich treffsicherer Indikator für das Auftreten einer Rezession auf Jahressicht. Doch ist das immer noch so?

 

Ursache und Auswirkung der Invertierung der Zinskurve

Man spricht von einer inversen Zinsstrukturkurve, wenn die kurzfristigen Zinssätze höher sind als die langfristigen. Dabei wird in der Regel das Verhältnis zwischen den 3-monatigen Staatspapieren zu den 10-jährigen Anleihen betrachtet, oft aber auch die Relation zwischen den 2- und 10-Jährigen. In den USA gab es diese Invertierung bereits Ende März, noch deutlicher aber erst vergangene Woche. Sie entsteht entweder, wenn die Notenbank die kurzfristigen Zinsen stark erhöht, oder wenn Anleger in Sorge vor einer Konjunkturschwäche, ihr Kapital vermehrt in langfristige Zinspapiere stecken und damit deren Renditen drücken.

Am stärksten trifft es zuerst das Geschäft der Banken, die durch ihre „Fristentransformation“ – Geld kurzfristig ausleihen und langfristig verleihen – einen massiven Einbruch in ihrem Hauptgeschäft erleiden und in der Folge ihre Kreditgeschäfte reduzieren müssen. Die Auswirkung auf die Gesamtwirtschaft ist da.

 

Die unheimliche Rolle der Notenbanken bei der Zinskurve

 

Diese Invertierung der Zinskurve war in der Vergangenheit ein treffsicherer Indikator für eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung und nur 1966 und 1998 gab es ein kleines Fehlsignal.

Es gibt aber zur heutigen Situation einen gewaltigen Unterschied: Die Notenbanken haben bereits Anleihen in Höhe von 10 Billionen Dollar vom Markt aufgekauft und damit für eine massive Senkung der Renditen gesorgt. In Deutschland hat die Europäische Zentralbank fast ihr gesetzliches Limit an möglichen Käufen (ein Drittel der Bestände) erreicht, da der Staat seit geraumer Zeit keine neuen Schulden mehr aufnimmt (Politik der schwarzen Null), wurden die Zinssätze deutscher Staatsanleihen auf ein absurd niedriges Niveau gedrückt. Diese Käufe von Staats- und Unternehmensanleihen – Quantitative Easing genannt – wurden seit Lehman nicht aus Anlagegründen getätigt, sondern um frisches Geld in das Finanzsystem zu pumpen.

Damit stellt sich die Frage, ob in einem Zinszyklus, in dem die Notenbanken der alles dominierende Faktor an den Kapitalmärkten sind, Zusammenhänge aus einer Zeit, als noch das freie Spiel der Märkte die Preise bestimmte, noch Gültigkeit haben?

 

Die Sonderrolle der USA

Jeden Tag wird darüber berichtet, wie stark die Summe der Anleihen anschwillt, die sich bereits im negativen Bereich befinden – 16 Billionen Dollar und damit über ein Viertel der handelbaren Staatsanleihen der Welt. Aber die Schuldpapiere der USA bei ihrer derzeitigen Staatsverschuldung von 22,38 Billionen Dollar werfen in allen Laufzeiten noch deutliche Zinsen ab. Damit wird auch ersichtlich, dass es weltweit aus dem Anlagenotstand heraus auch einen Run auf diese Anleihen gibt (besonders aus den extremen Nullzinsregionen EU und Japan), in die Weltleitreservewährung, die auch nach wie vor als „sicherste“ Anlageklasse angesehen wird.

Mit zwei Folgen: Zum einen ergibt sich damit ein Druck auf die Renditen dieser Dollarpapiere und zum anderen stärkt dies – sehr zum Leidwesen Donald Trumps – die Stärke dieser Währung.

 

Die Bedenken der Geldverwalter

Klar haben Investoren weltweit aus Sorge um den Abschwung der Weltwirtschaft, resultierend auch aus der Eskalation im Handelsstreit und wegen eines möglichen harten Brexits, auf Risk-Off-Modus umgestellt und kaufen vermehrt Anleihen. Niedrige oder sogar leicht negative Anleihezinsen bringen halt deutlich mehr als eine Anlage am Aktienmarkt, der spielend 10 Prozent und mehr nach unten korrigieren könnte. Dies bestätigt auch die Fondsmanagerumfrage der Bank of America Merrill Lynch für den Monat August:

Raus aus konjunkturzyklischen Wertpapieren und rein in sichere Anlagen. „Investoren streichen ihre Positionen in Zyklikern zusammen, um US-Staatsanleihen zu kaufen“, so BoAML-Chefstratege Michael Hartnett.

 

Fazit

Man könnte zumindest große Zweifel an der Aussagekraft der inversen Zinskurve bekommen, wenn man sich die unheimliche Rolle der Notenbanken an den Anleihemärkten ins Bewusstsein bringt. Sie haben für die größte Anleiheblase in der Nachkriegszeit gesorgt, die Spekulationsgewinne bei 10-, 30-, oder 100-jährigen Staatspapieren allein in diesem Jahr sprechen Bände.

Aber was passiert eigentlich, wenn etwas geschieht, was derzeit kaum jemand auf dem Schirm hat – ein Anstieg der Inflation, infolge von Zöllen und der Gelddruckerei? Die Notenbanken könnten dann nicht die weiteren geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen umsetzen, aus ihrem gesetzlichen Auftrag heraus, was aber in den Kursen bereits eingepreist ist.

Zur Zeit geht alle Welt von weiteren deflatorischen Entwicklungen aus, in Erwartung eines Wirtschaftsabschwungs.

 

Die Invertierung der Zinskurve deutet auf eine Rezession

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