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US-Hypothekenzinsen kennen kein Halten mehr

Die US-Hypothekenzinsen kennen kein Halten mehr, und machen in nur wenigen Tagen große Sprünge nach oben. Hier die Details.

Typisches Einfamilienhaus in den USA

Der Anstieg der US-Hypothekenzinsen kennt kein Halten mehr. Erst letzte Woche meldete Freddie Mac einen Anstieg für 30 Jahre laufende Festzinskredite von 5,23 Prozent auf 5,78 Prozent im Wochenvergleich – der stärkste Wochenanstieg seit dem Jahr 1987. Heute meldet die Vereinigung der US-Hypothekenbanken „Mortgage Bankers Association“ (MBA), dass die Hypothekenzinsen gemäß ihren Daten im jüngsten Wochenvergleich von 5,65 Prozent auf 5,98 Prozent gestiegen sind. Seit Sommer 2021 haben sich die US-Hypothekenzinsen damit verdoppelt! Damit erreichen die Zinsen für Hauskäufe in den USA das höchste Niveau seit November 2008 – und der aktuelle Anstieg (MBA-Daten) ist der größte binnen einer Woche seit dem Jahr 2009. Im Chart sieht man die MBA-Daten für US-Hypothekenzinsen im Verlauf der letzten 25 Jahre.


source: tradingeconomics.com

Im folgenden Chart sieht man die MBA-Daten seit Anfang der 90er-Jahre. Man erkennt die aktuelle Wucht, den dramatisch schnellen Anstieg der US-Hypothekenzinsen. Nach jahrzehntelang fallenden Zinsen zeigt der derzeitige Anstieg im großen Bild eine echte Trendwende.


source: tradingeconomics.com

Nicht nur die US-Hypothekenzinsen mit 30 Jahren Laufzeit steigen kräftig an. Laut MBA stiegen auch alle anderen Darlehensarten um mindestens 20 Basispunkte, beeinflusst durch die Zinserhöhung der US-Notenbank um 75 Basispunkte und ihre Kommentare, dass noch mehr kommen wird um die Inflation zu bremsen, so die aktuelle Aussage der MBA. Die US-Hypothekenzinsen seien jetzt fast doppelt so hoch wie vor einem Jahr, was zu einem 77-prozentigen Rückgang des Refinanzierungsvolumens in den letzten 12 Monaten geführt habe.

Die Kaufanträge nahmen laut MBA in der zweiten Woche in Folge zu – hauptsächlich durch konventionelle Anträge. Der Market Composite Index, ein Maß für das Antragsvolumen für Hypothekendarlehen, stieg saisonbereinigt um 4,2 Prozent gegenüber der Vorwoche. Der Anteil der ARM-Anträge (Hypotheken mit variablem Zins) stieg wieder auf über 10 Prozent. Die Kaufaktivität für Immobilien in den USA war jedoch immer noch 10 Prozent niedriger als vor einem Jahr, da die Bestandsverknappung und die höheren Hypothekenzinsen die Nachfrage dämpfen. Die durchschnittliche Kredithöhe liegt laut MBA mit knapp über 420.000 Dollar deutlich unter dem Höchststand von 460.000 Dollar zu Beginn dieses Jahres, und sei möglicherweise ein Zeichen dafür, dass sich der Anstieg der Immobilienpreise in den USA abschwächt.



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1 Kommentar

  1. Der Chart der Hypotheken sagt alles. Ein so schneller,starker Anstieg der Hypotheken mit Rekord Häuserpreisen würde in den besten aller Welten ( ohne andere Probleme ) eine Rezession hervorrufen. Die Hypos sind jetzt höher als 2018 wo die Fed umsteuern musste.
    Das angesparte Geld in der Coronakrise soll die Wirtschaft retten ! Es scheint ,dass die Nachwirkungen von Corona auch schon einige Börsenhirne angeknabbert haben..Die vielgerühmten Corona Ersparnisse sind wohl eher die Vermögenszuwächse der Profiteure als die der enteigneten Tiefzins- Verlierer.Die Rezessionsleugner werden nicht lange Zeit haben um wieder etwas Neues zu leugnen, die Rezession wird zackig zuschlagen.

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