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Indizes

US-Eröffnung: Bullard (Fed) und Öl drücken auf die Stimmung

Redaktion

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FMW-Redaktion

An der Wall Street klingeln die Alarmglocken in Sachen Fed wieder deutlich lauter: gestern die Aussagen von Charles Evans, der als „Taube“ bekannt ist, aber trotzdem meinte, April könnte die nächste Zinsanhebung passieren. Dann heute Nacht Harker von der Philadelphia Fed, der den guten Zustand der US-Wirtschaft pries, wodurch die Fed ihr Inflationsziel erreichen werde, daher müsse jedes Meeting der Fed ein „Live-Meeting“ sein (sprich auf dem eine Zinsanhebung ohne Vorwarnung erfolgen kann).

Und nun vor wenigen Minute der in der Fed sehr einflußreiche James Bullard (St. Louis Fed): die Fed drohe hinter die Kurve zurück zu fallen (also den richtigen Zeitpunkt für Zinsanhebungen zu verpassen). Ausserdem stellte Bullard die „Dots“ in Frage, also die gängige Praxis der Fed, ihre Erwartungen für das weitere Vorgehen bei den Zinsanhebungen zu kommunizieren – er habe keine Lust mehr zu „raten“ („guessing“), wieviele Zinsanhebungen die Fed etwa in diesem Jahr vornehmen werde.

In der Summe ist das alles klar „hawkish“ und bringt eine Zinsanhebung schon im April wider klar ins Spiel – die von den Fed Fund Futures schon weitgehend ausgepreist waren.

Zweiter Belastungsfaktor ist der Ölpreis nach Aussagen der Internationalen Energie Agentur, wonach die ganze Debatte um die „Einfrierung“ der Öl-Produktion bedeutungslos sei, weil ohnehin nur ein Land, nämlich Saudi-Arabien – überhaupt in der Lage sei, die Produktion auszuweiten.

Dow Jones und Öl (WTI) nicht begeistert von diesen Belastungsfaktoren:

us30230316
(Dow Jones)

oilus2303162

(Öl – WTI Mai-Kontrakt)

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Anleihen

Anleihen und Zinsen – eine weltweite Vernichtung der Anlegergelder

Markus Fugmann

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Für viele Großanleger gibt es seit Jahrzehnten eigentlich nur zwei große Anlageklassen – Anleihen oder Aktien: Um das Anlagekapital langfristig zu vermehren, oder um regelmäßig Zinsen oder Dividenden einzunehmen, wie es zum Beispiel Pensionsfonds tun, um die Kunden im Alter zu versorgen. Und gerade dieser ehemals so sichere und zuverlässliche Renditebringer ist durch die Interventionen der Notenbanken geradezu marginalisiert worden. Dabei müssen viele Institutionelle wie Versicherungen sogar ihren Hauptanteil der Finanzanlagen in Anleihen positionieren. Dort geschieht derzeit weiterhin viel Absurdes mit weitreichenden Konsequenzen.

Anleihen: Lage an den Rentenmärkten wird immer skurriler

In Europa schütteln viele Ökonomen nur noch den Kopf über die Kapitalmarktzinsen, speziell im Bereich der Staatsanleihen.

Zinsen um die ein Prozent für Langläufer in hoch verschuldeten Ländern, wie Griechenland oder Italien, liegen auf Höhe mit den amerikanischen Pendants. Einem Land (USA), welches trotz der eminent hohen aktuellen Verschuldung in seiner 244-jährigen Geschichte noch nie einen Staatsbankrott erleben musste und welches noch einen absoluten Ausnahmestatus innehat, da der US-Dollar als Weltreservewährung einen Sonderbonus genießt.

Aber auch für die am längsten laufenden Anleihen der Staaten im Zentrum Europas – Österreich, Schweiz und Deutschland – müssen für die 30- oder 50-jährigen Staatsanleihen fast keine Zinsen mehr gezahlt werden.

Die ultimative Begründung für die derzeitige Ausnahmestellung der Aktienmärkte

Diese wird von einer Erhebung durch die US-Großbank JPMorgan geliefert:

Weltweit gibt es für 17 Billionen Dollar an Anleihen keine oder sogar Minuszinsen
Berücksichtigt man die jeweiligen Inflationsraten, so beträgt die Summe der Anleihen, die eine negative Realrendite abwerfen 32 Billionen Dollar, oder 76 Prozent aller Staatsanleihen von Industrieländern
Woher sollen die vielen Kapitalsammelstellen, die auf Einnahmen angewiesen sind, eine Rendite erwirtschaften?

Fazit

Die Zinslandschaft in großen Teilen der Welt ist fast schon als brutal zu bezeichnen – für die Halter der Papiere.

Man kann täglich hundert Indikatoren heranziehen, um die Überbewertung der Aktienmärkte zu begründen. Vom Shiller-KGV, dem Buffett-Indikator, historischen Vergleichen zur Bewertung von Aktien zur Gesamtwirtschaft und vieles mehr. Aber wir haben auch eine historisch einmalige Situation. Wenn allein die drei großen Notenbanken (Fed, EZB, BoJ) in ihren Bilanzen schon über 20 Billionen Dollar stehen haben, die zum großen Teil von Käufen von Anleihen herrühren, kann es das Regulativ Anleihemarkt zu Aktienmarkt in alter Form nicht mehr geben.

Anders ausgedrückt: Was juckt ein KGV der Aktienmärkte von 20 bis 30, wenn selbst die großen Anleihemärkte ein mindestens dreistelliges aufweisen?

Und noch sieht es nicht nach einer Wende aus – weder bei den Käufen von Anleihen, noch bei den Kapitalmarktzinsen. Die Kapitalsammelstellen stehen täglich vor dem Problem, einerseits neue Gelder anlegen zu müssen, andererseits ihren Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Dies ist für mich der Hauptgrund dafür, warum die Aktienmärkte einfach nicht größer korrigieren wollen. „There is no alternative!“ (TINA).

Zwar gab es den brutalen Einbruch wegen Corona im Februar/März, aber damals musste jeder Aktieninvestor mit dem Schlimmsten rechnen und seither hat die „Zerstörung“ der Zinsmärkte erst so richtig Fahrt aufgenommen. Wie könnte dieser Zustand sich zumindest etwas ändern? Schon öfters erwähnt: Ein substanzieller Anstieg der Inflation, der zu einem Anstieg der Kapitalmarktzinsen führt – nicht zu einem Anstieg der Leitzinsen.

Werden neue Schuldenprogramne 2021 bei einer Erholung der Wirtschaft dazu führen? Wenn es zumindest wieder etwas positive Realzinsen gibt? Wir werden es sehen, zunächst an den Zins-Charts.

Die absurde Entwicklung bei Anleihen - oder warum die Aktienmärkte so hoch stehen

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Finanznews

Aktienmärkte: Heute ist die letzte Chance! Videoausblick

Markus Fugmann

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Heute ist die letzte Chance für den so lange erwarteten und erhofften Stimulus noch vor der US-Wahl – wie reagieren die Aktienmärkte, wenn die Verhandlungen doch scheitern? Vieles deutet darauf hin, dass es in Sachen Stimulus keine Einigung geben wird, und das dürfte der zentrale Grund für den gestrigen Abverkauf an der Akttienmärkte an der Wall Street gewesen sein. Bis zur US-Wahl ist eine hohe Volatilität wahrscheinlich. Am Donnerstag kommt es zum zweiten Fernsehduell zwischen Trump und Biden – und dass der US-Präsident einem Format zustimmt, bei dem ihm der Ton abgedreht werden kann, zeigt, dass man im Wahlkampf-Team Trump nervös wird angesichts der jüngsten Umfragen..

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Indizes

DAX daily: Dax rauscht nachbörslich ab – wie geht es weiter?

Stefan Jäger

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In einem durch Unsicherheiten belasteten Marktumfeld tut sich der Dax schwer die 13.000er Marke nachhaltig zurückzuerobern. Nachdem ihn zur Eröffnung noch ein Short Squeeze zum Tageshoch bei 13.028 befördert hatte, rutschte er anschließend wieder unter die runde Marke. Im Laufe des Tages musste er dann noch seine gesamten Gewinne abgeben und ist zum Tagestief bei 12.820 gelaufen. Auch die US-Börsen konnten den Dax diesmal nicht stützen, da sie am Nachmittag selbst in die Verlustzone gerutscht sind. Schließlich hat der Dax den Handelstag mit einem kleinen Abschlag von 54 Punkten (-0,42 %) bei 12.854 beendet. Nachbörslich ging es dann noch ein gutes Stück weiter abwärts, dabei hat er ein Tief an der 12.722 markiert. Der Leitindex hat damit, wie im gestrigen Wochenausblick dargelegt, bereits die erste wichtige Marke auf der Unterseite erreicht. Heute muss sich zeigen, ob die 12.748 gehalten werden kann oder es noch eine Etage tiefer geht.

Die Anleger bleiben aufgrund der aktuellen Risiken vorsichtig. Die bekannten Faktoren wie die stetig ansteigenden Corona-Zahlen, die näher rückende US-Präsidentschaftswahl und das Warten auf das US-Hilfspaket drücken derzeit auf die Stimmung. Daher kann es immer wieder zu Gewinnmitnahmen kommen, sobald der Dax die 13.000er Marke überschreitet. Auf der anderen Seite nutzen die Bullen immer wieder die Dips zum Einstieg. Das Hin und Her im deutschen Leitindex ist damit fast schon vorprogrammiert und kann sich noch eine Weile in die Länge ziehen.

News und fundamentale Daten

Mit einem Impuls im Dax infolge von bedeutenden Wirtschaftsdaten ist heute nicht zu rechnen. Es stehen nämlich nur wenige Daten auf dem Programm. Um 9:00 erscheint zuerst der Erzeugerpreisindex (Sep) aus Deutschland, bevor um 14:30 Uhr die Baugenehmigungen aus den USA folgen. Am Abend um 22:30 Uhr werden dann noch die API-Rohöllagerbestände veröffentlicht.

Was die Quartalszahlen betrifft, sieht es etwas besser aus. Einerseits legt das Schwergewicht aus dem MDax Sartorius heute seine Zahlen vor, andererseits geht es bei den US-Unternehmen spannend weiter. Unter anderem sehen wir heute die Berichte von Philip Morris, Proctor & Gamble und Texas Instruments. Das Hauptaugenmerk werden die Anleger aber am Abend auf die Zahlen von Netflix legen. Die Prognosen sind dabei sehr optimistisch. Der Gewinn je Aktie wird auf 2,13 USD gegenüber 1,47 USD im Vorjahresquartal geschätzt. Auch beim Umsatz gehen die Analysten von einem Zuwachs von über 21 % % zum Vorjahresquartal aus.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Nachdem es gestern nachbörslich bis zur Marke bei 12.722 runterging, konnte sich der Dax etwas stabilisieren und notiert vorbörslich über der 12.748. Fällt er jedoch wieder darunter und unterschreitet das Tief bei 12.722, dann dürfte sich die Abwärtsbewegung fortsetzen. Ein erster Unterstützungsbereich liegt zwischen 12.690 und 12.660. Dort sollte sich der Dax spätestens stabilisieren, um nicht den Abwärtsdruck zu erhöhen. Geht es aber auch dadurch, dann könnte das Tagestief vom 15.10. bei 12.599 getestet werden. Ein Bruch des Tiefs würde Ziele auf der Unterseite bei 12.560, 12.540 und 12.469 eröffnen.

Kann sich der Dax allerdings bei der Eröffnung stabilisieren und am besten das Tief bei 12.722 halten, dann besteht die Chance auf eine Erholung. Dafür müsste er über die 12.820 und über das Nachthoch bei 12.841 ansteigen. Darüber befindet sich auch das gestrige Gap bei 12.854. Der nächste Widerstand folgt dann bei 12.895. Dort könnten die Bären den Druck wieder erhöhen. Überwindet er jedoch den Bereich, dann befindet sich an der 12.960 ein starker Widerstand, an dem der Dax gestern schon zu knabbern hatte. Darüber liegen noch weitere Hürden an der 13.000 und 13.028.

DAX daily: Tagesausblick 20.10. - M30-Chart - Risiken balasten

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.153 – Pivot Punkt R2

12.969 – Pivot Punkt R1

12.846 – Pivot Punkt

12.661 – Pivot Punkt S1

12.538 – Pivot Punkt S2

Dax Unterstützungen (US):

12.748 – Punkt 3 vom Top (13.460) (Tagesbasis)

12.733 – Tagestief 16.10.

12.690 – Punkt 1 der Bodenbildung vom 15.10. (Tief 12.599)

12.657 – 261,8 % Extension

12.599 – Tagestief 15.10.

12.540 – Tagestief 02.10.

12.469 – Gap 25.09.

Dax Widerstände (WS):

12.841 – Nachthoch

12.895 – M30-Chart

12.960 – 61,8 % Retracement (13.185 – 12.599)

13.000 – psychologische Marke

13.028 – Tageshoch 19.10.

13.060 – 78,6 % Retracement (13.185-12.599)

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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