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Hormus wird zum Preistreiber US-Iran-Konflikt eskaliert weiter: Ölpreis nimmt Kurs auf 100 Dollar

Ölpreise steigen nach neuen US-Angriffen
Schiffe ankern in der Straße von Hormus. Foto: Ali Saeedi/Getty Images

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran eskaliert weiter – und treibt die Ölpreise nach oben. Nach einer neuen Welle amerikanischer Angriffe auf iranische Militärziele in der Nacht auf Mittwoch reagierte Teheran mit Raketenangriffen auf US-Stützpunkte in der Region. Brent-Öl stieg daraufhin zeitweise auf 96,50 Dollar und rückt damit immer näher an die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar heran.

Die Folgen reichen längst jedoch weit über den Ölmarkt hinaus. Steigende Energiepreise schüren neue Inflationssorgen, treiben die Zinserwartungen nach oben und setzen die globalen Anleihemärkte zunehmend unter Druck.

USA und Iran mit weiteren Angriffen

Wie Bloomberg berichtet, bestätigte das US-Zentralkommando CENTCOM am Dienstag eine neue Angriffswelle gegen Ziele der iranischen Revolutionsgarden. Getroffen wurden demnach unter anderem Luftabwehrstellungen, Radarsysteme, maritime Einrichtungen, Fähigkeiten zum Verlegen von Minen sowie Kommunikationsanlagen.

„Die Angriffe folgen auf jüngste versuchte Attacken der IRGC auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus sowie auf amerikanische Soldaten“, erklärte CENTCOM. Es war bereits die zweite Runde amerikanischer Angriffe innerhalb von etwa drei Tagen.

Nur wenige Stunden später erklärte der Iran, seine Streitkräfte hätten eine „entschlossene Operation“ gegen US-Stützpunkte in der Region gestartet, wie die halboffizielle Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Teheran meldete Raketenangriffe auf einen amerikanischen Stützpunkt in Jordanien sowie eine US-Militäreinrichtung in Bahrain. Auch Kuwait meldete, anfliegende Geschosse abgefangen zu haben.

Damit droht die Phase relativer Ruhe der vergangenen Wochen endgültig zu enden. Gleichzeitig rückt die Straße von Hormus wieder stärker in den Mittelpunkt. Die Meerenge gehört zu den wichtigsten Transitrouten für den weltweiten Ölhandel.

Ölpreis nähert sich 100 Dollar

Die Reaktion am Ölmarkt ließ nicht lange auf sich warten. Brent stieg in der Nacht über 96 Dollar je Barrel. Am frühen Mittwochmorgen notiert die Nordseesorte bei rund 95,4 Dollar und damit 0,8 Prozent im Plus.

Damit rückt die Marke von 100 Dollar wieder in greifbare Nähe. Entscheidend ist dabei weniger die runde Zahl selbst als die wirtschaftliche Kettenreaktion, die anhaltend hohe Ölpreise auslösen könnten.

Denn höhere Energiekosten erschweren den Kampf gegen die Inflation – und verändern bereits die Zinserwartungen an die US-Notenbank. Nach den zuletzt hawkischen Signalen von Fed-Chef Kevin Warsh und dem erneuten Anstieg der Ölpreise rechnen die Märkte zunehmend mit einer weiteren Straffung der Geldpolitik.

Für die Fed-Sitzung am 16. September wird eine Zinserhöhung inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 70 Prozent eingepreist. Vor einer Woche lag sie noch bei weniger als 40 Prozent.

Die veränderten Zinserwartungen hinterlassen deutliche Spuren am Anleihemarkt. Steigende Renditen erhöhen wiederum den Druck auf die Aktienmärkte – insbesondere auf hoch bewertete Technologieunternehmen. Bereits am Dienstag gerieten DAX und US-Börsen unter dem Eindruck steigender Ölpreise und Anleiherenditen unter Druck. Am Mittwoch zeichnen sich vorbörsliche bereits weitere Kursverluste ab.

Trump erhöht den Druck

Eine schnelle diplomatische Lösung zeichnet sich derweil nicht ab. Im Gegenteil: US-Präsident Donald Trump spielte die Chancen auf ein Abkommen mit Teheran herunter und erklärte, er versuche nicht, Iran an den Verhandlungstisch zu zwingen. Zugleich behauptete er erneut, die iranische Wirtschaft stehe kurz vor dem Zusammenbruch.

Auch US-Finanzminister Scott Bessent setzt auf dieses Argument. Die iranische Führung sei angesichts der wirtschaftlichen Probleme des Landes „in Panik“, sagte er und prognostizierte, Teheran werde irgendwann zu Verhandlungen bereit sein.

Bislang gibt es dafür allerdings kaum Anzeichen. Iran zeigt öffentlich weder ein erkennbares Entgegenkommen noch größere Bereitschaft zu neuen Friedensgesprächen. Vielmehr reagierte Teheran auf die jüngsten US-Angriffe erneut militärisch.

Damit bleibt das Risiko weiterer Gegenschläge hoch. Für die Märkte wird entscheidend sein, ob die Eskalation erneut den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus beeinträchtigt. Sollte sich die Lage weiter zuspitzen, könnte der Ölpreis schon bald die Marke von 100 Dollar erreichen – deutlich schneller, als es die Märkte noch vor wenigen Tagen befürchtet hatten.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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3 Kommentare

  1. Der Ölpreis wird uns weiterhin über die Situation im Naher und Mittlerer Osten informieren.

  2. China wir vor den Wahlen in den Vereinigten Staaten massiv Öl kaufen. Dadurch wird der Preis für die Wähler massiv ansteigen. So wird Trump seine Wähler verlieren und die Chinesen haben anschließend eine lahme Ente im weißen Haus als Kontrahent.

  3. Zum Glück werden IMMER, ALLE iranischen Raketen und Drohnen abgefangen, und IMMER, ALLE iranischen Ziele zerstört. Deswegen hat man den irankrieg ja auch schon zum hundertsten mal gewonnen. Und ich bin der Weihnachtsmann…

    „Zugleich behauptete er erneut, die iranische Wirtschaft stehe kurz vor dem Zusammenbruch.“

    Also steht die amerikanische Wirtschaft kurz vor dem Zusammenbruch. Immer das Gegenteil von dem nehmen, was er sagt. Der Iran will einen Deal, Trump will einen Deal. Trump will keine Verhandlungen, er will Verhandlungen.

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