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US-Berichtssaison beginnt – Banken wohl miserabel

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Zeiten, in denen die Banken die US-Berichtssaison stets retteten, sind wohl erst einmal vorbei. Heute nachbörslich beginnt bekanntlich die US-Berichtssaison mit Alcoa – aber die Wall Street wird in dieser und der nächsten Woche vor allem auf die Ergebnisse der US-Banken achten. Und da sieht die Lage – wie im europäischen Banken-Sektor auch – ziemlich trübe aus.

Zu erwarten ist der schlechteste Jahresauftakt für die sechs großen US-Banken seit der Finanzkrise. Durchschnittlich dürften die Gewinne der großen US-Geldhäuser um 20% gefallen sein zum Vorjahresquartal, und am schlechtesten dürfte wohl Goldman Sachs abschneiden. Hier erwarten Analysten sogar das schwächste Quartal seit zehn Jahren. Ein Grund dafür ist die fast schon konstante Fehleinschätzung der Marktentwicklung durch die einst so treffsicheren Goldmänner: praktisch jede Empfehlung von Goldman Sachs lief schief, was die Bank aber nicht daran hindert, weiter an ihre Prognosen zu glauben: so etwa dass Gold fallen oder Euro-Dollar unter die Parität fallen würde.

Das waren und sind teure Fehlspekulationen. Dazu der Abverkauf im Januar an den Aktienmärkten, bei dem Kunden der Banken viel Geld verloren haben – was sich im Bereich Vermögensverwaltung nach wie vor negativ bemerkbar macht, weil die Kunden keine Risiken mehr eingehen wollen. Dabei ist normalerweise das erste Quartal bei den Banken sehr stark – sie erzielen durchschnittlich etwas mehr als ein Drittel ihrer Gewinne im Startquartal. Dass dem diesmal nicht so ist, beunruhigt die Branche nachhaltig – was, wenn das erste Quartal keine Ausnahme, sondern die Regel wird für das Jahr 2016?

Der Rückgang der Einnahmen ist kaum zu kompensieren, auch die Senkung der Kosten hat Grenze. Nach den Maßnahmen der letzten Jahre sind die US-Banken schon deutlich effizienter geworden – mit immer weniger Personal. Der Gegenwind kommt vor allem durch die Regulierer: es sind besonders erhöhte Eigenkapitalanforderungen in vielen Geschäftsbereichen, neue Derivate-Regeln und die Begrenzungen des sogenannten „proprietary trading“ (eine Art Orderbuch-Trading, bei dem Banken von den Marktbetreibern Provisionen für die Beisteuerung von Liquidität bekommen) dürften das erste Quartal verghagelt haben.

Und so haben sich die Warnungen der Banken zuletzt gehäuft: Citis CEO Gerspach sprach von einem Rückgang von 15% im Tradingergebnis, JP Morgans CEO Pinto offenbarte, dass das Investmentbanking um 25% zurück gegangen sei im Vergleich zu Vorjahresquartal. Vor allem das M&A-Geschäft (also die von Banken begleiteten Firmen-Übernahmen) hat sich schlecht entwickelt – zum Vorjahresquartal dürfte der Rückgang bei den Banken durchschnittlich gut ein Viertel betragen. Fallende Rohstoffpreise und die starke Volatilität an den Märkten haben die Kunden der Banken zögerlich werden lassen – das Trading-Volumen ist deutlich zurück gegangen, wodurch die Einnahmen der Banken sinken. Daher haben viele Analysten ihre Prognoesen für die Ergebnisse schon deutlich reduziert.

Ab Mittwoch wissen wir mehr: dann startet die Berichtssaison für US-Banken mit der größten US-Bank, JPMorgan Chase. Donnerstag folgen die Bank of America und Wells Fargo, am Freitag die Citigroup, nächste Woche Montag dann Morgan Stanley, am Dienstag schließlich die neue „Problembank“ Goldman Sachs..

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Indiz für die jüngste Zocker-Orgie in US-Aktien und Bitcoin – man schaue auf die Such-Trends

Claudio Kummerfeld

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Bunte Kurstafel

Markus Fugmann hatte die letzten Tage darüber berichtet, so auch heute früh (siehe hier). Vor allem über einen gigantischen großen Zocker-Blog auf Reddit (siehe hier) formiert sich quasi täglich neu eine gigantische Crowd aus gierigen Jung-Zockern, um sich auf einzelne US-Aktien zu stürzen. Besonders interessant waren die letzten Tage kräftige Kursanstiege Aktien wie „Gamestop“, bei denen es hohe Short-Volumina gab. Profi-Spekulanten wie Hedgefonds hatten große Wetten auf fallende Kurse aufgebaut. Steigt der Aktienkurs nun aber kräftig, kann der Verlust dieser Profis ins Unendliche steigen.

Und die Banken und Broker, die solchen Hedgefonds oft Kredite für ihre Spekulationen gewähren, könnten kalte Füße kriegen und mehr Sicherheiten verlangen – oder die Short-Positionen zwangsweise schließen, wodurch der Aufwärtssog der Aktien noch mehr verstärkt wird. Auf genau diese Bewegung hofften die Zocker wohl bei Gamestop und anderen Aktien. Man schaue in der folgenden Grafik, wie die Beliebtheit für den Google-Suchbegriff „Short Squeeze“ in den USA in den letzten fünf Jahren aussah. Erst in den letzten Tagen explodierte die Beliebtheit dieses Suchbegriffs extrem. Mit Short Squeeze bezeichnen Börsianer einen stark steigenden Aktienkurs, der durch das Schließen von Short-Positionen verursacht wird. Der Wert 100 in der Grafik steht für die höchste Beliebtheit des jeweiligen Suchbegriffs.

Im folgenden Chart sehen wie in den Google Trends für die letzten fünf Jahre die weltweite Beliebtheit des Suchbegriffs „Bitcoin“. Man sieht, dass bei der ersten großen Hausse Ende 2017 die maximale Beliebtheit von 100 Punkten erreicht wurde, und Anfang diesen Jahres nur ein Wert von 69 – jetzt nur noch 42 Punkte. Die Gier der Internet-Gemeinde nach dem Thema war damals also wohl noch größer als heute. Offenbar scheint sich ganz aktuell die „Meute“ auf die kleinen US-Aktien zu stürzen – weil die wohl von einer Meute Klein-Zocker leichter kräftig im Kurs zu bewegen sind?

Chart zeigt Beliebtheit der Suche nach Bitcoin

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Robuste Ergebnisse auf breiter Front

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die gemeldeten und heute Abend anstehenden Quartalszahlen sind heute ein wichtiges Thema.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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SAP in der Krise: Ist das eine Chance für uns? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war ganz harte Kost, die der europäische Software-Riese SAP am 26. Oktober für seine Aktionäre hatte. Die Cloud-Sparte blieb überraschend deutlich hinter den Erwartungen zurück. Einzelne Anwendungen wie die Software Concur (Verwaltung und Organisation von Geschäftsreisen) floppten völlig. Und noch mehr: Die Walldorfer kassierten auch gleich die Gewinnschätzungen für die nächsten Jahre, wie wir aus dem Quartalsbericht entnehmen mussten.

So kam es wie es kommen musste. Die Aktie des DAX-Schwergewichts kollabierte an jenem Tag binnen weniger Sekunden und verlor 20 % ihres ursprünglichen Marktwertes. Per saldo sank die SAP-Aktie von über 140 Euro unter 100 Euro ab. Milliarden Euro waren plötzlich durch den Schornstein.

Ungefähr im gleichen Zeitraum meldete die US-Konkurrenz bestes Zahlenwerk. Oracle und Salesforce nutzten die Dollarschwäche des vergangenen Jahres und griffen den deutschen Software-Riesen in seinem europäischen Heimatmarkt an. Die Analysten hängten wie üblich ihr Mäntelchen in den Wind und urteilten vernichtend über das Software-Unternehmen. Der Tenor: Eine Wachstumsgeschichte geht zu Ende. SAP bringt es nicht mehr.

In der Tat befindet sich die Walldorfer Software-Schmiede in einer veritablen Krise. So wird der Umsatz 2021 kaum noch wachsen, der Gewinn wird großer Wahrscheinlichkeit sogar rückläufig sein.

Das sind die Stärken der SAP

Aber gemach! SAP ist unverändert ein großartiges Unternehmen, dessen Software-Anwendungen weltweit in rund 25 Branchen genutzt werden. Bei Großunternehmen sind die Deutschen immer noch das Maß aller Dinge. 9 von 10 Playern nutzen mindestens eine kleine SAP-Anwendung. Die Kundenkartei der Walldorfer liest sich imposant. Dort finden Sie typische Traditionsunternehmen wie Chevron, Ford oder AT&T. Aber auch die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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