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US-Immobilienblase reloaded: Finanzieren Sie zu 100%, diesmal haftet der US-Steuerzahler unmittelbar!

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Der Gigant unter den US-Banken im Sektor Hypothekenfinanzierungen versucht wohl alles um dieses lahmende Geschäft wieder in Schwung zu bringen. So widmet man sich nach 2008 ausdrücklich den möglichen Hauskäufern mit schlechter Bonität, die sich so einen Immobilienkredit womöglich gar nicht leisten können. In einem jetzt offerierten „Kreditprogramm“ kann man zu 100% finanzieren. Eingeladen werden auch Familienmitglieder für eine Bürgschaft – letztlich haften tut der US-Steuerzahler…

US-Immobilienblase

Der US-Hypothekengigant Wells Frago hat jetzt verkündet wie vor Kurzem auch eine Bank in UK ein „Hypothekenprogramm“ namens „yourFirst Mortgage“ aufzulegen, das es ausdrücklich Konsumenten mit kleinem Einkommen ermöglichen soll an ihr eigenes Häuschen zu kommen. Das hat man doch genau so schon mal gehört, oder? Richtig, in unzähligen branchenweiten Werbespots, in denen US-Verbrauchern Hauskredite schmackhaft gemacht wurden, die sich sich gar nicht leisten konnten. Wells Fargo erwähnt in seinem Angebot, dass man natürlich darauf achte, dass sich der Antragssteller die Rate auch leisten könne.

Da kann man sich aber fragen, warum bestimmte Spezifikationen Teil des Programms sind. So kann man diesen Immobilienkredit de facto zu 100% finanzieren, also ohne Eigenanteil. Es gibt zwar eine Anzahlung von 3%, die geleistet werden muss. Laut Wells Fargo könnte diese Zahlung aber gerne von Bekannten oder Angehörigen geleistet werden, oder der Kunde könne die Anzahlung auch über „Unterstützungsprogramme“ finanzieren, dies es nur für diesen Zweck gibt. Bei Wells Fargo liest sich das so:

„Down payments and closing costs can come from gifts and down payment assistance programs.“

Auch bietet die Bank zusätzliche Zinserleichterungen an, wenn die Kunden an einem sogenannten „homebuyer education course“ teilnehmen, also einem Informationsseminar für Hauskäufer. Halleluja… Auch verweist die Bank aktiv darauf, dass man für die Berechnung der Tragfähigkeit der Monatsrate auch gerne die Tatsache heranziehe, dass im Haus z.B. auch Familienangehörige wohnen, deren Einkommen mit berücksichtigt werden könne. Eine recht aktive Verkaufsstrategie, oder?

Nach der geplatzten Immobilienblase 2008 fand die Entschuldung der Branche statt über die Pleiten der Anleihe-Gläubiger (Lehman-Zertifikate usw). Diesmal ist es viel einfacher. Dieses „Kreditprogramm“ von Wells Fargo ist an ein Programm der staatsnahen Hypothekenbank „Fannie Mae“ gekoppelt. Sie kauft die Kredite von Wells Fargo ab. Fannie Mae ist zwar kein direkt staatliches Unternehmen, aber vom Staat mit diversen Privilegien ausgestattet. Es sollen im öffentlichen Interesse gelegene Aktivitäten ausgeübt werden – man handelt quasi im Staatsauftrag und hält die ganze Hausbau-Industrie am Laufen. Diese Banken wie Fannie Mae haben zwar keine ausdrückliche Staatsgarantie, können aber im Notfall auf staatliche Kreditlinien zurückgreifen.

Und jeder „drüben“ weiß es: Die USA würden diesen gigantischen größten Hypothekenfinanzierer niemals pleite gehen lassen. Denn dann würde eine Immobilienkrise oder geplatzte Blase schlagartig in einem totalen Kollaps der US-Ökonomie münden, unendlich schlimmer als 2008! Fannie Mae könnte gar nicht vom Staat fallengelassen werden – das wäre ungefähr so, als würden alle deutschen Bausparkassen und die Deutsche Bank noch obendrauf gleichzeitig pleite gehen, und Angela Merkel würde desinteressiert mit den Schultern zucken. Jeder weiß es: Diese neuen Kredite für Kreditnehmer mit ausdrücklich niedriger Bonität werden direkt vom US-Steuerzahler abgesichert!



Im Original klingt das so:

Wells Fargo & Company (NYSE: WFC) today announced yourFirstMortgageSM, a new home loan program that offers a down payment of as little as 3 percent for fixed-rate mortgages, lower out-of-pocket costs, expanded credit criteria and incentives for homebuyer education to help more first-time homebuyers and low- to moderate-income families achieve sustainable homeownership.

yourFirst MortgageSM includes some of the best features of previous affordable homebuying programs while reducing the loan application complexity that made such programs less attractive for borrowers. Building on Wells Fargo’s history of responsible lending, yourFirst MortgageSM is a conventional loan program that requires full documentation and underwriting to verify a borrower’s ability to repay.

“There are a lot of conventional loan products with low down payment options, but the criteria are so complex that it creates barriers for many qualified borrowers,” said Brad Blackwell, Executive Vice President, Wells Fargo Home Lending. “With yourFirst MortgageSM, we wanted to provide access to credit and simplify the experience while maintaining responsible lending practices. We partnered with credit experts such as Fannie Mae and Self-Help, an affiliate of the Center for Responsible Lending, to develop an easy-to-understand affordable loan option that gives homebuyers the best offering in the market.”

With the goal of expanding sustainable homeownership, yourFirst MortgageSM specifically:

Lowers down payment and out-of-pocket costs:

Customers can get a conventional fixed-rate mortgage with as little as 3 percent down.
Down payments and closing costs can come from gifts and down payment assistance programs.
Encourages buyers to make informed choices:

Customers who have a down payment of less than 10 percent may earn a 1/8-percent interest rate reduction when they complete a homebuyer education course.1
Working with Wells Fargo’s Home Mortgage Consultants throughout the process helps customers make choices that lead to sustainable homeownership.
Offers additional income and credit guidelines:

Credit history is expanded to include nontraditional sources, like tuition, rent, or utility bill payments.
Income of others who will live in the home, such as family members or renters, can be considered.
Builds on Wells Fargo’s history of responsible lending:

Applicants must demonstrate their ability to repay.
Loan is fully documented and underwritten.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Krausewitz

    27. Mai 2016 10:42 at 10:42

    Ihre witzigen Kommentare sind notwendig um dies Info`s zu Ertragen!
    Da fällt mir doch nichts mehr ein!
    Was steckt dahinter?
    – Angst für den Neuanfang
    – wir machen weiter bis alles Zusammenbricht –
    – unglaubliche naivität das das Monopoliespiel bis ins Unendliche gespielt werden kann
    – oder kollektiv gelebter Wahnsinn
    Wahrscheinlich eine Mischung von allem!

  2. Avatar

    joah

    28. Mai 2016 22:49 at 22:49

    Und genau dies wird letztendlich der gedankliche Auslöser für das QE des Jahrhunderts werden, welches allen Ökonomien noch bevorsteht. Weil man sich nicht traut, die Korrektur geschehen zu lassen, werden alle dafür sehr übel leiden müssen. Das wird ein Fest – ein Schlachtfest.

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Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

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Von

Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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Aktuell: Pelosi schürt wieder Stimulus-Optimismus, Aktienmärkte mit Erholung

Markus Fugmann

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Soeben Nancy Pelosi auf ihrer Pressekonferenz: man habe Fortschritte gemacht bei den Gesprächen mit den US-Repubikanern, man sei fast am Ziel („progress has been made this week“; „we are just about there“).

Und die Aktienmärkte wieder mit einer Erholung, nachdem der Leitindex S&P 500 das Tief vom Montag unterschritten hat..

Aber Vorsicht: möglich ist, dass sich Pelosi nicht auf das gesamte Stimulus-Paket bezieht, sondern nur auf einen kleinen Teil davon:

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Konsumklima und Kaufverhalten im Oktober – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

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Einkaufswagen

Die Coronakrise nimmt wieder mehr Fahrt auf. Deutschland hat mehr täglich Neuinfizierte als noch im Frühjahr, und die Restriktionen im Alltag nehmen wieder zu. Der selbe Reflex wie im Frühjahr zeigt sich aktuell bei den Verbrauchern – aber offenbar noch nicht im selben Ausmaß. Das kann man gut ablesen im Konsumklima und im Kaufverhalten der Deutschen. Heute früh wurden Daten zu Konsumklima und Kaufverhalten für Oktober veröffentlicht.

Konsumklima

Das einmal im Monat veröffentlichte GfK-Konsumklima zeigt heute früh, dass der Optimismus der deutschen Verbraucher im Oktober spürbar schwindet. Rund drei Viertel der Verbraucher gehen demnach aktuell davon aus, dass COVID-19 eine große bziehungsweise sehr große Bedrohung darstellt, und etwa die Hälfte macht sich große beziehungsweise sehr große Sorgen, wenn es um die persönliche Zukunft geht. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartungen wie auch die Anschaffungsneigung müssen Einbußen hinnehmen. Folglich prognostiziert GfK für das Konsumklima für November 2020 einen Wert von -3,1 Punkten, und damit 1,4 Punkte weniger als im Oktober dieses Jahres. Gut sichtbar ist der Abwärtstrend im Konsumklima im folgenden Chart. Ein Balken steht für einen Monat.


source: tradingeconomics.com

Kaufverhalten

Das Statistische Bundesamt hat heute früh Daten zum Kaufverhalten in Deutschland veröffentlicht. Man hat sich die Woche vom 12. bis 17. Oktober 2020 angeschaut, und mit früheren Zeiträumen verglichen. Wegen der steigenden Infektionszahlen ist die Nachfrage nach ausgewählten Hygieneartikeln und Lebensmitteln teils deutlich gestiegen. Die Verkaufszahlen von Toilettenpapier waren vom 12. bis 17. Oktober 2020 fast doppelt so hoch (+89,9 %) wie im Durchschnitt der Vorkrisen-Monate August 2019 bis Januar 2020. Der Absatz von Desinfektionsmitteln lag knapp drei Viertel (+72,5 %) und der von Seife knapp zwei Drittel (+62,3 %) über dem Vorkrisen-Durchschnitt. Die Grafik, die bis ins letzte Jahr zurückreicht, zeigt: Die Panikkäufe im Frühjahr waren deutlich heftiger als heute, aber der Trend zum Kauf bestimmter Waren geht aktuell bergauf.

Chart zeigt Kaufverhalten vor und während der Coronakrise

Hier weitere Detailaussagen der Statistiker:

Die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln und Seife blieb auch während des Sommers, als sich der Absatz von Lebensmitteln weitgehend normalisiert hatte, leicht überdurchschnittlich. In der 42. Kalenderwoche zog nun auch die Nachfrage nach bestimmten Lebensmitteln an. So stieg der Absatz von Mehl verglichen mit dem Vorkrisen-Durchschnitt um mehr als ein Viertel (+28,4 %) und der Absatz von Hefe um mehr als ein Drittel (+34,8 %). Die Verkaufszahlen von Teigwaren wie Nudeln waren hingegen leicht unterdurchschnittlich (-0,2 %).

Statistik zeigt Kaufverhalten für einzelne Produkte

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