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Devisen

US-Dollar vor jahrelangem Bullenmarkt

Markus Fugmann

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Peter Tosh, der viel zu früh verstorbene Reggae-Musiker, sang einst: „The day the Dollar die, will be a happy day“. Aber wie es aussieht, wird sich Peter Tosh auch im Himmel noch ein bisschen gedulden müssen, bis der Dollar stirbt – wenngleich ihm die eine oder andere inhaltsreiche Zigarette die Wartezeit deutlich versüßen dürfte..

Fundamental und technisch spricht hingegen vieles für eine Renaissance des Dollars. Das zumindest erwartet die Devisenabteilung der Citigroup. Zugegeben: die Citi wäre in der Finanzkrise beinahe über den Jordan gegangen, aber dass in der Devisenabteilung der Bank einige der weltweit besten Analytiker arbeiten, ist in der Finanzszene unbestritten. Dabei ist die Ausgangslage für den Dollar derzeit extrem günstig:

1. Der Ausstieg der Fed aus ihrer ultralaxen Geldpolitik ist wohl nur noch eine Frage der Zeit – dass er kommt, dürfte unzweifelhaft sein. Damit einher geht dann auch ein Anstieg der US-Anleiherenditen, das ist per se bullisch für den Dollar, weil Anlagen im Dollar-Raum wieder attraktiver werden. Hinzu kommt: das Handelsbilanzdefizit der USA schrumpft, weil das Land auf dem Weg ist, von einem gigantischen Energieimporteur zum Selbstversorger zu werden (Fracking).

2. Die EZB hingegen ist mit Deflationsbekämpfung beschäftigt, die Tendenz geht eher zu weiteren gelpolitischen Lockerungsmaßnahmen. Klarer Vorteil für den Dollar im Vergleich zur zweitwichtigsten Währung der Welt, dem Euro.

Und: die Anleiherenditen einiger Euro-Peripheriestaaten wie Italien und Spanien liegen teilweise nur noch knapp über den Renditen von US-Anleihen mit vergleichbarer Laufzeit. Da ist nicht mehr viel Luft nach unten, im Gegenteil: die Beste aller Welten ist in den Renditen der Euro-Peripherie längst eingepreist. Die wirtschaftliche Entwicklung von Ländern wie Italien und Spanien jedenfalls rechtfertigt die geringen Risikoprämien keinesfalls. Der run auf Anleihen Italiens, Spaniens etc. aber war der wesentliche Treiber für die derzeitige Euro-Stärke. Die lächerlich niedrigen Risikoprämien aber sind lediglich Ausdruck eines von der EZB installierten Schneeball-Systems: Banken kaufen Staatsanleihen (ohne Eigenkapital und als Sicherheitshinterlegung, mittels derer sie neues Geld schöpfen können), die EZB garantiert die Banken, und die Staaten garantieren die EZB. Irgendwann wird sich diese Blase überdehnen – und schlagartig platzen..

3. Die Schwellenländer haben ihre beste Zeit hinter sich. Die Kapitalflüsse vom Dollar-Raum zu den Schwellenländern aber waren ein wichtiger Grund für die Dollar-Schwäche. Dieser Zug fährt bereits wieder in die Gegenrichtung: die Währungen der Schwellenländer schwächen sich ab, weil die erhofften  Perspektiven für das Wachstum übertrieben waren. Das beginnen die Märkte nun zu realisieren.

Technisch gesehen verläuft der Dollar-Index – ein Index, der den Dollar im Vergleich zu anderen Währungen abbildet, wobei der Euro mit über 50% dominant gewichtet ist – in Zyklen. Folgende Grafiken von CitiFX/zerohedge.com verdeutlichen diese Zyklen und setzen sie mit globalen Trends und Ereignissen in Relation (zur Vergrößerung auf den Chart klicken):

DollarIndex

Technisch gesehen hat der Dollar-Index nun einen festen Boden ausgebildet, der einen baldigen Anstieg wahrscheinlich macht:

DollarIndex2

Die Aufwertung des Dollars muss nicht heute und auch noch nicht morgen passieren. Aber als übergeordneter Trend für die nächsten Jahre dürften Investments in Dollar sehr gute Perspektiven haben..

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Michael

    3. April 2014 15:00 at 15:00

    Daraus wird erst mal nix, wenn der Trend des US-Zinses wieder hochdreht, verbunden mit steigenden Aktienindizes. Es ist prima zu erkennen, wie Politiker und Zentralbanken die Boerse zu einer vielfach schlimmeren Zockerbude gemacht haben, als sie es jemals war. Das Schlimme ist, dass das heutige System nicht mehr gewaltlos auf den Pfad der Tugend, zu einem Marktplatz, zurueckzubringen ist. Wer bei steigenden und explodierenden Aktienindizes den Begriff Deflation nur in den Mund nimmt, kann nicht verstanden haben, was Aktien, Anleihen und Waehrungen sind. Geschweige denn Derivate darauf. Erst mal sind ewig steigende Aktienindizes unabhaengig jeder Fundamentalzahl versprochen. Bis die Politiker und ihre Zentralbanker das Schicksal fuer ihre „Wahrheiten“ ereilt. :-(

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Devisen

Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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