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Konjunkturdaten

US-Handelsbilanz: Außenhandel geht spürbar zurück, hallo Handelskrieg

Claudio Kummerfeld

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am

Die US-Handelsbilanz für Waren und Dienstleistungen ist im Monat April mit -50,8 Milliarden Dollar im Großen und Ganzen wie erwartet ausgefallen, und leicht besser als im März mit -51,9 Milliarden Dollar. Aber die Detaildaten haben es in sich!

Die US-Handelsbilanz zeigt aktuell, dass die US-Exporte sich um 4,6 Milliarden auf 206,8 Milliarden Dollar verringerten. Die Importe verringerten sich um 5,7 auf 257,6 Milliarden Dollar. Daran, dass beide Werte, Exporte wie Importe gleichzeitig deutlich fallen, kann man wohl erkennen: Der Handelskrieg macht sich bemerkbar. Der Welthandel stottert, wenn in zahlreichen wichtigen Produktionsländern neue Zölle eingeführt werden!

Das US-Defizit beim Warenhandel reduzierte sich um 1 auf 71,7 Milliarden Dollar. Gleichzeitig stieg der Überschuss beim Außenhandel mit Dienstleistungen um 0,1 auf 20,9 Milliarden Dollar. Verrechnet man beide Zahlen, kommt man auf das Gesamt-Defizit von 50,8 Milliarden Dollar im April. Hier einige von den staatlichen US-Statistikern hervorgehobene Detaildaten:

Das US-Defizit mit der EU sinkt um 1 auf 15,1 Milliarden Dollar. Die US-Exporte sanken um 0,4 Milliarden Dollar, während die Importe um 1,4 Milliarden Dollar sanken.

Das US-Defizit mit Kanada sinkt um 0,9 auf 1,8 Milliarden Dollar. Die US-Exporte sinken um 0,4 Milliarden Dollar, und die Importe sinken um 1,3 Milliarden Dollar.

Das US-Defizit mit China steigt um 2,1 auf 29,4 Milliarden Dollar an. Die Exporte nach China sinken um 1,8 Milliarden Dollar, während die US-Importe aus China um 0,3 Milliarden Dollar ansteigen.

Was für ein Zahlen-Desaster für Donald Trumps Politik. Das Defizit mit China wächst, und mit allen wichtigen Märkten sinken Ex- wie auch Importvolumina. Ein erfolgreich geführter Handelskrieg sieht anders aus.

US-Handelsbilanz April

Die folgende Grafik zeigt in einzelnen Balken, welche Dimensionen an Defiziten die USA im Außenhandel anhäufen.

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Konjunkturdaten

Aktuell: US-Arbeitsmarktdaten schwach

Markus Fugmann

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am

Die US-Arbeitsmarktdaten (Novembber) sind mit 245.000 Stellen deutlich schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 470.000 Stellen; Vormonat war 638.000 Stellen, nun auf 610.000 nach unten revidiert). Die Privatwirtschaft hat dabei 344.000 Stellen geschaffen, der Staat damit 99.000 Stellen abgebaut!

Die US-Stundenlöhne liegen bei +0,3% zum Vormonat und bei +4,4% zum Vorjahresmonat (Prognose war +0,1% zum Vormonat und +4,3% zum Vorjahresmonat; Vormonat war +0,1% und +4,5%).

Die US-Arbeitslosenquote liegt bei 6,7% und damit leicht niedriger als erwartet (Prognose war 6,8%; Vormonat war 6,9%). Die Beteiligungsquote (participation rate) liegt bei 61,5% (Vormonate war 61,7%).

Wir analysieren die Daten in einem Folgeartikel..

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Europa

Auftragseingänge der Industrie: Juhu, die Krise ist vorbei

Claudio Kummerfeld

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Verschiedene Metallerzeugnisse

Heute früh hat das Statistische Bundesamt die Auftragseingänge der Industrie (genauer gesagt für das Verarbeitende Gewerbe) für den Monat Oktober veröffentlicht. Im Vergleich zu September steigen sie um 2,9 Prozent. Wichtiger: Im Jahresvergleich zu Oktober 2019 steigen sie um 1,8 Prozent. Noch wichtiger: Gegenüber Februar 2020, dem letzten Monat vor Ausbruch der Coronakrise, lagen die Auftragseingänge der Industrie um 0,8 Prozent höher.

Also kann man basierend auf diesen Zahlen sagen, dass zumindest für die Auftragseingänge der Industrie die Coronakrise vorbei ist. Der Chart, der bis zum Jahr 2012 zurückreicht, zeigt eine abgeschlossene V-förmige Erholung. Klar erkennbar ist, dass die Aufträge aus dem Ausland (wohl vor allem aus China) den Schnitt nach oben ziehen.

Chart zeigt den Verlauf der Auftragseingänge der Industrie seit 2012

Hier Detailaussagen der Statistiker im Wortlaut:

In der größten Branche des Verarbeitenden Gewerbes, der Automobilindustrie, stieg der Auftragseingang im Oktober 2020 weiter an (+1,0 % zum Vormonat) und lag damit 6,0 % über dem Vorkrisenniveau im Februar 2020.

Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Aufträge aus dem Inland im Oktober 2020 um 2,4 %, die Auslandsaufträge erhöhten sich um 3,2 %. Dabei nahmen die Auftragseingänge aus der Eurozone um 0,5 % zu. Die Auftragseingänge aus dem restlichen Ausland stiegen um 4,8 %.

Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern lag der Auftragseingang im Oktober 2020 um 2,3 % über dem Vormonatsniveau. Bei den Herstellern von Investitionsgütern gab es einen Anstieg um 3,8 % und im Bereich der Konsumgüter fielen die Aufträge um 2,2 %.

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Konjunkturdaten

ISM Index (Dienstleistung) leicht schwächer – Preise steigen

Markus Fugmann

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Der ISM Index (Dienstleistung; November) ist mit 55,9 leicht schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 56,0; Vormonat war 56,6 – das war der schwächste Wert seit Mai).

Die Komponenten:

– Beschäftigung 51,5 (Vormonat war 50,1)

– Auftragseingang 57,2 (Vormonat war 58,8)

– Preise 66,1 (Vormonat war 63,9)

Wie schon vorhin beim Markit PMI für die USA steigen die Preise also weiter..

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Anmeldestatus

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