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US-Großbank Morgan Stanley: Die Zeiten sind vorbei, in denen sich die Märkte besser entwickelten als die Realwirtschaft!

Nach neun Jahren scheint es also so weit zu sein: die Finanzmärkte sind nicht mehr in der Lage, der Realwirtschaft voraus zu laufen, weil der Treibstoff der Märkte, das billige Geld, versiegt! It´s the end of central banks printing money, stupid!

Markus Fugmann

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Eines ist klar: in den letzten zehn Jahren konnte man wenig falsch machen, wenn man schlicht Aktien kaufte! Die Notenbanken druckten billiges Geld, wovon dann Marktteilnehmer eben Risiko-Assets wie Aktien kauften – oder das billige Geld in Länder wie die Türkei pumpten, die sich dann wiederum auf Pump einen wunderbaren Binnenkonsum leisten konnten. Aber diese Zeiten sind vorbei, so schreibt jetzt in einem aktuellen Bericht mit dem Titel “The End of Easy” („das Ende des Leichten“) die US-Großbank Morgan Stanley an ihre Kunden!

Der Rückenwind, so Morgan Stanley, den die Aktienmärkte und Anleihemärkte in den letzten neun Jahren hatten, wandle sich nun vor allem durch die rigidere Geldpolitik der Fed in Gegenwind:

“2018 is seeing multiple tailwinds of the last nine years abate. Decelerating growth, rising inflation and tightening policy leave us with below-consensus 12-month return forecasts for most risk assets.“

Es ist also eine Kombination aus langsamerem Wachstum, steigender Inflation, höheren Kosten für Geld und eben das Ende der ultralaxen Geldpolitik, die nun das Geld verdienen an den Märkten deutlich erschwere. Und dann folgt ein Satz, den man sich auf der Zunge zergehen lassen kann:


„After nine years of markets outperforming the real economy, we think the opposite now applies as policy tightens.”

Nach neun Jahren scheint es also so weit zu sein: die Finanzmärkte sind nicht mehr in der Lage, der Realwirtschaft voraus zu laufen, weil der Treibstoff der Märkte, das billige Geld, versiegt! It´s the end of central banks printing money, stupid!

Morgan Stanley nimmt daher die Einschätzung für die globalen Aktienmärkte von „übergewichten“ auf „neutral“ („equal weight“) zurück und erhöht die Cash-Bestände. Man erwartet nun nur noch begrenztes Aufwärtspotential an den Aktienmärkten (“in a range-trading regime with limited 12-month upside.”), weil mit den steigenden Zinsen nunmehr eine echte Alternative zu den Aktienmärkten gegeben sei.

Mit dieser eher skeptischen Einstellung zu den Aktienmärkten ist Morgan Stanley derzeit nicht gerade alleine auf weiter Flur: in der letzten Woche hatte schon Goldman Sachs empfohlen, die Cash-Bestände zu erhöhen und die Aktiengewichtung zu reduzieren. Bei der jüngsten Umfrage der Bank of America Merrill Lynch (BofA Merrill Lynch Global survey of fund managers) hatten nur noch 5% der befragten Fondsmanager erwartet, dass die Weltwirtschaft in den nächsten 12 Monaten stärker als zuletzt wachsen würde – Anfang des Jahres waren es noch 40%.

Auffallend ist zudem, dass sich das Wachstum in Europa, aber auch in den USA zuletzt deutlich abgeschwächt hatte, der US-Konsum als Treibstoff des US-BIP ist derzeit so niedrig wie seit fünf Jahren nicht mehr, die Sparquote der Amerikaner steigt, die Zahl der Ausfälle bei Kreditkartenschulden liegt auf dem höchsten Stand seit der Finanzkrise.

Die Aktienmärkte aber durchlaufen derzeit einen Transformationsprozeß: die Erinnerung an die gute alte Zeit ist noch wirkmächtig, die Optimisten verweisen auf die guten Zahlen der Unternehmen, während die Skeptiker einwenden, dass eben diese Zahlen den Hochpunkt angesichts steigender Zinsen und steigender Kosten für die Unternehmen bereits erreicht haben („peak earings“). Die Zeit jedenfalls scheint für die Skeptiker zu sprechen..


Das Hauptgebäude von Morgan Stanley am Times Square in New York

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Altbär

    15. Mai 2018 13:12 at 13:12

    Auf den Punkt gebracht, in den letzten Jahren konnte man nichts falsch machen,wenn man denn nur Aktien gekauft hat. Einer hat’s gesagt, wenn die Aktien immer steigen habe ich lauter Börsenexperten um mich herum , die sich als Tausendsassa fühlen.Hat sich einer gefragt warum sie richtig liegen?Da hat es noch einige Baby-boomer darunter die sowieso nur Aktien Long– Long –Long kennen u,die Aktiencrashes nur aus Büchern kennen.Es hat auch noch viele darunter, die nach der längsten Rally meinen die Börse dürfe nicht mehr korrigieren weil das die Anleger ( verschuldeten Staaten ) nach 300 bis 700% Anstieg nicht mehr verkraften würden.
    Die richtigen Börsenexperten werden sich erst in den nächsten Monaten herausbilden.Vielleicht werden es jene Anleger sein die jetzt Gewinne mitnehmen u.an der Seitenlinie mit kurzer US Anleihe u.steigendem $
    ihre „Buchgewinne“ ins Trockene bringen.

    • Avatar

      Columbo

      15. Mai 2018 13:35 at 13:35

      Gewinne mitnehmen, das schaffen die „Börsenexperten“ meist nicht, weil sie ja „Gewinne laufen lassen müssen“. Die laufen dann auch…….davon.

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    15. Mai 2018 14:24 at 14:24

    Seit Wochen vertrete ich schon die Ansicht einer möglichen Rezession (2019) in den USA und versuche hierfür Erklärungen aus monetären und fundamentalen Gründen zu finden. Insofern könnte mich der Bericht von Morgan Stanley über ein baldiges Ende des Zyklus in meiner Meinung bestätigen. Was mich aber misstrauisch macht, ist die Vorgehensweise der Bank (auch die von Goldman Sachs). Haben die Großbanken 2007 ihre Kunden vor Beginn der Subprime-Krise oder 1999 vor überteuerten Internettiteln gewarnt? Also was steckt dahinter? Wollen die Banken nochmal billiger einsteigen oder haben sie bereits mit verschiedenen Instrumenten auf fallende Aktienmärkte gesetzt? An karitative oder altruistische Motive kann ich bei US-Banken nicht glauben.

  3. Avatar

    Marko

    15. Mai 2018 22:05 at 22:05

    Eines ist klar: Wer denkt, dass Anleihekäufe durch Notenbanken die „Realität“ sind, der denkt, dies sei „ganz normal“ und keine Marktverzerrung, dem muss ich leider sagen : Du bist ein Aktienmarktbär ! :D

    Siehe : „After nine years of markets outperforming the real economy, we think the opposite now applies as policy tightens.”

    D.h. der Anleihenmarkt war innerhalb der 9 Jahren die Realität (the real economy) und der Aktienmarkt, tja, was wer der dann, der „Parasit“ ?

    Gegen die Marktverzerrung , musste der Aktenmarkt „steigen“ , na klar, aber welche Wahl hatte der Markt denn schon ? Welcher 08/15 Kunde kauft sich von seiner Bank eine sicheres „R(entenpapier“) Emittent XYZ zu sagenhaften 0,2 – 0… % Verzinsung !!!

    Das Resultat sehen wir heute, Immobilienboom ohne Ende, da die Zinsen nicht marktgerecht sind !!! Das ist die Schuld des Aktienmarktes ?

    Was heißt das eigentlich,wenn die EZB im Jahr 2019, wahrscheinlich, reagieren sollte, nicht gutes… ;) Für die Häuslebauer…, Ihr habt ja noch Zeit…

    Markus, Du implizierst; if (wenn) Liquidität vorbei = 0 then Aktienmarkt fällt = alle kaufen Anleihen, oder Gold, oder den CHF…

    Na dann…

  4. Avatar

    Marko

    15. Mai 2018 22:20 at 22:20

    Wenn Märkte sich anders entwickeln würden als „die Realwirtschaft“ wären sie keine „Märkte“.
    Der Markt reagiert in der Situation 2008/2009 auf alle möglichen Faktoren, aber da zu behaupten, dies sei nicht die Realität, nämlich Billigstzinsen und zwar über 9 Jahre hinweg, danach sei alles „anders“ ? – Das mit dem „danach“ ist doch gar nicht möglich, warum erhöhen die Notenbanken, ähh die Notenbank die Zinsen zu 0,25 %, dreimal dürft Ihr raten…

    Ein großes Lob an die Amis/FED genauso macht man das, man gewöhnt den Markt langsam wieder an die „Normalität“ . wenn da nur bloß der sture EZB-Bundesbankbeamtenlanden mitspielen würde… ;)

  5. Avatar

    Marko

    15. Mai 2018 23:00 at 23:00

    Und der ganze „Kram“ wird wohl so weitergehen, d.h. 0,25 % -Zinserhöhungen zu jeweils 0,25 % im Juni,September,Dezember 2018.

    Aber : dann dürfte das „danach“ kommen, immerhin etwas für Euch Bären! Und ich finde die Verhaltensweise der EZB sogar gerechtfertigt, die EZB hat niemals ihr „Pulver“ verschossen…“die“ sitzen fedintiv am „längeren Hebel“ und das wissen „die“… ;)

    Und mir wird immer wieder gesagt, die EZB sei nicht die mächtigste Notenbank der Welt, dies sei die FED ?

    Ehrlich…

  6. Avatar

    Marko

    15. Mai 2018 23:40 at 23:40

    „Auf den Punkt gebracht, in den letzten Jahren konnte man nichts falsch machen,wenn man denn nur Aktien gekauft hat.“

    Na dann, lieber Herr Altbär, viel Freude beim Anleihekauf (zu welchen Konditionen , eigentlich ? Kaufen sie dann den Bufu ?) oder Gold, Silber, , vielleicht Öl ??

    In den letzten Jahren (seit 2008) sind die Anleihemärkte wieviel gestiegen, man hat also alles falsch gemacht, indem man die Anleihemärkte NICHT kaufte, da die Aktenmärkte „zu teuer sind“ ?? :D

    Wie kommt es dann, dass der Bufu bei 157 Punkten steht, er ist also total unterbewertet ? Das da, ist die Realität ?

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Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte heute zunächst stark. Warum? Vermutlich weil heute Montag ist: der Nasdaq hat knapp zwei Drittel seiner Gewinne seit Jahresbeginn am Montag erzielt, die Montage waren in 76% der Fälle positiv. Im Vorergrund standen wieder einmal – in Ermangelung von Impfstoff-Nachrichten – die Stimulus-Hoffnungen, die jedoch ziemlich vage sind. Wohl bis morgen muß ein Deal zwischen den US-Republikanern und den US-Demokraten zustande kommen. Passiert das doch nicht, droht ein zumindest temporärer Rücksetzer für die Aktienmärkte. Der österreichische Schrifsteller und Satiriker Karl Kraus hat einmal formuliert: „Der Sex hält nie das, was die Onanie verspricht“. Das gilt wohl auch für die Stimulus-Hoffnungen der Märkte, daher nach einem starken Beginn schnell Ernüchterung..

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Wall Street vor US-Wahlen: Was machen die Aktienmärkte?

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Durch den Anstieg bis über den Widerstand bei 3.494 Punkten (0.76-Retracement) konnte der marktbreiteste Index der Wall Street, der S&P 500, die jüngste Prognose exakt nachvollziehen. Die an den letzten Tagen angelaufene Korrektur verfügt noch nicht über die in Erwartung gestellte Ausdehnung. Hierüber ist indes noch nicht das letzte Wort gesprochen, wenngleich eine Dramatisierung der Ausgangslage nicht zu erwarten ist. Die jüngsten Bewegungen stellen die erste Phase einer größeren Bodenbildungsphase dar. Im Chart habe ich diese Option lediglich angedeutet.

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Ausblick für den S&P 500, den Leitindex S&P 500:

Hervorgerufen durch das mehrfache Überschreiten des 0.76-Retracements (3.494 Punkte) konnte der S&P 500 die erste Unterwelle (i) der übergeordneten Welle (C; nicht dargestellt) ausbilden. Der regelkonforme Abschluss dieser Welle ist noch ausstehend, denn erst durch eine Korrektur (ii), wie diese im Chart dargestellt ist, würde dieser Schritt begangen. Resultierend daraus ist für die sich anschließenden Tage von einem schwächelnden Chartverlauf der Wall Street insgesamt auszugehen. Mit dem Anlauf an das 0.76-Retracement (3.286 Punkte) habe ich im Chart das maximale Ausmaß dieser Korrektur dargestellt.

Der Leitindex der Wall Street, der S&P 500

Aller Voraussicht nach wird sich der Trendverlauf bei Weitem nicht so massiv einstellen. Im Umkehrschluss sollte ein Bruch dieser Supportline vermieden werden, um das beschriebene Szenario nicht in Erklärungsnöte zu versetzen. Das endgültige Aus, für den seit Monaten laufenden Aufwärtstrend, würde indes erste ein eventueller Bruch des 1.62-Retracements (3.178 Punkte) in die Wege leiten.

Fazit:

Die momentane Verfassung präsentiert sich vielleicht etwas schlechter, als es gerechtfertigt wäre. Ein erneutes Signal ist noch nicht in Sichtweite..

Dow Jones, der älteste Index der Wall Street:

Der dienstälteste Aktienindex der Wall Street, ja sogar der Welt konnte mit der Performance, welche sich an den zurückliegenden beiden Wochen eingestellt hat, die jüngste Prognose hinreichend genau nachvollziehen. Dadurch bestärkt, habe ich das bisherige Szenario unverändert belassen und lediglich der aktuellen Entwicklung Rechnung tragend, Anpassungen vorgenommen. Dennoch sollte der Index mit Argusaugen betrachtet werden, denn die aktuelle Konstellation deutet nicht darauf hin, dass eine neue weittragende Rallye unmittelbar bevorsteht. Die Charts zeigen das.

Ausblick für den Dow Jones:

Der Schlusskurs des Dow Jones über 28.547 Punkte (0.76-Retracement) verleiht dem aktuellen Geschehen einen positiven Ausblick, sodass die Titulierung mit Welle (1) durchaus zu rechtfertigen ist. Die aktuell laufende Korrektur dient demzufolge der Ausbildung der ultimativen Welle (2). Mit dem 0.76-Retracement (27.089 Punkte) liegt die maximale Grenzlinie für Welle (2) in überbrückbarer Entfernung, wenngleich eine „2“ diese Linie nur relativ selten anläuft. Die Performance der folgenden Tage wird sich daher im Zeichen der Korrektur darstellen.

Der Dow Jones, der älteste Index der Wall Street

Eine stärkere Ausbildung der Korrektur, hin zu einer regelverletzenden Bewegung, ist dennoch nicht zu erwarten. Nach Abschluss von Welle (2) wird sich der Dow Jones wie auch die anderen Indizes der Wall Street wieder emporschrauben können und aller Voraussicht nach zu einem neuen Allzeithoch führen. Der Startschuss für diese Rally fällt mit einem erneuten Überschreiten der 0.76-Linie (28.547 Punkte) und kann eine hohe Dynamik zur Folge haben. Größere Gefahren würde sich erst unterhalb der 0.76-Linie (27.089 Pkt.) einstellen.

Fazit:

Die aktuelle Verfassung lässt auf eine Fortsetzung des seit März laufenden Aufwärtstrends der Wall Street schließen. Dennoch bleiben Unsicherheiten, welche auch eine seitliche Performance begünstigen..

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Rüdiger Born: Aktuelle Lage bei Indizes und Silber

Rüdiger Born

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