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US-Firmen so optimistisch wie noch nie: Trump-Virus am Ende des Aufschwungs?

Kleinere US-Firmen sind so optimistisch wie noch nie - historisch gesehen ist das ein schlechtes Zeichen..

Optimismus ist ansteckend, weiß der Volksmund. Und Donald Trump wird bekanntlich nicht müde, jene Wirtschaftsdaten zu loben, die er als Präsidentschaftskandidat noch als „Fake News“ (und das teilweise zu Recht, etwa was die US-Arbeitslosenquote angeht!) gebrandmarkt hatte. Gestern etwa twitterte Trump:

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1039150829754888193

Rein optisch sehen die Zahlen durchaus beeindruckend aus – und ja, natürlich hat es einen deutlichen Aufschwug gegeben nach der Finanzkrise. Aber die Probleme wurden faktisch ja nur zugeschüttet durch immer mehr Liquidität – die Folge: US-Unternehmen sind so hoch veschuldet wie noch nie, der Staat USA ebenfalls (mit beschleunigter Tendenz unter Trump), auch die US-Konsumenten sind knapp vor einem neuen Schuldenrekord pro Haushalt.
Nun hat die Trump-Administration durch Deregulierung und die Steuerreform unbestreitbar die Stimmung der Wirtschaft positiv beeinflußt – man nimmt das Geld gerne und fragt nicht nach dem Preis des Geldes, den dann zukünftige Generationen werden bezahlen müssen, weil all das auf Pump finanziert ist. Trump bedeutet vor allem: wir wollen alles im hier und jetzt, uns doch egal, was später dann passiert als Folgeschaden.
Und genau dieses Trumpsche Bewußtsein scheint nun zum common sense geworden zu sein in der US-Wirtschaft – das zeigt zum Beispiel die heute veröffentlichten „Small Business Economic Trends“. Denn die Stimmung unter den kleineren US-Firmen ist nun auf ein neues Allzeithoch gestiegen. So formuliert NFIB, das die Daten erhebt:
„It’s a RECORD! Small business owners continued to deliver an “amazing” performance, taking the Index of Small Business Optimismup 0.9 points to a record-high of 108.8. Six of the 10 Index components advanced, three declined, and one was unchanged. Job creation plans and job openings both set new records, reflecting the need for workers and the tightness of the labor supply. Capital spending plans were the highest since 2007 and inventory investment plans the strongest since 2005“.
Also die Absicht, neue Jobs zu schaffen so hoch wie noch nie, ebenso die tatsächlichen neuen Jobangebote – das trifft auf einen „engen“ Arbeitsmarkt (in den USA fehlen derzeit etwas 51.000 Lastwagenfahrer). Und es sei, so das NFIB, nicht nur die Stimmung, sondern richtig harte Fakten, die so positiv seien:
„The August Index has more “muscle” than any past reading. The “hard” component of the Index (job creation plans, job openings, capital spending plans, inventory plans, and earnings) soared to a historic record reading of 107.9. This caps a change in the complexion of the Index which was dominated by the “soft” components (inventory satisfaction, good time to expand, expected business conditions, sales expectations, and expected credit conditions) at the beginning of the record run that started in December 2016, but is now driven by the spending and hiring components, generators of GDP growth.“
Während früher vor allem die Erwartungen den Index nach oben gebracht hätten, seien es nun harte Fakten wie Investitionen, Gewinne etc. Beste aller Welten also!
Aber nicht selten ist die Stimmung ja dann besonders gut, wenn man auf den Abrgund zurast, diesen aber noch nicht sieht. Auch 2007 und 2008 war die Stimmung in der US-Wirtschaft bombig – wenig später dann der Katzenjammer nach Platzen der US-Immobilienblase!
Aber auch die Entwicklung der Aktienmärkte war nach solchen Stimmungshochs eher bescheiden – etwa die des Russell2000, in dem Nebenwerte enthalten sind, wie sie in der NFIB-Umfrage befragt werden. Der Index verlor nach einem neuen NFIB-Stimmungshoch durchschnittlich -3,5% in den nächsten 12 Monaten:

 

https://twitter.com/NorthmanTrader/status/1039453475896283136

https://twitter.com/NorthmanTrader/status/1039487222100180992



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