Indizes

US-Indizes: Das KGV des S&P 500 bricht ein – Zeit zu kaufen?

US-Indizes: Das KGV des S&P 500 bricht ein – Zeit zu kaufen?

Die US-Indizes S&P 500 und Dow Jones befinden sich weiterhin auf Talfahrt. In der Folge ist der marktbreite S&P auf das niedrigste erwartete KGV seit zwei Jahren gesunken. Der Ausverkauf an der Wall Street hinterlässt allmählich seine Spuren. Der Leitindex der Welt hat zwar in der Spitze „nur“ 17 Prozent von seinem Allzeithoch abgegeben, der Großteil der enthaltenen Werte befindet sich jedoch mitten im Bärenmarkt (Rückgang um mindestens 20%). Am Dienstag hat sich der Ausverkauf weiter fortgesetzt, dabei ist der S&P 500 auf ein neues Tief bei 3.959 Punkten gerutscht.

Die Angst vor einer weltweiten Rezession geht um. Zahlreiche Belastungsfaktoren wie die hohe Inflation, Lieferkettenprobleme und der Konjunkturabschwung in China trüben die Stimmung der Marktteilnehmer ein. Trotz des schwierigen Marktumfelds ist die US-Notenbank gezwungen, die Geldpolitik zu straffen, um die ausufernde Inflation einzufangen. Allerdings erhöhen die Maßnahmen der Fed die Gefahren eines Wirtschaftsabschwungs und einer Rezession. Durch die Zinsanhebungen und Bilanzreduzierung entzieht sie den Aktienmärkten zudem Liquidität. Investoren bekommen die Auswirkungen gerade zu spüren. Die US-Indizes S&P 500, Dow Jones und Nasdaq kennen seit der eingeleiteten geldpolitischen Wende nur noch den Weg gen Süden. Die Gewinne der Unternehmen sind aber im Verhältnis zu den Aktienkursen noch nicht so stark eingebrochen. Folglich sinken die immer noch hohen Bewertungen, was sich in einem Rückgang des Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) widerspiegelt. Die Leitindex wird zwar günstiger, aber lange noch nicht günstig.

KGV des S&P 500 auf Zwei-Jahres-Tief

Aufgrund des jüngsten Kursrückgangs sank das vorläufige 12-Monats-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für den S&P 500 von 18,2 auf 17,6 (Stand 05.Mai). Im gestrigen Handel dürfte es noch tiefer gewesen sein, als der S&P unter die 4.000er Marke gefallen war. Unter dem Strich notiert  das KGV aktuell auf dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 2020. Allerdings waren die Aktien schon vor dem Corona-Crash sportlich bewertet. Um festzustellen, ob das aktuelle KGV nun günstig oder teuer ist, muss man sich Vergleichswerte anschauen.

Der Fünfjahresdurchschnitt liegt bei einem Wert von 18,6. Im Vergleich dazu wirkt das aktuelle 12-Monats-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17,5 sogar günstig. In der Hausse-Phase waren Anleger jedoch bereit, hohe Preise für Aktien zu zahlen. Vergleicht man den aktuellen Wert von 17,5 mit den Durchschnittswerten der letzten 10-Jahre (16,9), 15-Jahre (15,5), 20-Jahre (15,5) und 25-Jahre (16,5), dann ist der S&P 500 derzeit immer noch teuer.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im S&P sinkt

Quelle: Factset – S&P 500 Forward 12-Month P/E Ratio

US-Indizes: Blick auf den Leitindex vor den Inflationsdaten

Nun befinden sich die US-Indizes in einer Baisse, weshalb Anleger derzeit nicht bereit sind, die immer noch hohen Bewertungen zu akzeptieren. Darüber hinaus hat sich das Marktumfeld grundlegend geändert. Weltweit sind die Notenbanken gezwungen gegen die hohe Inflation vorzugehen, infolgedessen entziehen sie den Aktienmärkten Liquidität. Ungeachtet dessen belasten geopolitische Krisen wie der Ukraine-Konflikt die Konjunktur und führen zu steigenden Energiepreisen sowie Lieferengpässen. Mittelfristig weht weiterhin ein scharfer Gegenwind an den Aktienmärkten. Kurzfristig dürften sich aber im S&P 500 und Co Chancen ergeben.

Die Aktienmärkte sind aktuell deutlich überverkauft und die Stimmung niedergeschlagen, weshalb es jederzeit zu einer Erholungsrally kommen kann. Der S&P 500 hat zudem ein wichtiges Unterstützungslevel erreicht. Gelingt es den Bullen die Zone zwischen 4.060 und 3.960 Punkten zu halten, dann könnte der Leitindex einen Erholungsversuch starten. Die US-Inflationsdaten, die um 14:30 Uhr veröffentlicht werden, dürften im kurzen Zeitfenster eine wichtige Rolle spielen. Die Konsensschätzungen der Analysten liegen bei 8,1 Prozent. Ein Rückgang der Teuerungsrate dürfte die Erholung der US-Indizes befeuern, während ein erneuter Anstieg die nächste Abwärtswelle einleiten könnte.

S&P 500 vor den US-Inflationsdaten - Richtungsentscheidung

Disclaimer

Offenlegung gemäß § 80 WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte:
Der Autor dieser Veröffentlichung erklärt, dass er jederzeit in einem der genannten und analysierten bzw. kommentierten Finanzinstrumente investiert sein kann. Dadurch besteht möglicherweise ein Interessenkonflikt. Der Autor versichert jedoch, jede Analyse und jeden Marktkommentar unter Beachtung journalistischer Sorgfaltspflichten, insbesondere der Pflicht zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung sowie der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit erstellt zu haben.

Die Autoren der Veröffentlichungen verfassen jene Informationen auf eigenes Risiko. Analysen und Einschätzungen werden nicht in Bezug auf spezifische Anlageziele und Bedürfnisse bestimmter Personen verfasst. Veröffentlichungen von XTB, die bestimmte Situationen in den Finanzmärkten kommentieren sowie allgemeine mündliche Aussagen von Mitarbeitern von XTB hinsichtlich der Finanzmärkte, stellen keine Beratung des Kunden durch XTB dar und können auch nicht als solche ausgelegt werden. XTB haftet nicht für Verluste, die direkt oder indirekt durch getroffene Handlungsentscheidungen in Bezug auf die Inhalte der Veröffentlichungen entstanden sind.

Risikohinweis:
CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 72% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen von XTB stellen keine Handlungsansätze von XTB dar.



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

1 Kommentar

  1. Wenn sie sagen das KGV bricht ein, kennen sie denn die Gewinne der nächsten Monate ? Könnte es denn nicht sein,dass die Gewinne bei der jetzigen Gemengenlage auch einbrechen? Ich weiss ,man hat in letzter Zeit viel von hohen Gewinnerwartungen gesprochen,
    habe ich aber nie begriffen. Sehr Viele haben in letzter Zeit sehr Viel erwartet was nicht eingetroffen ist.Seit der unmöglich erscheinenden Zinswende sind sehr viele Träume geplatzt. Auch das Mantra,dass die heutigen Techwerte nicht mit den DOTCOMS zu vergleichen sei hat sich in Luft aufgelöst.Auch sehr alte erfahrene Füchse wurden vom Bullenwahnsinn befallen.
    Diese Dreifachblase mit dem Kryptojoker könnte das Finanzkartenhaus noch arg erschüttern.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage