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US-Banken nächste Woche mit Quartalszahlen – Glänzen dank Trump?

Die großen US-Banken werden nächste Woche Quartalszahlen melden. Gerade wegen Trumps Handelschaos könnten es gute Zahlen werden.

New York Stock Exchange
Foto: Bloomberg

Nächste Woche melden die großen US-Banken ihre Quartalszahlen – traditionell der Auftakt zur Berichtssaison für das zweite Quartal. Wenn sie gut abschneiden, kann das die Stimmung am US-Aktienmarkt weiter pushen. Denn gut laufende Bankgeschäfte, wenig Kreditausfälle etc würden andeuten, dass die US-Konjunktur weiter läuft wie geschnitten Brot. Trumps Handels-Chaos hat die Handelsgeschäfte der großen US-Banken von April bis Juni vermutlich noch deutlich verbessert, weswegen man gute Finanzdaten für die Meldungen in der nächsten Woche vermuten darf.

US-Banken stehen kurz davor, Gewinne aus einer turbulenten Phase nach den Zoll-Ankündigungen von Präsident Donald Trump zu verzeichnen. Bloomberg meldet: Führungskräfte werden voraussichtlich noch weiter gehen und darauf hinweisen, wie diese Gewinne dank Deregulierung noch weiter steigen könnten.

Die sechs größten US-Banken werden nächste Woche ihre Ergebnisse für das zweite Quartal veröffentlichen. Analysten gehen laut Bloomberg-Daten davon aus, dass alle Banken einen Anstieg ihrer Handelsumsätze verzeichnen werden. Dies ist vor allem auf die Rekordtage für einige Unternehmen nach Trumps „Liberation Day”-Zollaankündigungen im April zurückzuführen.

Im Handelsbereich „Equities“ wird Goldman Sachs Group mit einem erwarteten Gewinn von 3,7 Milliarden US-Dollar voraussichtlich an der Spitze liegen, dicht gefolgert von Morgan Stanley. Im Bereich Fixed Income, Währungen und Rohstoffe dürfte unter den großen US-Banken JPMorgan mit 5,2 Milliarden US-Dollar für das Quartal führen, gefolgt von der Citigroup.

Weniger sicher als die Gewinne der US-Banken für das zweite Quartal ist, wie sie vor dem Hintergrund der Politik aus Washington noch höhere Gewinne erzielen wollen. Die Pläne der US-Aufsichtsbehörden zur Lockerung der Kapitalvorschriften könnten den Banken helfen, Marktanteile von Market-Making-Firmen wie Jane Street Group und Citadel Securities zurückzugewinnen, die in den letzten Jahren rasant gewachsen sind.

Insbesondere eine geringere zusätzliche Verschuldungsquote würde den US-Banken mehr Spielraum verschaffen, um mehr US-Staatsanleihen zu halten und ihre Kapazitäten für lukrative Geschäfte auszubauen. Die Ergebnisse des gelockerten jährlichen Stresstests der US-Notenbank Federal Reserve von letzter Woche könnten in Verbindung mit den vorgeschlagenen Änderungen der SLR den sechs größten US-Banken Kapital in Höhe von bis zu 70 Milliarden Dollar freisetzen.

Grafik zeigt erwartete Erträge der großen US-Banken im Handelsgeschäft

Anleger werden aufmerksam auf Hinweise von Bankmanagern achten, wie sie dieses zusätzliche Kapital einsetzen wollen – möglicherweise in wettbewerbsintensiven, aber gefragten Bereichen wie dem Prime Brokerage. „Die Frage ist wirklich, ob die Goldmans und Morgan Stanleys dieser Welt Marktanteile von einigen dieser Nichtbanken zurückgewinnen können“, sagte Erika Najarian, Analystin bei der UBS, und fügte hinzu, dass dies eine wichtige Folge der Lockerung der SLR sein könnte.

Die Ergebnisse der Investmentbanken dürften nächste Woche gemischter ausfallen, da die Geschäfte im zweiten Quartal weitgehend durch die Unsicherheit aufgrund des Handelskriegs von Trump beeinträchtigt wurden.

Während einige US-Banken ihre Umsatzdynamik mit großvolumigen Abschlüssen im Quartal aufrechterhalten und solide Ausschüttungen erzielen konnten, dürften andere weniger gut abschneiden. Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citigroup und Wells Fargo dürften im Investmentbanking gegenüber dem Vorjahr Zuwächse verzeichnen, während die Zahlen von JPMorgan und Bank of America wahrscheinlich zurückgehen werden.

Goldman wird laut Analysten voraussichtlich einen Anstieg der Finanzberatungsgebühren um 22 % verzeichnen, während die Bank of America einen Rückgang von 17 % hinnehmen dürfte. Im vergangenen Monat erklärte Brian Moynihan, Vorstandsvorsitzender der BofA, dass die Investmentbanking-Einnahmen seiner Bank insgesamt noch stärker zurückgehen würden, dieser Rückgang jedoch durch einen Anstieg der Handelsgewinne des Unternehmens ausgeglichen werde.

Die Anleger werden auch auf die Aussagen der Führungskräfte zur Größe ihrer Investmentbanking-Pipelines achten. Als die US-Banken ihre Ergebnisse für das erste Quartal bekannt gaben, erklärten sie, dass ihre Pipelines fast Rekordhöhen erreicht hätten. Die Bankergebnisse werden auch ein wichtiger Indikator für die Gesundheit der Verbraucher sein. Zwar wird nicht mit einem dramatischen Anstieg der Kreditkartenverluste gerechnet, doch aufgrund der Besorgnis über einige wirtschaftliche Trends dürften die großen US-Banken größere Rücklagen bilden, um sich gegen potenzielle Verluste in der Zukunft abzusichern.

Es bestehen weiterhin Bedenken, dass Zölle die Inflation in der Gesamtwirtschaft ankurbeln und sich damit auf die Fähigkeit von Verbrauchern und Unternehmen zur Rückzahlung von Krediten auswirken könnten – doch vieles hängt noch davon ab, welche Handelsabkommen bis zu einer wichtigen Frist Anfang nächsten Monats unterzeichnet werden.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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