Aktien

US-Großbank: unsere Kunden verkaufen so lange wie noch nie Aktien..

FMW-Redaktion

Die Bank of America Merrill Lynch ist in den USA ein absoluter Dickfisch – und über diese Bank handeln viele Vermögensverwalter oder andere institutionelle Anleger wie Mutual Funds an den Märkten. Gestern Abend US-Zeit teilte die Bank mit, dass ihre institutionellen Kunden nun schon seit 14 Wochen hintereinander Aktien verkaufen – und damit so lange hintereinander wie noch nie! Rekord war bisher das Jahr 2010 mit Netto-Verkäufen von zehn Wochen in Folge (die Datenreihe existiert seit 2008).

Dazu die Anmerkung der Analystin derBank of America Merrill Lynch, Jill Carey Hall, wonach alle Kundengruppen Aktien verkauft haben:

„As we noted last week, this has been the longest uninterrupted selling streak in our data history (since ‘08)— previously the longest streak was 12 weeks (in late ‘10). Persistent sales suggest clients have continued to doubt the rally’s sustainability. Negative equity sentiment has also been echoed by our Sell Side Indicator , which recently generated a contrarian buy signal. Net sales continue to be led by institutional clients, while hedge funds and private clients were also sellers.“

Derzeit sei auch zu beobachten, dass die Aktienrück-Käufe von Unternehmen nur wenig ausgeprägt seien – das sie zwar typisch für diesen Monat (wegen der blackout period im Umfeld der Berichtssaison) , jedoch lägen die Aktienrückkäufe auch unter dem Volumen des Vorjahresmonats:

„Buybacks by our corporate clients—which are seasonally light in April — decelerated last week, and are cumulatively tracking below levels we saw last April. Net sales last week were in large and mid-caps, while small caps saw net buying.“

Insgesamt haben institutionelle Investoren auch in der letzten Woche wieder Gelder vom Aktienmarkt abgezogen – diesmal 2,8 Milliarden Dollar. Aber: der Ausverkauf verlief in der letzten Woche bereits etwas weniger breit gefächert, sprich es waren weniger Sektoren betroffen. Am stärksten wurden Healthcare-Aktien verkauft (Pharma) – das zeigte sich wohl auch am Abverkauf des Biotech-Sektors in den USA am letzten Freitag. Positiver wird die Stimmung wohl derzeit wieder gegenüber klassischen Industrie-Werten. Wohl weil sie in der bisherigen US-Berichtssaison besser abgeschnitten hatten als fast alle anderen Branchen – allerdings waren die Erwartungen an die Zahlen dieser Unternehmen im Vorfeld, wie die Bank einräumt, auch sehr gering.

Insgesamt scheint die Aktien-Scheu der US-Investoren vor allem in der politischen Unsicherheit begründet zu sein angesichts der nun bevorstehenden heißen Phase der Vorwahlen und dann der Wahlen im November. Hinzu kommt der Zweifel der Profis an der Nachhaltigkeit der Rally an den Aktienmärkten, die am 11.Februar begann.

Die bei der Bank of America Merrill Lynch für US-Aktien und Quant-Strategien zuständige Analystin Savita Subramanian sieht in der bärischen Einstellung der Investoren einen klaren Kontra-Indikator – einer solch skeptischen Einstellung folgte in der Vergangnheit fast immer eine Rally, so die Analystin.



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