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US-Handelsbilanz mit Waren: Rekorddefizit explodiert regelrecht

Containerschiffe in der Bucht von San Francisco

Die USA vergrößern aktuell ihr Rekorddefizit in ihrer Außenhandelsbilanz mit Waren. Aber so richtig kräftig! In der US-Handelsbilanz sieht man laut heutiger Veröffentlichung der staatlichen Statistiker im September ein Defizit im Warenhandel in Höhe von 96,3 Milliarden Dollar. Also wurden alleine im Monat September für diese Summe mehr Waren in die USA eingeführt als ausgeführt. Das ist extrem schlecht für eine Volkswirtschaft. Denn letztlich müssen Staat, Unternehmen und Verbraucher über Kreditaufnahme ausländische Waren bezahlen, wenn man selbst nicht genug Geld mit Exporten erwirtschaftet.

Die Grafik zeigt das Defizit in der US-Handelsbilanz für den Warenhandel mit dem Ausland im Verlauf der letzten 25 Jahre. Das Defizit beschleunigt sich immer mehr. Alleine im Vergleich von August auf September ist es ein Anstieg von sagenhaften 8,1 Milliarden Dollar auf wie gesagt 96,3 Milliarden Dollar Defizit. Dieser kräftige Anstieg im Monatsvergleich liegt vor allem an den um 7 Milliarden Dollar gesunkenen Exporten – gleichzeitig stiegen die Importe um 1,1 Milliarden Dollar. Die Details der Statistik zeigen, dass vor allem die gesunkenen Exporte von Industriegütern (inklusive Öl-Produkte) dafür verantwortlich waren – hier sanken die Exporte um fast 6 Milliarden Dollar.


source: tradingeconomics.com



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1 Kommentar

  1. Die Frage ist schon, für welche Volkswirtschaft das extrem schlecht ist. Hierzulande neigen wir zu merkantilistischem Denken, dass ein Land Handelsbilanzüberschüsse haben sollte, denn dann ist es wohlhabend. Das war früher, in Zeiten wo diese Überschüsse mit Gold aufgewogen wurden noch eher sinnvoll als heute. Denn heute sieht die Gleichung ganz anders aus: Ich bekomme Waren und Ihr bekommt wertlose Schuldscheine. Die USA werden ihre aufgehäuften Leistungsbilanzdefizite niemals abtragen können, weil auch dort die Demographie zuschlägt. Das bedeutet, dass sie Güter im Volumen von vielen Billionen USD (Sollten mehr als 20 Billionen sein) ohne Gegenleistung importiert haben. Kein schlechtes Geschäft. Und auch ein Grund, warum der US Kapitalmarkt die Märkte der Exportländer (China und Deutschland) so komplett hinter sich lässt. Das Einzige, was dieses schlechte Geschäft (für die Kapitalexporteure) etwas ausgleicht ist, dass die importierten Güter selbst zu einem erheblichen Teil wertlos sind (man denke an die 100 Zoll Flatscreen TVs, die Disney Plstikfiguren und vor allem an die ganze Rüstung)

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