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US-Firmen so optimistisch wie noch nie: Trump-Virus am Ende des Aufschwungs?

Kleinere US-Firmen sind so optimistisch wie noch nie – historisch gesehen ist das ein schlechtes Zeichen..

Markus Fugmann

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am

Optimismus ist ansteckend, weiß der Volksmund. Und Donald Trump wird bekanntlich nicht müde, jene Wirtschaftsdaten zu loben, die er als Präsidentschaftskandidat noch als „Fake News“ (und das teilweise zu Recht, etwa was die US-Arbeitslosenquote angeht!) gebrandmarkt hatte. Gestern etwa twitterte Trump:

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Rein optisch sehen die Zahlen durchaus beeindruckend aus – und ja, natürlich hat es einen deutlichen Aufschwug gegeben nach der Finanzkrise. Aber die Probleme wurden faktisch ja nur zugeschüttet durch immer mehr Liquidität – die Folge: US-Unternehmen sind so hoch veschuldet wie noch nie, der Staat USA ebenfalls (mit beschleunigter Tendenz unter Trump), auch die US-Konsumenten sind knapp vor einem neuen Schuldenrekord pro Haushalt.
Nun hat die Trump-Administration durch Deregulierung und die Steuerreform unbestreitbar die Stimmung der Wirtschaft positiv beeinflußt – man nimmt das Geld gerne und fragt nicht nach dem Preis des Geldes, den dann zukünftige Generationen werden bezahlen müssen, weil all das auf Pump finanziert ist. Trump bedeutet vor allem: wir wollen alles im hier und jetzt, uns doch egal, was später dann passiert als Folgeschaden.
Und genau dieses Trumpsche Bewußtsein scheint nun zum common sense geworden zu sein in der US-Wirtschaft – das zeigt zum Beispiel die heute veröffentlichten „Small Business Economic Trends“. Denn die Stimmung unter den kleineren US-Firmen ist nun auf ein neues Allzeithoch gestiegen. So formuliert NFIB, das die Daten erhebt:
„It’s a RECORD! Small business owners continued to deliver an “amazing” performance, taking the Index of Small Business Optimismup 0.9 points to a record-high of 108.8. Six of the 10 Index components advanced, three declined, and one was unchanged. Job creation plans and job openings both set new records, reflecting the need for workers and the tightness of the labor supply. Capital spending plans were the highest since 2007 and inventory investment plans the strongest since 2005“.
Also die Absicht, neue Jobs zu schaffen so hoch wie noch nie, ebenso die tatsächlichen neuen Jobangebote – das trifft auf einen „engen“ Arbeitsmarkt (in den USA fehlen derzeit etwas 51.000 Lastwagenfahrer). Und es sei, so das NFIB, nicht nur die Stimmung, sondern richtig harte Fakten, die so positiv seien:
„The August Index has more “muscle” than any past reading. The “hard” component of the Index (job creation plans, job openings, capital spending plans, inventory plans, and earnings) soared to a historic record reading of 107.9. This caps a change in the complexion of the Index which was dominated by the “soft” components (inventory satisfaction, good time to expand, expected business conditions, sales expectations, and expected credit conditions) at the beginning of the record run that started in December 2016, but is now driven by the spending and hiring components, generators of GDP growth.“
Während früher vor allem die Erwartungen den Index nach oben gebracht hätten, seien es nun harte Fakten wie Investitionen, Gewinne etc. Beste aller Welten also!
Aber nicht selten ist die Stimmung ja dann besonders gut, wenn man auf den Abrgund zurast, diesen aber noch nicht sieht. Auch 2007 und 2008 war die Stimmung in der US-Wirtschaft bombig – wenig später dann der Katzenjammer nach Platzen der US-Immobilienblase!
Aber auch die Entwicklung der Aktienmärkte war nach solchen Stimmungshochs eher bescheiden – etwa die des Russell2000, in dem Nebenwerte enthalten sind, wie sie in der NFIB-Umfrage befragt werden. Der Index verlor nach einem neuen NFIB-Stimmungshoch durchschnittlich -3,5% in den nächsten 12 Monaten:

 

https://twitter.com/NorthmanTrader/status/1039453475896283136

https://twitter.com/NorthmanTrader/status/1039487222100180992

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Zinseszinseffekt: So verdoppeln Sie Ihr Depot binnen weniger Jahre – Werbung

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Lieber Börsianer,

Albert Einstein bezeichnete ihn einst als 8. Weltwunder. Für Starinvestor Warren Buffett gilt er als wichtigster Erfolgsfaktor beim Investieren. Die Rede ist vom Zinseszinseffekt. Es kommt nicht von Ungefähr, dass diese beiden Genies dem Zinseszins eine so hohe Bedeutung beimessen. Denn er verhilft selbst bei kleinen investierten Beträgen über einen längeren Zeitraum zu großen Erfolgen. Folgende kleine Geschichte veranschaulicht den Effekt des Zinseszinses:

Die Legende vom Reiskorn

Die beeindruckende Wirkung des Zinseszinseffektes war offenbar bereits den alten Persern bekannt. Von ihnen stammt die Legende vom Reiskorn. In dieser forderte der König seine Untertanen auf ihm die Langeweile zu vertreiben. Wer es schafft, sollte eine Belohnung erhalten.

Ein kluger Höfling brachte dem König daraufhin das Schachspiel bei. Der König war begeistert ob der neuen Zerstreuung und wollte den Höfling belohnen. Dieser sprach: „Ich möchte nichts weiter als ein paar Reiskörner. Ich möchte, dass ihr mir das Schachbrett mit Reis füllt. Legt ein Reiskorn auf das erste Feld und dann auf jedes weitere Feld jeweils die doppelte Anzahl an Reiskörnern.“

Der König wunderte sich über den bescheidenen Wunsch seines Dieners und sagte sogleich die Belohnung zu. Er dachte wohl an ein kleines Säckchen voller Reis. In Wahrheit hätte er aber dank der 64-maligen Verdopplung mehr Reis gebraucht, als auf der ganzen Erde wächst.

Wie ist eine solche Fehleinschätzung möglich?

Das menschliche Gehirn ist nicht besonders gut in Prozentrechnung. Diese Art der Verzinsung ist in unserer Evolutionsgeschichte erst seit wenigen hundert Jahren von Bedeutung. Deshalb unterschätzen wir genau wie der persische König systematisch die Macht des Zinseszinses. Investmentgewinne von 5% locken nur wenige hinter dem Ofen hervor. Doch über einen…..

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Einzelhandelsumsätze boomen in der Coronakrise – bis auf ein Segment

Claudio Kummerfeld

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Leeres Einkaufszentrum als Symbol für die Coronakrise

Wenn man in der Coronakrise schon kein Geld für Restaurants, Theater, Kinos oder Urlaubsreisen ausgeben kann, dann kann man doch immerhin noch sein Haus, seine Wohnung oder den Garten verschönern? Und zuhause gut essen ist ja auch drin. Dementsprechend wandeln sich die Einzelhandelsumsätze in den letzten Monaten.

Unterm Strich geben die Deutschen deutlich mehr aus als noch im Vorjahr, und auch mehr als direkt vor Ausbruch der Coronakrise. Dies wird untermauert durch die vor wenigen Minuten vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Einzelhandelsumsätze für Oktober. Sie steigen im Vergleich zu Oktober 2019 um 8,2 Prozent, und im Vergleich zu Februar 2020 um 5,9 Prozent. Das ist eindeutig. Der Onlinehandel boomt am Stärksten, die Heimwerkermärkte boomen, und auch der Lebensmitteleinzelhandel. Ein klarer Wink hin zu mehr Konsum in den eigenen vier Wänden. Nur der stationäre Einzelhandel mit Bekleidung ist spürbar rückläufig. Klar, wenn man deutlich weniger ausgeht, hat man auch weniger den Drang neue Klamotten zu kaufen. Hier die Detailangaben der Statistiker über die Einzelhandelsumsätze im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im Oktober 2020 real 7,3 % und nominal 10,3 % mehr um als im Oktober 2019. Dabei lag der Umsatz der Supermärkte, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkte real 7,9 % und nominal 10,9 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 3,0 % und nominal 6,5 % mehr um.

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im Oktober 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 9,0 % und nominal um 9,4 %. Das größte Umsatzplus mit real 29,8 % und nominal 31,1 % erzielte der Internet- und Versandhandel. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 14,2 %. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau waren dagegen der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren und der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -6,4 % und -2,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Grafik zeigt Einzelhandelsumsätze für Oktober im Detail

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Autoindustrie: Die Stimmung hat sich brutal verfinstert!

Claudio Kummerfeld

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Riesiger Parkplatz mit unzähligen Autos

Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie (Hersteller und Zulieferer) hat sich brutal verfinstert. Laut heute früh veröffentlichten Umfrageergebnissen des ifo-Instituts ist die aktuelle Geschäftslage der Branche zwar noch akzeptabel mit einem Wert von +7,2 Punkten nach -2 Punkten im Oktober. Aber die Geschäftserwartungen der Autoindustrie sinken aktuell dramatisch ab, von +16,3 im Oktober auf -4 Punkte im November! Der Chart zeigt den Absturz der Stimmungslage in der Autoindustrie in den letzten Monaten. Im Moment läuft es noch, aber der Blick in die Zukunft macht die Firmen gegenwärtig nicht glücklich, so ifo aktuell in seiner Headline-Aussage. Weitere Aussagen hier im Wortlaut:

„Im Oktober haben wir einen Einbruch bei den gewerblichen Neuzulassungen gesehen. Das wird sich wahrscheinlich fortsetzen, aufgrund der großen Unsicherheit bei den Unternehmen“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien.

Die Unternehmen gaben an, ihre Produktion deutlich drosseln zu wollen. Der Indikator sank von plus 38,6 Punkte auf minus 0,5 Punkte. Die Exporterwartungen fielen deutlich von plus 19,0 Punkten im Oktober auf minus 5,0 Punkte. Auch gab immer noch die Mehrheit der Unternehmen an, die Zahl ihrer Mitarbeiter zu verringern. Der Indikator stieg nur leicht auf minus 34,6 Punkte.

Der Auftragsbestand konnte zuletzt nicht mehr so stark zulegen. Der entsprechende Indikator sank deutlich auf 6,2 Punkte, nach 29,3 im Oktober. Der Bestand im Fertigwarenlager ist allerdings weiterhin geringer als saisonüblich. Der Indikator stieg nur leicht auf minus 4,9 Punkte.

Chart zeigt Verlauf der Geschäftserwartungen der Autoindustrie

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