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Konjunkturdaten

US-Handelsbilanz: Defizit wächst dramatisch an! Erklärung des Desasters

Claudio Kummerfeld

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am

Vorhin wurden offizielle Daten zur US-Handelsbilanz für den Monat August veröffentlicht. Klar ist, dass das Defizit der USA im Außenhandel bei Waren und Dienstleistungen immer größer wird! Die folgende Grafik des US Census Bureau und des Bureau of Economic Analysis zeigt das Defizit als blaue Linie seit August 2018. Seit Ausbruch der Coronakrise ist es von -37 auf -67,1 Milliarden Dollar im August dramatisch angewachsen! Im Juli war es noch ein Defizit in der US-Handelsbilanz in Höhe von -63,4 Milliarden Dollar.

US-Handelsbilanz für August im Vergleich zu März

Hier der Vergleich für die Zeit der Coronakrise: Jetzt (aktuellste Daten für August) sind es -67,1 Milliarden Dollar in der US-Handelsbilanz. Im März waren es -44,4 Milliarden Dollar. Jetzt für August wurden bei den Exporten 171,9 Milliarden Dollar Volumen gemeldet, im März waren es noch 187,7 Milliarden Dollar. Für August liegen die Importe bei einem Volumen von 239,0 Milliarden Dollar, im März waren es 232,2 Milliarden Dollar. Also haben wir in der Coronakrise ein kräftig steigendes Handelsbilanzdefizit der USA erlebt, weil die Exporte der USA deutlich zurückgingen, während das Importvolumen seit März sogar noch zugelegt hat.

Monatsvergleich und Year to Date-Vergleich

In der kurzfristigen Betrachtung von Juli auf August sind die US-Exporte zwar um 3,6 Milliarden Dollar gestiegen, die Importe aber mit +7,4 Milliarden Dollar deutlich stärker. Deswegen wächst auch das Defizit kurzfristig weiter an! Auch der Year to Date-Vergleich ist interessant, also der Vergleich vom großen Zeitraum Januar-August 2020 zu Januar-August 2019. Hier nimmt das Defizit in der US-Handelsbilanz für Waren und Dienstleistungen um 22,6 Milliarden Dollar oder 5,7 Prozent zu. Die Exporte sanken (Corona-bedingt) in diesem großen Bild um insgesamt 296,1 Milliarden Dollar, aber die Importe sanken weniger stark, nämlich nur um 273,5 Milliarden Dollar.

Warenhandel im Monatsvergleich

Im Monatsvergleich werfen wir noch einen Blick auf den Außenhandel der USA mit Waren. Die US-Statistiker heben dieses Mal drei Länder hervor. Das US-Defizit gegenüber Deutschland ist um 1,6 auf 4,6 Milliarden Dollar gestiegen, weil die Exporte der USA nach Deutschland um 0,3 sanken, und die Importe um 1,2 auf 9,6 Milliarden Dollar stiegen. Das Defizit der USA gegenüber Japan stieg um 1 auf 4,3 Milliarden Dollar an. Die Exporte stiegen um 0,6, aber die Importe stiegen noch stärker an um 1,5 Milliarden Dollar. Das US-Defizit gegenüber China sank um 1,9 auf 26,4 Milliarden Dollar im August. Die US-Exporte nach China stiegen um 1,7, und die Importe fielen um 0,2 Milliarden Dollar.

Grafik zeigt deutlich steigendes Defizit im US-Außenhandel

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    asyoulike

    6. Oktober 2020 18:29 at 18:29

    Moin, moin,

    da klang die Überschrift aber sehr dramatisch. Es geht also nur um das US-Handelsdefizit. M.E. kann Entwarnung gegeben werden. Germany wird auch die USA retten. Alles bleibt wie es ist, egal was es kostet. Schöne neue Welt.

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Konjunkturdaten

Aktuell: US-Einkaufsmanagerindizes – anders als in Europa! Hoffnung auf Stimulus..

Markus Fugmann

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Soeben wurde die Einkaufsmanagerindizes für die USA (Markit PMI; Oktober) veröffentlicht:

Verarbeitendes Gewerbe: 53,3 (Prognose war 53,4; Vormonat war 53,2)

Dienstleistung: 56,0 (höchster Stand seit 20 Monaten! Prognose war 54,6; Vormonat war 54,6)

Gesamtindex: 55,5 (Vormonat war 53,2)

Damit zeigt sich in den USA ein anderer Trend: Dienstleistung, in Europa ganz schwach und von der Coronakrise schwer getroffen, hat in den USA bislang kaum Probleme. Aber: man hält sich vor den US-Wahlen zurück, der Optimismus gründet vor allem auf Hoffnungen, bald neue Stimulus-Gelder zu erhalten. Dazu schreibt Markit, das die Daten erhebt:

“The US economy looks to have started the fourth quarter on a strong footing, with business activity growing at a rate not seen since early 2019. The
service sector led the expansion as increasing numbers of companies adapted to life with COVID19, while manufacturing continued to report solid
growth amid rising demand from households and businesses.
“A slowdown in hiring and weaker new order inflows were in part attributable to hesitancy in decision making ahead of the presidential election. More encouragingly, business optimism surged higher, indicating that firms have become increasingly positive about prospects for the coming year amid hopes of renewed stimulus, COVID-19 containment measures gradually easing and greater certainty for businesses and households after the presidential elections.”

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Schwache Dienstleister, starkes Gewerbe

„Dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

Markus Fugmann

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am

Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Oktober) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 54,5 (Prognose war 53,2; Vormonat war 54,7)

Verarbeitendes Gewerbe: 58,0 (Prognose war 55,1; Vormonat war 56,4)

Dienstleistung: 48,9 (Prognose war 49,2; Vormonat war 50,6)

Damit bestätigt sich der Trend der letzten Zeit: Dienstleistung leidet, Gewerbe bleibt robust (noch?)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 47,3 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 48,0)

(Hinweis: das ifo Institut hat soeben mitgeteilt, dass die ifo Umfrage erst am Montag veröffentlicht wird, im Videoausblick hatte ich gesagt, dass die Zahlen heute um 10Uhr veröffentlicht werden).

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt: „dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

„Die deutsche Wirtschaft hält sich angesichts der zweiten Corona-Infektionswelle erfreulicherweise ziemlich wacker, wie der Oktober-Flash zeigt.
Obwohl einige Dienstleistungsunternehmen unter den neuen Restriktionen und der zunehmenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der ‘zweiten Welle’ leiden, hielten sich die Geschäftseinbußen hier insgesamt noch in Grenzen. Gleichzeitig hat die boomende Industrie der Konjunktur ordentlich Auftrieb verliehen. Folglich sieht es zunehmend nach einer Wirtschaft der zwei Geschwindigkeiten aus. Das verarbeitende Gewerbe ist bisher weniger stark von den neuen Restriktionen betroffen als der Servicesektor und hat zudem enorm vom wieder
florierenden Welthandel profitiert. Da sich immer mehr Industrieunternehmen dem Wachstumsniveau von vor der CoronavirusPandemie nähern oder es sogar schon erreicht haben, wird ein dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger. So sind die Erwartungen der Hersteller im Oktober auch erstmals seit siebenMonaten wieder leicht gesunken. Dennoch, Sorgenkind Nummer eins bleibt der Dienstleistungssektor.”

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Konjunkturdaten

Aktuell: US-Erstanträge besser als erwartet – Folgen für Stimulus?

Redaktion

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Von

Die US-Erstanträge (jobless claims) auf Arbeitslosenhilfe (für die letzte Woche) steigen nur um 787.000 (offizielle Prognose war 860.000, Vorwoche war 898.000, nun auf 842.000 nach unten revidiert).

Die fortgesetzen Anträge (continuing claimes) liegen mit 8,373 Millionen ebenfalls deutlich unter der Erwartung (Prognose war 9,50 Millionen; Vorwoche war 10,018 Millionen, nun auf 9,397 Millionen nach unten revidiert).

Gute Daten – aber senkt das die Notwendigikeit für weiteren Stimulus?
So oder so – es gibt viele Berichte über betrügerische Anträge – so sind in Arizona ca. 90% der Anträge abgeöehnt worden. Dazu vermutlich auch Probleme in Kalifornien..

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