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US-Börsen: Handeln sie erneut eine imaginäre Zukunft?

Hannes Zipfel

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Für die Akteure an den US-Börsen ist klar, dass mit den demnächst verfügbaren Impfstoffen die Covid-19-Krise bald überwunden und die Unternehmensgewinne im kommenden Jahr nach oben schießen werden. Doch wie berechtigt ist das Einpreisen dieses Zukunftsszenarios bereits im Herbst 2020?

Nicht alles für bare Münze nehmen, was an den US-Börsen eingepreist wird

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Prognosen und Kursziele der professionellen Analysten, die vor allem die Forcierung des eigenen Geschäfts zum Ziel haben, eher seltener als öfter eintreffen. Häufig geschieht sogar das Gegenteil dessen, was kursbeeinflussend behauptet wird. Wir alle erinnern uns noch an die von Larry Kudlow (Rep.), Steven Mnuchin (Rep.) und Präsident Trump höchstpersönlich in Sachen Sino-amerikanischem Handelskrieg verbreiteten Jubelmeldungen. Seit Inkrafttreten der gegenseitigen Strafzölle am 22. Januar 2018 (30 % auf Solarzellen und 20 % auf Waschmaschinen) kam kein tragfähiger bilateraler Handelsvertrag zustande. Stattdessen überziehen sich die USA und China mittlerweile mit Gesamtzöllen im Volumen von jährlich 187,5 Mrd. USD (Quelle: Statista | 150 Mrd. US$ USA, 37,5 China).

Darüber hinaus verbieten die Handelsrivalen gegenseitig das Listing einzelner Aktien des jeweils anderen Staates an den heimischen Börsen, bis hin zum Verbot des Angebots von Produkten und Dienstleistungen des Kontrahenten im eigenen Land.

Doch unzählige Male haben Algorithmen, Profiinvestoren und Privatanleger Hoffnungsmeldungen zum Anlass genommen, um ihr Geld in eine vermeintliche rosige Zukunft an den US-Börsen zu investieren. An dieser Stelle seien nur zwei Zahlen genannt, wie daneben die US-Börsen mit dem einpreisen von Illusionen statt realer Zukunft lagen: Als Trump 2016 mit dem Versprechen der Eindämmung des US-Handelsbilanzdefizits gewählt wurde, betrug dieses 799,14 Mrd. US$ p. a. (Quelle: WTO). Vier Jahre später wird allein dieses Defizit einen neuen historischen Rekord mit über 1 Billion US$ erreichen.

Der Außenhandelsüberschuss Chinas wird hingegen in diesem Jahr an den Rekord des Jahres 2015 heranreichen. Am vergangenen Wochenende hat China zudem die Gründung der größten Freihandelszone der Welt bekannt gegeben – ohne die USA und mit der Intention der verstärkten Unabhängigkeit vom Sino-amerikanischen Handelsgeschäft. Ja, Handelskriege kann man gewinnen: mit Weitsicht und Strategie. Aber nicht so, wie die US-Börsen sich die Zukunft dieser anhaltenden Auseinandersetzung vorgestellt hatten.

US-Börsen antizipierten die Richtung der Zinsentwicklung ebenfalls falsch

Ein weiteres signifikantes Fehlurteil unterlief den Marktteilnehmern an den US-Börsen bei der Entwicklung der US-Anleihemärkte.

Bei den Renditen für US-Schuldpapiere zeigt sich die angebliche Fähigkeit der Börsen, die Zukunft vorwegzunehmen am eindrucksvollsten: Noch vor Jahresfrist galten für die USA dynamisch steigende Zinsen im realen und nominalen Bereich als Konsens unter den angelsächsischen Analysten. Erst die Repo-Krise führte im Herbst 2019 langsam zu einem Umdenken. Was viele Marktteilnehmer an den US-Börsen bereits wieder vergessen zu scheinen haben, ist die außerordentliche Notzinssenkung der Fed am 17. September 2019 mit der Begründung des Notenbankchefs Jerome Powell: „Wegen der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung der Vereinigten Staaten kam es zu einer außerplanmäßigen Notzinssenkung der FED“. Und das noch Monate vor den negativen wirtschaftlichen Einflüssen durch COVID-19.

Trotz dieser Notzinssenkung notierten die nominalen Renditen (Jahreszinskupon vor Steuern) für zehnjährige US-Staatsanleihen am 18. September 2019 bei 1,77 Prozent. Heute gibt es bei gleicher Laufzeit und gut 30 Prozent höherer Staatsverschuldung mit 0,875 Prozent nur noch die Hälfte der Risikokompensation in Form des Nominalzinses (jährlicher Zinskupon). Der Realzins (Nominalzins-Teuerungsrate) lag vor Jahresfrist gar noch knapp im positiven Terrain und notierte für zehnjähriger US-Treasuries bei +0,18 Prozent. Aktuell ist der Realzins weit unter die Nulllinie gefallen auf -0,83 Prozent.

Das Hoffnungs-Déjà-vu

Was vor Jahresfrist die Handelskriegshoffnung war, ist heute die Impfstoffhoffnung. Nach Angaben der SEC (US-Börsenaufsicht) hat der Chairman und Chief Executive Officer (CEO) von Pfizer, Albert Bourla, just am Tag der Bekanntmachung der Fortschritte bei der Phase-3-Entwicklung des COVID-19-Impfstoffs am Montag, den 9. November, 132.508 eigene Aktien mit fadenscheinigen Begründungen zu einem Preis von 41,94 US$ zum Tageshöchstkurs mit einem Gesamtwert von 5,6 Millionen US$ am Markt verkauft. Seitdem fällt der Preis der Pfizer-Aktie signifikant. Der aktuelle Kurs liegt Stand 17. November, 15:52 Uhr MEZ bei nur noch 36,18 US$/Aktie. Auch deshalb, weil die Massen-Logistik und Massen-Lagerung des empfindlichen Serums sehr viel Vorbereitungszeit in Anspruch und nimmt und extrem teuer ist.

Das Vorgehen von CEO Bourla von Pfizer erinnert sehr stark an die Kommunikation des Moderna CEO Stéphane Bancel, der Mitte Oktober inmitten einer noch nicht abgeschlossenen klinischen Studie erhebliche Fortschritte bei der massentauglichen Impfstoffentwicklung medienwirksam verlautbaren ließ, nur um noch am gleichen Tag für sich und sein Unternehmen mehrere Millionen US-Dollar von Anlegern einzusammeln. Erst gestern folgte dann aus dem Hause Moderna die nächste Jubelmeldung, die sich aber nach genauerer Analyse als wenig spektakulär und damit wenig kursrelevant entpuppte.

Fiskalstimulus

Nach dem heutigen inoffiziellen Stand des Wahlergebnisses in den USA, dessen Ausgang ich selbst am Morgen nach der US-Wahl in einem Artikel falsch einschätzte, scheint die US-Politik bis zur Inauguration am 20. Januar, aber auf jeden Fall bis zur Stichwahl am 5. Januar 2021 um einen entscheidenden Mehrheitssitz im US-Senat, größtenteils blockiert zu sein.

Die republikanischen Senatoren haben nun im Kampf um diesen wichtigen Sitz im Senat ihre Präferenz zum Sparen wiederentdeckt und werden bis dahin kaum einem größeren Fiskalstimulus zustimmen. Derweil explodieren die COVID-19-Zahlen in den USA auf zuletzt 162.000 Neuinfektionen pro Tag unkontrolliert. Gleichzeitig laufen die Fiskal- und Hilfsprogramme sukzessive aus (CARES Act, Payroll Protection Programm, Main Street Lending Program,etc.).
Die heute für Oktober publizierten US-Einzelhandelsumsätze, die als wichtigste Unterkomponente des Dienstleistungssektors in den USA (47 Prozent des BIP) von essenzieller Bedeutung für die US-Ökonomie sind, waren dementsprechend schwach. Hier die nicht preisbereinigte Zeitreihe seit April 2020 bis Oktober 2020: -16,4 Prozent, +17,7 Prozent, +7,5 Prozent, +1,2 Prozent , +0,6 Prozent, +1,9 Prozent, +0,3 Prozent.

Fazit und Ausblick

Jenseits der Gewissheit, dass nahezu das gesamte globale Finanzsystem auf steigende Bewertungen angewiesen ist (Provisionen, Buchgewinne, Kapitalrenditen, Kreditsicherheiten, etc.) sind steigende Vermögenspreise an den US-Börsen nach dem Auslaufen der meisten Transfer- und Hilfsprogramme für viele Amerikaner die einzige verbliebene Vermögensquelle. Daher dürfen Verbindlichkeiten nicht ausfallen, da gleichzeitig Vermögenswerte in Billionenhöhe und damit die Grundlage des modernen Finanzkapitalismus zerstört werden würde.

Selbst Impfstoffe bieten, wie das Beispiel Russland zeigt, zeitnah keine Erleichterung. Auch die Mutation des Virus macht die Suche nach einem geeigneten und massentauglichen Impfstoff zu einer Sisyphus-Aufgabe. So schnell, wie die US-Börsen mit einem Wunderserum rechnen, dass die Unternehmensgewinne wieder explodieren lässt, wird dieser nicht massenhaft zur Verfügung stehen.

Im Januar 2020 findet erneut ein Arbeitstreffen zum Thema Global Currency Reset (Weltwährungsreform) statt. In Anbetracht der globalen Schuldensituation ist dies auch dringend notwendig. Allein die Tatsache, dass unter der Leitung des IWF an einer Weltwährungsreform inkl. Teil- bzw. Vollentwertung staatlicher und privater Verbindlichkeiten gearbeitet wird, konterkariert das rosarote Zukunftsszenario der US-Börsen mit kommender Konjunkturerholung inklusive explodierender Unternehmensgewinne.

Vielmehr gilt auch wegen der volkswirtschaftlich sehr destruktiven Covid-19-Seuche der Erhalt des Vermögens als oberste Anlegerpriorität ohne sinnlose kurzfristige Sektorenrotationen, Zukunftshoffnungen oder Glaubens-Investments. Die Zukunft wird eher in den Hinterzimmern des IWF, der Weltbank und der BIZ konzipiert.

Wie viele Akteure an den US-Börsen haben dieses Szenario wohl auf dem Schirm? Egal, wie man über die Eliten und deren operativ tätigen Bürokraten denkt, aber für die eigene Vermögensausrichtung sollte man sich durchaus an deren Zukunftsprojektionen orientieren, inklusive möglicher Lastenausgleichszahlungen oder Vermögensbesteuerung.

Daher empfiehlt sich gerade für mittelfristig orientierte Anleger das tägliche Grundrauschen in seiner Bedeutung zu relativieren und nicht jeden Mist aus Amerika für bare Münze zu nehmen.

Ja, es wird einen gewaltigen Stimulus auch für die US-Börsen geben – auch in Japan und Europa. Aber wohl erst bei den nächsten Notenbanksitzungen im Dezember. Die Bank of England ist mit 185 Mrd. zusätzlichen GBP Wertpapierkäufen bereits vorgeprescht. Die anderen werden folgen.

Die US-Börsen und die Impfstoffhoffnung

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Zimmermann

    17. November 2020 19:28 at 19:28

    Stimmt China ist auf der Gewinner- und die USA auf der Verliererstrasse. Daran konnte auch Trump nichts ändern. Und die Jobs, die er seinen Gläubigen, vor allem die im Mittleren Westen, versprochen hat, sehen die ihr Leben lang nicht mehr. Nur muss man sagen, wenn dem wirklich so ist, wie geht es dann mit dem Land über dem großen Teich dann weiter. Man muss das Schlimmste befürchten, so wie das Land gespalten ist.

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    Martin Schneider

    17. November 2020 20:08 at 20:08

    Sie verwechseln hier zwei Tatbestände. Der CEO von Moderna hat mit einer wie wir heute wissen richtigen Meldung für die eigen Firma Geld eingesammelt. Der CEO von Pfizer hat genau gewusst, dass er nur als erster Melder einen persönlichen Gewinn rausschlagen kann. Das Mittel von Pfizer ist nur marktfähig wenn es keine anderen Mittel gibt wegen der Kühlkette. Mit der Meldung von Moderna ist das Mittel von Pfizer eigentlich Schrott. Der CEO hat aber seinen Gewinn gemacht.

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    Macwoiferl

    17. November 2020 21:09 at 21:09

    Mega-spannende Analyse!
    Vor allem im Hinblick auf die Zukunft (Weltwährungsreform, IWF-Treffen Davos etc.) gäbe es weiters viel zu berichten!
    Besonders, wie man sich als Anleger dann vor Enteignung/Zwangshypotheken u.a. schützen kann.
    Vielen Dank!

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    A.S.

    18. November 2020 09:53 at 09:53

    Hallo Hr. Zipfel,
    bitte verlinken Sie ihre Artikel doch auch in der Community in ihrem YT Channel.
    Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit einer deflationären Entwicklung (defl. Depression) ein? Nur für den Fall dass die ZB´s nix (ok, war Scherz) oder zu wenig machen. Oder das der Saldo aus ZB´s pos. Stimulus vom Zusammenbruch der Kredite bei Unternehmen + Privaten konterkarriert wird. Dank & Gruß

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    Columbo

    18. November 2020 09:57 at 09:57

    @Hannes Zipfel

    „… Selbst Impfstoffe bieten, wie das Beispiel Russland zeigt, zeitnah keine Erleichterung. Auch die Mutation des Virus macht die Suche nach einem geeigneten und massentauglichen Impfstoff zu einer Sisyphus-Aufgabe…“

    Von einem Impfstoff schließen Sie auf alle anderen? Ziemlich unreflektiert.
    Finanzjournalisten reden plötzlich über Mutationen, erklären uns hochkomplizierte medizinische Vorgänge, die sie irgendwo gelesen haben und offensichtlich nicht verstanden haben.
    Herr Zipfel, erklären Sie uns bitte mal den Vorgang und die Wirkungsweise einer mRNA Impfung. Aber fundiert, nicht von Dr. Google abgeschrieben.

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    Hannes Zipfel

    18. November 2020 11:50 at 11:50

    @COLUMBO: In der von Ihnen zitierten und kritisierten Text-Passage beziehe ich mich auf die Sekundäranalyse basierend auf folgendem ARD-Beitrag: https://www.mdr.de/brisant/nerz-farm-corona-virus-mutation-impfung-100.html

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    Hannes Zipfel

    18. November 2020 11:53 at 11:53

    @A.S.: Wir werden heute noch ein separates YT-Video produzieren und dieses Thema mit aufgreifen. Link zum YT-Kanal: https://www.youtube.com/channel/UCBRIiLTP7LFML7bQmPJW01g

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    Hannes Zipfel

    18. November 2020 11:59 at 11:59

    @Martin Schneider: Noch ist Moderna von einem massenmarkttauglichen Impfstoff weit entfernt. Dennoch hat der CEO mit der Hoffnung auf eine „kurzfristige“ Markteinführung und sehr ambitionierten Aussagen zur Wirksamkeit des Serums Anleger für eine Kapitalerhöhung und Investments am Sekundärmarkt geködert. Auf diese Tatsache wollte ich passend zum Thema des Artikels hinweisen.

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    Columbo

    18. November 2020 12:27 at 12:27

    Werter Herr @Hannes Zipfel

    Dann erklären Sie bitte den Lesern, daß Sie sich auf die Nerzfarmen in Dänemark beziehen. Das ist ein spezieller Fall und kann nicht verallgemeinert werden. Daß Viren mutieren können, ist nichts Neues, heißt aber noch lange nicht, daß Impfstoffe nicht funktionieren. Mutation heißt auch nicht unbedingt, daß das Virus gefährlicher wird, auch das Gegenteil ist möglich.
    Warum schreiben Sie vom ARD ab, anstatt sich mittels medizinischer Literatur oder bei Fachleuten kundig zu machen? Ist allerdings aufwändiger und schwieriger, aber es macht seriöse Journalistenarbeit aus.

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    Columbo-Fan

    18. November 2020 13:35 at 13:35

    Es ist schon erstaunlich, welche Beurteilungsfähigkeit sich hier Laien bezüglich der Impfstoffentwicklung zuschreiben. Wir haben in Deutschland über 400.000 Ärzte, von denen die allermeisten keine Ahnung von den Interna in dieser Materie haben und dies auch zugeben. Selbst Dr. Drosten und Co verweisen in Fragen auf die Spezialisten. Man kann auch den fast 80-jährigen Dr. Fauci ignorieren, einen Immunologen, der schon seit Ronald Reagan alle Präsidenten in Virenfragen beraten hat und der sehr zuversichtlich ist. Was haben wir für eine Ansammlung von Wissen auf diesem Gebiet hier.

  11. Avatar

    Columbo

    18. November 2020 17:51 at 17:51

    @Columbo-Fan

    Seit ich sehe, wieviel Unsinn bei Medizinthemen geschrieben wird, werde ich zunehmend mißtrauisch, wieviel Unsinn mir möglicherweise bei Finanzthemen aufgetischt wird. Von letzteren verstehe ich nämlich nicht allzuviel.

  12. Avatar

    Impfgegner

    18. November 2020 19:07 at 19:07

    Es ist störend, dass sich die Columbiner ( Columbo + Fan) als einzig Wissende gegen den ganzen Rest den
    Impfstoff in kurzer Frist proklamieren.Leider erinnere ich mich, dass seine Ansichten bei Ausbruch der Pandemie sehr unzutreffend waren und anscheinend erst nach Fällen in der näheren Umgebung revidiert wurden. Zuerst schöngeredet, dann meinte man sämtliche Impfrisiken in Kauf zu nehmen wegen des selbst erlebten Unheils.Die rechthaberischen Kommentare über eine Sache ,DIE NOCH NIEMAND GENAU ABSCHÄTZEN KANN, sind inflationär und überflüssig.

  13. Avatar

    Columbo

    18. November 2020 21:08 at 21:08

    @Impfgegner

    Richtig, GENAU abschätzen kann das niemand, denn Schätzungen sind per Definition UNGENAU!
    Es geht immer nur um Wahrscheinlichkeiten.

    Es scheint derzeit drei große „Wahrheiten“ zu geben:
    1-Die US-Wahl wurde gefälscht.
    2- Mund/Nasenschutz ist sinnlos.
    3-Impfstoffe gegen Covid sind lebensgefährlich.
    1 kann ich nicht beurteilen.
    2 und 3 haben laut derzeitiger Datenlage eine geringe Wahrscheinlichkeit.

    @Impfgegner, wenn Sie eine bessere Idee haben, wie man dem Virus Herr werden könnte, dann bitte, bitte heraus damit!

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff- und Merger-Montag

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die vierte Woche in Folge gibt es pünktlich Montag Mittag eine Impfstoff-Meldung, diesmal von Moderna. Und IHS Markit soll von S&P Global gekauft werden. Markus Koch spricht von einer massiven Konsolidierung im Bereich der Finanzdaten.

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Aktien

Aktienmärkte: Die gefährliche Euphorie – alles steigt!

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte sind in Feierlaune und dürften den November mit neuen Rekorden abschließen: der S&P 500 ca. 11% im Plus, der Dow Jones mit dem besten Monat seit dem Jahr 1987 (und dem besten November seit dem Jahr 1928!), auch der Dax ist gut 15% im Plus seit Monatsbeginn, die deutschen Nebenwerte-Indizes MDAX und SDAX erreichen heute sogar neue Allzeithochs. Derzeit steigt einfach alles, ob Bitcoin, Kupfer – oder die meist hoch verschuldeten amerikanische Small Caps, die im Russell 2000 enthalten sind. Egal wohin man blickt: seit der Meldung von Pfizer/BioNTech am 09.November spielen die Aktienmärkte das Spiel: durch den Impfstoff wird alles besser als es vor der Coronakrise war. Dementsprechend ist der sichere Hafen Gold so ziemlich das Einzige, das fällt.

Aktienmärkte: wenn alle euphorisch sind..

Gleichzeitig rechnet niemand mit einem stärkeren Rückgang der Aktienmärkte – sichtbar am Rekordtief des Verhältnisses zwischen Puts und Calls. Das bedeutet: es ist derzeit extrem günstig, sich gegen eine Kursrutsch der Aktienmärkte abzusichern. Aber es ist nicht selten, dass Märkte, an denen die Investoren so derart einseitig positioniert sind, plötzlich ein überraschender Gegenwind auftaucht – eine Art Schwarzer Schwan, den niemand auf der Rechnung hatte. Dann müssen alle durch die selbe Tür – und da es so gut wie keine Shortpositionen mehr gibt, gibt es dann auch praktisch keine Käufer (die ihre Short-Positionen eindecken), wird es an der Tür dann sehr eng.

Nicht umsonst lautet eine Börsen-Weisheit (von Warren Buffett): „Sei gierig, wenn die anderen Angst haben, und ängstlich, wenn sie gierig sind“. Derzeit aber sind alle gierig – sichtbar auch am Fear & Greed Index mit einem Stand von aktuell 91.

Florian Homm bringt im folgenden Video die derzeitige Gier auf den Punkt und nennt einige Aspekte, die „schief gehen“ könnten:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

 

 

Die Aktienmärkte in Euphorie - das kann nach hinten losgehen

 

 

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Aktienmärkte: Extreme Bewertungen, Zinsumfeld – und Corona

Das Überschießen der Aktienmärkte wird immer deutlicher, eine Korrektur scheint nahezu unvermeidlich. Wann aber kommt diese Korrektur?

Wolfgang Müller

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Bereits schon seit geraumer Zeit rufen einige Parameter der Aktienmärkte nach Abkühlung, immer mehr Analysten bringen Argumente für eine notwendige Marktbereinigung auf das Tableau – dennoch reagieren die Börsen bisher nur mit Miniabgaben. Warum nehmen Investoren keine Gewinne mit, in einem Monat November, der am heutigen Tag einige Rekorde brechen könnte? Hier ein paar Gedanken zu den Headwinds und Tailwinds in meinem wöchentlichen großen Bild.

Die aktuellen Bewertungen der Aktienmärkte

Täglich werden die Kennziffern herangezogen, die das Überschießen der Aktienmärkte und mehr noch bestimmter Einzelaktien – Tesla und FANGMAN – in den Fokus stellen und von der Unvermeidbarkeit der Korrektur zeugen. Ob es die Relation der Aktienmarktkapitalisierung zum Bruttosozialprodukt ist, welches mit über 95 Billionen Dollar weltweit ein neues Hoch erreicht hat – im Vergleich zum globalen BIP von 86,6 Billionen Dollar (2019), welches in diesem Jahr aber über 4 Prozent schrumpfen sollte. Oder die Kurs/Gewinn-Verhältnisse, die schon im Bereich der Internetblase von 2000 liegen, insbesondere beim Nasdaq. Die vielen herumgereichten Langzeitcharts, die zeigen, dass die US-Märkte an ihren oberen Begrenzungen anstoßen.

Aber was am deutlichsten auf eine Korrektur hinweist, ist die Aktienperformance des Monats November, die dabei ist, Jahrzehnte alte Rekorde zu brechen. Der Dow Jones und der Nasdaq liegen bereits mit 13 beziehungsweise 12 Prozent im Plus, der S&P 500 mit 10,7 Prozent. Der altwürdige Dow Jones könnte heute den besten Monat seit 1987 absolvieren, ein Grund dafür ist natürlich die Branchenrotation hin zu Value, was in diesem Index reichlich vorhanden ist. Ebenso wie in unserem Leitindex, der bereits vor dem Monatsultimo um 15 Prozent gestiegen ist. Selbst beim volatilen Dax ein Extremum und einer der besten Börsenmonate der letzten 20 Jahre. Zuletzt gab es dies im März 2009 in ähnlicher Dimension, als die Anleger das Ende der Finanzkrise einpreisten. Was noch auf eine nahe Bereinigung hindeutet: Aber am treffsichersten für eine Korrektur ist der Fear&Greed-Index aus den USA, der sich aus sieben Einzelindikatoren zusammensetzt, wie zum Beispiel dem Put/Call-Ratio oder dem VIX. Bei Ständen über 90 Punkten ist es nur eine Frage der Zeit, wie die Darstellung der letzten beiden Jahre darlegt.

Fear&Greed-Index, über 90 Punkte, dann wird es spannend

Das Gier-Barometer der Aktienmärkte

Derzeit sind die Aktienmärkte gierig

Das Zinsumfeld

Kurskorrektur der Aktienmärkte ja, aber was ist mit dem Gesamtumfeld? Können Investoren, die aus dem Markt ausgestiegen sind, derzeit überhaupt längere Zeit außen vor bleiben, mit Minuszinseinlagen? Über die absurd niedrigen Anleiherenditen wurde an dieser Stelle schon oft berichtet: Über 17 Billionen Dollar mit einer Negativrendite, unter Berücksichtigung der Inflation (Realrendite) sind es sogar über 32 Billionen Dollar. Vor zwei Wochen betrug sogar die Rendite der globalen Langläufer (7 – 10 Jahre Laufzeit) bei den Staatsanleihen gerade mal 0,18 Prozent.

Ein weiterer Grund für das weltweite Anwachsen der Verschuldung.

FMW hat vor Kurzem den Chart präsentiert, mit dem Außeinanderdriften der Gesamtschulden und der Wirtschaftsentwicklung seit den 1980-ern. „Der Chart, der die Welt erklärt.“ Aber dafür gibt es eben eine große Ursache, den dramatischen Verfall der Zinsen, wie dieser Chart aufzeigt.

Das Zinsumfeld der Aktienmärkte

1980 mussten die Staaten noch zweistellige Zinsen p.a. für ihre Schulden bezahlen, Schuldenhöhen wie damals, würden derzeit rasch zum Bankrott führen.

Das Hoch erreichte die 10-jährige US-Staatsanleihe im September 1981 mit 15,81 Prozent – aus heutiger Sicht unvorstellbar hohe Renditen für die sichersten Staatspapiere. Wer kaufte da Aktien? Das Gegenteil der heutigen Situation mit TINA.

Staaten und Firmen, haben sich also immer höher verschuldet, weil sie es konnten, ohne ihre Zinslast zu erhöhen. In den 1990-ern hatte Fed-Chef Alan Greenspan mit seiner Zinspolitik einen weiteren Zinsrückgang befördert, anschließend kam die Finanzkrise und zuletzt Corona. Man konnte sich also immer mehr verschulden, ohne dass es finanzielle Konsequenzen hatte.

Als Beispiel könnte man Italien heranziehen. In den 1990er-Jahren musste das Land noch ein Viertel des Haushalts für Zinszahlungen aufbringen, obwohl die Verschuldung noch deutlich niedriger war als zuletzt. Aktuell sind es nur noch 10 Prozent, die die Zinsaufwendungen ausmachen. Zugleich hat Italien seine Staatsanleihen auf sehr lange Laufzeiten umgestellt. Dasselbe gilt für viele weitere EU-Staaten. Derzeit schimpft man über die Zunahme der Verschuldung in Deutschland, aber momentan verdient der Staat sogar noch bei seiner Schuldenaufnahme.

Noch ein Effekt: Die Aktienmärkte wurden „relativ“ preiswerter, weil der Zins nichts anderes ist als der Preis für Zeit. Wenn der Zins aber verschwindet, spielt Zeit bei der Geldanlage keine Rolle mehr, Aktienerträge werden wertvoller. Ich kann deshalb nicht verstehen, warum Kommentatoren die Aktien-KGVs von heute immer wieder mit Phasen vergleichen, als es 5 oder 6 Prozent Zinsen am Kapitalmarkt gab.

Natürlich sind die Notenbanken die Verursacher der Zinssituation mit ihren Anleihekäufen (7 Billionen in nur einem halben Jahr), dies ist die eigentliche Manipulation an den Märkten und nicht die bei den Aktien. Die Investoren nutzen nur die gegenwärtige Situation oder sie könne teilweise gar nicht anders agieren.

Dass die Verschuldung ein Riesenproblem wird, wenn die Zinsen steigen, steht auf einem anderen Blatt. Aber wie lange so etwas gut gehen kann, zeigt uns Japan seit Jahren.

Die Hoffnungen für die Zeit nach Covid-19

Die Aktienmärkte blicken weit in die Zukunft, deshalb war der 9. November so etwas wie ein großer Game Changer. Die Meldung von BioNTech/Pfizer zur demnächst anstehenden Zulassung eines Impfstoffs gegen die Pandemie, die Folgemeldungen von Moderna und AstraZenecca und die riesigen Mengen an Impfstoffdosen mit dem mRNA-Präparat, welche in kurzer Zeit zur Verfügung stehen könnten. Eine globale Impfaktion, was für eine Mammutaufgabe, die aber schon zu Jahresbeginn so richtig starten könnte. China hat mit der Impfung schon begonnen, ebenso Russland und für Europa gab es am Wochenende folgende Meldung: Großbritannien will einem Zeitungsbericht zufolge den von BioNTech und Pfizer entwickelten Corona-Impfstoff offenbar in der kommenden Woche zulassen. Mit der Auslieferung solle nur Stunden später begonnen werden, berichtete die „Financial Times“.

Worauf aber blicken die Anleger? Auf den Sommer 2021 und danach wohl nicht so sehr auf den harten Corona-Winter, der uns zunächst im Jahr 2021 bevorstehen soll. Laut Armin Laschet, der härteste seit dem zweiten Weltkrieg, aber da soll er sich mal mit den Jahrgängen von 1935 und davor unterhalten, die können ihm über andere Nachkriegsjahre berichten. Die Wirtschaftsindikatoren in punkto Arbeitslosigkeit, Dienstleistungen und Konsumentenvertrauen sind durch die zweite Coronawelle im Rückgang begriffen. Aber was ist mit dem Frühindikator US-Transportation Index? Dieser aus 20 Werten zusammengesetzte Index (Fluggesellschaften, Bahngesellschaften, Schifffahrt, Speditionen und Lieferservice) ist weiter am steigen und hat mit über 12.500 Punkten schon deutlich sein Vor-Coronaniveau (11.000 Punkte) überschritten. Vor dem Verkauf kommt die Verarbeitung und der Transport der Güter, ein Frühindikator auf Mehrjahreshoch.

Fazit

Warum sind die Investoren noch so investiert bei all den gegenwärtigen Warnsignalen? Viele trauen sich vermutlich nicht aus dem Markt zu gehen, weil man jederzeit mit einer neuen Impfstoffmeldung oder gar der Zulassung des Impfstoffes rechnen muss. Auch steht die EZB-Sitzung am 10. Dezember unmittelbar bevor, zu der Chef Volkswirt Philipp Lane noch ein großes Ankündigungszeichen gesetzt hat. Er warnte vor den schädlichen Auswirkungen einer niedrigen Inflation?!

Die EZB will daher neue Konjunktur- und Inflationsprognosen zu ihrer nächsten Zinssitzung veröffentlichen. Höchstwahrscheinlich verbunden mit zusätzlichen Hilfsmaßnahmen für die von der zweiten Pandemie-Welle gebeutelte Wirtschaft, wie EZB-Chefin Christine Lagarde unlängst unmissverständlich andeutete.

Und ein paar Tage später, am 16. Dezember kommt die Federal Reserve mit ihrer Sitzung. Gerade wurde das letzte Fed-Protokoll veröffentlicht, in dem man die Möglichkeit einer noch laxeren Geldpolitik durchgespielt hat.

Ergo: Es sind nur noch etwa 17 Handelstage für die Aktienmärkte bis zum Schließen der Bücher für 2020, vorher gibt es für gewöhnlich noch ein kleines Window Dressing. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit einer kurzen und knackigen Korrektur nicht von seiner Hand zu weisen, zu optimistisch sind die Investoren, nicht zuletzt die viereinhalb Millionen neuen Anleger in den USA, die noch einmal „all-in“ gegangen sind.

Aber dennoch hat sich an meiner These, wann die Aktienhausse Probleme bekommen könnte, nichts Substanzielles geändert: Bei einem Anziehen der Inflation und der damit verbundenen Kapitalmarktzinsen.

Die Aktienmärkte mit extremen Bewertungen

 

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