Konjunkturdaten

US-Handelsbilanz für Waren: Desaströs

Die US-Handelsbilanz für Waren ist im Monat Juli mit -72,2 Milliarden Dollar ziemlich düster ausgefallen. Die Schätzungen lagen bei durchschnittlich -69 Milliarden Dollar – und mit dem jetzt vermeldeten Wert liegt man am oberen Ende der Einzelschätzungen. Im Juni lag das Defizit noch bei 67,9 Milliarden Dollar.

Nur im März diesen Jahres lag dieses Defizit schon mal tiefer mit -76 Milliarden Dollar. Aber dorthin läuft es gerade wieder mit hoher Geschwindigkeit. Verantwortlich für diese schlechten Zahlen im Warenhandel der USA ist ein doppelter Effekt. Die Einfuhren nehmen zu von 210,4 auf 212,2 Milliarden Dollar im Monatsvergleich, während die Exporte gleichzeitig von 142,5 auf 140 Milliarden Dollar zurückgehen. Beide Veränderungen zusammen beschleunigen den Effekt des größer werdenden Defizits.

In der Summierung von Warenhandel und Dienstleistungen ist das gesamte Außenhandelsdefizit der USA etwas kleiner, aber immer noch desaströs hoch. Aber zurück zum Defizit im Warenhandel. Das ist schon ein herber Rückschlag für die Politik von Donald Trump, der ja aktuell mit allen Mitteln versucht die Handelsbilanz der USA vor allem bei Waren zu verbessern – denn seine Wählerschaft sind nicht als Softwareentwickler im Silicon Valley und exportiert Software, sondern ackert auf Farmen oder in Fabriken im Mittelwesten, wo es also um die Produktion von Waren geht.

Der Ausbau des Defizits im Monatsvergleich ist aktuell so groß wie seit drei Jahren nicht mehr. Alleine das ist schon mehr aus unerfreulich. Das Grundproblem ändert sich auch durch Zölle nicht. Die USA produzieren viele Güter einfach gar nicht mehr, und wären auf vielen Gebieten in der Warenproduktion beispielsweise im Vergleich zu China auch gar nicht konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt (man denke nur an die unterschiedlichen Lohnniveaus). Aber jüngst mag auch der stärker werdende US-Dollar für amerikanische Importeure Waren aus Schwellenländern deutlich vergünstigt haben. Das pusht natürlich den Import Richtung USA.



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