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US-Finanzministerium mit Papier zur Steuerreform: Einnahmeausfälle und Mehreinnahmen, das passt nicht

Das US-Finanzministerium von Trump´s Finanzminister Mnuchin hat vor wenigen Minuten ein für Steuerfragen extrem kurzes Papier veröffentlicht (nur eine Seite), in der man beschreibt, wie man sich die Einnahmeausfälle und Mehreinnahmen durch die…

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FMW-Redaktion

Das US-Finanzministerium von Trump´s Finanzminister Mnuchin hat vor wenigen Minuten ein für Steuerfragen extrem kurzes Papier veröffentlicht (nur eine Seite), in der man beschreibt, wie man sich die Einnahmeausfälle und Mehreinnahmen durch die bevorstehende Steuerreform vorstellt. Es geht ja letztlich nur darum, wie man sich die Mehreinnahmen durch mehr wirtschaftliche Aktivität hochrechnet, damit Ausfälle kompensiert werden können.

Die Berechnungen des Steuer-Ausschusses im US-Senat haben ergeben, dass die USA in den kommenden zehn Jahren durch die bevorstehende höhere wirtschaftliche Aktivität (dank der Steuersenkungen) Steuermehreinnahmen von 408 Milliarden Dollar erzielen sollten. Das US-Finanzministerium kalkuliert mit einem Plus von 1 Billion Dollar. Das Problem dabei ist nur: Die kalkulierten Einnahmeausfälle, die gleichzeitig durch die niedrigeren Steuersätze anfallen, sollen bei 1,5 Billion Dollar liegen. Also gibt es hier eine Lücke von mindestens 500 Milliarden Dollar.

Das US-Finanzministerium hat aber eine Lösung parat. Man kalkuliert einfach, dass Trumps sonstige Pläne (Infrastrukturinvestitionen etc) die Mehreinnahmen auf insgesamt 1,8 Billionen Dollar hoch bringen, und damit (oooh Wunder) knapp über das Volumen des Einnahmeausfalls liegen. Also alles ein Frage der Berechnung! Es sind ja eh nur Schätzungen, die grob auf bestimmten Daten zum Wirtschaftswachstum basieren. Rezessionen etc sind ja gar nicht einkalkulierbar! So kann die Steuerreform den Kongress passieren, denn es ist ja alles durchgerechnet! Hier im Wortlaut vom US-Finanzministerium, wer ins Detail gehen will.


Treasury’s Office of Tax Policy (OTP) has modeled the Senate Finance tax reform plan and overall has similar analysis to the Joint Committee on Taxation (JCT) on a static basis, with a score of approximately -$1.5 trillion on a current law basis and approximately -$1 trillion on a current policy basis.1 The difference between current law and current policy is that current law assumes existing provisions that are set to expire, such as bonus depreciation, do expire; while current policy assumes these are renewed, as has often been the case historically.

In addition to a static score, JCT calculated the increase in government tax receipts in the Senate Finance tax plan due to growth. They estimated $408 billion of additional tax revenue. Adding this $408 billion to the static score leads to a change in total projected receipts under JCT’s assumptions of approximately -$1 trillion on a current law basis.

OTP has modeled the revenue impact of higher growth effects, using the Administration projections of approximately a 2.9% real GDP growth rate over 10 years contained in the Administration’s Fiscal Year 2018 budget. OTP compared this 2.9% GDP growth scenario to a baseline of previous projections of 2.2% GDP growth. Treasury expects approximately half of this 0.7% increase in growth to come from changes to corporate taxation. We expect the other half to come from changes to pass-through taxation and individual tax reform, as well as from a combination of regulatory reform, infrastructure development, and welfare reform as proposed in the Administration’s Fiscal Year 2018 budget.

This 0.7% increase in the annual real growth rate results in an increase in tax revenues during the 10 year period of approximately $1.8 trillion. Adding this $1.8 trillion of incremental revenue to the static current law score of -$1.5 trillion results in total receipts over the 10-year window increasing by $300 billion. These increased receipts are primarily collected in the last five years, as full expensing creates growth in early years but results in a deferral of collection of taxes.

We acknowledge that some economists predict different growth rates. OTP projects that at approximately 0.35% of incremental annual GDP growth, Treasury tax receipts would generate approximately $1 trillion of incremental revenue. Neither JCT nor Treasury has released a score showing increased tax receipts from the House plan, though we would not expect the results to be materially different.


US-Finanzminister Steven Mnuchin. Einer von Trumps Lieblingen. Foto: US Finanzministerium

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    leser

    11. Dezember 2017 17:59 at 17:59

    Milchmädchen am Werk.
    Man tut so, als ob es ein reines Einnahmenproblem wäre. Würde man den Staat zurück fahren (eine NSA z.B. braucht kein Mensch) und den unipolaren Anspruch aufgeben, könnte der Steuersatz noch viel weiter sinken und man würde dennoch darüber diskutieren, wie hoch die Überschüsse ausfallen. So aber muss man glauben, dass Münchhausen funktioniert. Wenn ja, gibt’s immerhin den Physik-Nobelpreis.

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Zinseszinseffekt: So verdoppeln Sie Ihr Depot binnen weniger Jahre – Werbung

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Lieber Börsianer,

Albert Einstein bezeichnete ihn einst als 8. Weltwunder. Für Starinvestor Warren Buffett gilt er als wichtigster Erfolgsfaktor beim Investieren. Die Rede ist vom Zinseszinseffekt. Es kommt nicht von Ungefähr, dass diese beiden Genies dem Zinseszins eine so hohe Bedeutung beimessen. Denn er verhilft selbst bei kleinen investierten Beträgen über einen längeren Zeitraum zu großen Erfolgen. Folgende kleine Geschichte veranschaulicht den Effekt des Zinseszinses:

Die Legende vom Reiskorn

Die beeindruckende Wirkung des Zinseszinseffektes war offenbar bereits den alten Persern bekannt. Von ihnen stammt die Legende vom Reiskorn. In dieser forderte der König seine Untertanen auf ihm die Langeweile zu vertreiben. Wer es schafft, sollte eine Belohnung erhalten.

Ein kluger Höfling brachte dem König daraufhin das Schachspiel bei. Der König war begeistert ob der neuen Zerstreuung und wollte den Höfling belohnen. Dieser sprach: „Ich möchte nichts weiter als ein paar Reiskörner. Ich möchte, dass ihr mir das Schachbrett mit Reis füllt. Legt ein Reiskorn auf das erste Feld und dann auf jedes weitere Feld jeweils die doppelte Anzahl an Reiskörnern.“

Der König wunderte sich über den bescheidenen Wunsch seines Dieners und sagte sogleich die Belohnung zu. Er dachte wohl an ein kleines Säckchen voller Reis. In Wahrheit hätte er aber dank der 64-maligen Verdopplung mehr Reis gebraucht, als auf der ganzen Erde wächst.

Wie ist eine solche Fehleinschätzung möglich?

Das menschliche Gehirn ist nicht besonders gut in Prozentrechnung. Diese Art der Verzinsung ist in unserer Evolutionsgeschichte erst seit wenigen hundert Jahren von Bedeutung. Deshalb unterschätzen wir genau wie der persische König systematisch die Macht des Zinseszinses. Investmentgewinne von 5% locken nur wenige hinter dem Ofen hervor. Doch über einen…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Einzelhandelsumsätze boomen in der Coronakrise – bis auf ein Segment

Claudio Kummerfeld

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Leeres Einkaufszentrum als Symbol für die Coronakrise

Wenn man in der Coronakrise schon kein Geld für Restaurants, Theater, Kinos oder Urlaubsreisen ausgeben kann, dann kann man doch immerhin noch sein Haus, seine Wohnung oder den Garten verschönern? Und zuhause gut essen ist ja auch drin. Dementsprechend wandeln sich die Einzelhandelsumsätze in den letzten Monaten.

Unterm Strich geben die Deutschen deutlich mehr aus als noch im Vorjahr, und auch mehr als direkt vor Ausbruch der Coronakrise. Dies wird untermauert durch die vor wenigen Minuten vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Einzelhandelsumsätze für Oktober. Sie steigen im Vergleich zu Oktober 2019 um 8,2 Prozent, und im Vergleich zu Februar 2020 um 5,9 Prozent. Das ist eindeutig. Der Onlinehandel boomt am Stärksten, die Heimwerkermärkte boomen, und auch der Lebensmitteleinzelhandel. Ein klarer Wink hin zu mehr Konsum in den eigenen vier Wänden. Nur der stationäre Einzelhandel mit Bekleidung ist spürbar rückläufig. Klar, wenn man deutlich weniger ausgeht, hat man auch weniger den Drang neue Klamotten zu kaufen. Hier die Detailangaben der Statistiker über die Einzelhandelsumsätze im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Oktober 2020 real 7,3 % und nominal 10,3 % mehr um als im Oktober 2019. Dabei lag der Umsatz der Supermärkte, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkte real 7,9 % und nominal 10,9 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 3,0 % und nominal 6,5 % mehr um.

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im Oktober 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 9,0 % und nominal um 9,4 %. Das größte Umsatzplus mit real 29,8 % und nominal 31,1 % erzielte der Internet- und Versandhandel. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 14,2 %. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau waren dagegen der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren und der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -6,4 % und -2,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Grafik zeigt Einzelhandelsumsätze für Oktober im Detail

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Autoindustrie: Die Stimmung hat sich brutal verfinstert!

Claudio Kummerfeld

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Riesiger Parkplatz mit unzähligen Autos

Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie (Hersteller und Zulieferer) hat sich brutal verfinstert. Laut heute früh veröffentlichten Umfrageergebnissen des ifo-Instituts ist die aktuelle Geschäftslage der Branche zwar noch akzeptabel mit einem Wert von +7,2 Punkten nach -2 Punkten im Oktober. Aber die Geschäftserwartungen der Autoindustrie sinken aktuell dramatisch ab, von +16,3 im Oktober auf -4 Punkte im November! Der Chart zeigt den Absturz der Stimmungslage in der Autoindustrie in den letzten Monaten. Im Moment läuft es noch, aber der Blick in die Zukunft macht die Firmen gegenwärtig nicht glücklich, so ifo aktuell in seiner Headline-Aussage. Weitere Aussagen hier im Wortlaut:

„Im Oktober haben wir einen Einbruch bei den gewerblichen Neuzulassungen gesehen. Das wird sich wahrscheinlich fortsetzen, aufgrund der großen Unsicherheit bei den Unternehmen“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien.

Die Unternehmen gaben an, ihre Produktion deutlich drosseln zu wollen. Der Indikator sank von plus 38,6 Punkte auf minus 0,5 Punkte. Die Exporterwartungen fielen deutlich von plus 19,0 Punkten im Oktober auf minus 5,0 Punkte. Auch gab immer noch die Mehrheit der Unternehmen an, die Zahl ihrer Mitarbeiter zu verringern. Der Indikator stieg nur leicht auf minus 34,6 Punkte.

Der Auftragsbestand konnte zuletzt nicht mehr so stark zulegen. Der entsprechende Indikator sank deutlich auf 6,2 Punkte, nach 29,3 im Oktober. Der Bestand im Fertigwarenlager ist allerdings weiterhin geringer als saisonüblich. Der Indikator stieg nur leicht auf minus 4,9 Punkte.

Chart zeigt Verlauf der Geschäftserwartungen der Autoindustrie

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