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US-Haushalte nach Finanzkrise wieder in gutem Zustand? Nein, hier finden Sie die Wahrheit…

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Es ist die große Headline der US-Wirtschaftspolitik unter Barack Obama nach der Finanzkrise 2008. Die US-Konsumenten haben in seiner Amtszeit die Krise hinter sich gelassen, ihre Verschuldung und vor allem das Hypothekendesaster in den Griff bekommen. Und so kann der Durchschnittsbürger jetzt wieder mit genug Luft zum Atmen neu konsumieren. Diese Sichtweise ist leider falsch. Nach der Finanzkrise gab es nur eine minimale Entschuldung der Haushalte. Was an ausstehenden Forderungen abgeschrieben werden musste, resultierte mit mehreren Zwischenstationen in Vermögensverlusten, wenn man z.B. Aktionär der deutschen IKB-Bank war, oder wenn man von seinem Bankberater in Deutschland mit Lehman-Zertifikaten beglückt wurde.

Nach 14,3 Billionen US-Dollar 2008 (!) erreichte die Gesamtverschuldung der US-Privatkonsumenten zuletzt fast dieses Rekordniveau mit 14,2 Billionen US-Dollar. Die beiden Charts zeigen die Entwicklung einmal auf lange und einmal auf etwas kürzere Sicht. Nach der Finanzkrise 2008 erholte sich das Schuldenniveau nur kurzzeitig auf 13,2 Billionen in 2012 – seitdem geht es wieder aufwärts zu neuen Rekorden!

Haushaltsverschuldung USA
Die Verschuldung der Privatkonsumenten in den USA seit dem 2. Weltkrieg in Milliarden Dollar.

Haushaltsverschuldung USA 2
Die Verschuldung der Privatkonsumenten in den USA seit 2006.

Die Verschuldung der Studenten in den USA steigt fast wie am Strich gezogen nach oben auf zuletzt 1,35 Billionen US-Dollar. Hier hat US-Präsident Obama zuletzt schon begonnen für die hoffnungslosesten Fälle Entschuldungen anzubieten.

Studentenkredite USA
Studentenkredite in den USA in Milliarden Dollar.

Die Höhe der gesamten Hypothekenschulden in den USA erreichte ihren Höhepunkt 2008 mit 10,6 Billionen US-Dollar. Hier ging es bisher leicht zurück auf zuletzt 9,5 Billionen Dollar.

Hypothekenschulden USA
Hypothekenschulden der Privatkonsumenten in den USA.

Die Daten und Charts stammen allesamt von der St. Louis Fed, die Teil des Notenbanksystems der USA ist (Federal Reserve System). Die Notenbanker in St. Louis fungieren innerhalb der Fed sozusagen als Datensammler und Datenauswerter. Fast passend zu diesem Artikel hat das Handelsblatt heute ein Interview mit dem Chef von Wells Fargo veröffentlicht, dem Konsumentenkredit-Giganten in den USA. Man mache derzeit „tonnenweise Neugeschäft“ (Kredite). Wir hatten ja auch erst am Freitag über das neueste Angebot von Wells Fargo berichtet – man will jetzt zusehen, dass auch die Kunden mit geringer Bonität endlich an ihr eigenes Häuschen kommen können. Klingt irgendwie nach 2007 oder?

Fazit: Die Federal Reserve muss gar kein 4. Anleihekaufprogramm auflegen um die US-Wirtschaft am Laufen zu halten. Das besorgen schon die US-Verbraucher mit der wieder stark steigenden Konsumentenverschuldung, und die Bundesregierung in Washington mit der explodierenden Staatsverschuldung (noch dieses Jahr 20 Billionen Dollar?).

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    joah

    30. Mai 2016 15:53 at 15:53

    »Hier hat US-Präsident Obama zuletzt schon begonnen für die hoffnungslosesten Fälle Entschuldungen anzubieten.«

    /br>
    „Ja, is‘ denn heut‘ scho‘ Weihnachten?“

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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