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US-Kongress mit neuester Kalkulation: Katastrophale Explosion der US-Staatsschulden

Also nur die Schulden, die die Öffentlichkeit hält, würden demnach in den nächsten 30 Jahren von 77% auf 150% des US-BIP steigen, wenn sich bei der Ausgabenpolitik der Regierungen bis…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Das Budget-Büro des US-Kongresses „CBO“ (Congressional Budget Office) ist nicht das selbe, aber im Groben vergleichbar mit dem Bundesrechnungshof in Deutschland. Eine staatliche Einrichtung, die relativ unbeeinflusst Finanzdaten analysiert und Prognosen abgibt. Ganz aktuell liegt die neueste Prognose über die Entwicklung der US-Staatsschulden vor. Hierbei darf man nicht verwechseln, was analysiert wird. Der gesamte Schuldenstand der USA liegt bei fast genau 20 Billionen US-Dollar (105% des US-BIP). Das CBO betrachtet in seiner Analyse nur die Schulden der Bundesregierung exklusive des Teils, der von staatlichen Einrichtungen (zum Beispiel der Federal Reserve) gehalten wird. Die folglich von privaten Gläubigern gehaltenen US-Schulden liegen bei aktuell bei 77% des US-BIP (14,3 von 19,8 Billionen Dollar Gesamtschulden). Halb ernst, halb scherzhaft könnte man jetzt sagen die Notenbank müsste doch nur möglichst viel der Gesamtschulden aufkaufen, dann bleiben die Schulden nach dieser Betrachtungsweise auch zukünftig schön niedrig…


Quelle: US Treasury

Das CBO prognostiziert, dass diese 77%-Staatsverschuldung der USA, die aktuell auf dem höchsten Niveau seit kurz nach dem 2. Weltkrieg liegt, sich aufgrund der Budget-Defizite der US-Bundesregierung drastisch ausweiten werde. Also nur die Schulden, die die Öffentlichkeit hält, würden demnach in den nächsten 30 Jahren von 77% auf 150% des US-BIP steigen, wenn sich bei der Ausgabenpolitik der Regierungen bis dahin nichts ändere. Letztes Jahr ging man für die nächsten 30 Jahre noch von 146% aus. Das ist nach unserer Meinung nicht unrealistisch, denn in der Tat sind die jährlichen Defizite katastrophal. Das für 2017 erwartete Defizit soll von 2,9% auf 9,8% im Jahr 2047 steigen. Dieses prognostizierte Defizit hatte man letztes Jahr noch bei 8,8% gesehen.

Das Problem sieht das CBO einerseits in der enormen Zinslast, die vom Budget mit finanziert werden muss, und andererseits in den steigenden Sozialausgaben. Da die Zinslast nicht verhandelbar ist, wären Kürzungen bei den Sozialausgaben denkbar, oder eben eine Steigerung der Einnahmeseite (Steuern). Die Grafik zeigt sehr gut im historischen Vergleich seit der Staatsgründung der USA den Anstieg der Verschuldung durch den 2. Weltkrieg, und danach die Entspannung der Lage. Zuletzt sieht man aber die Explosion mit der Projektion für die Zukunft. Man darf auch nie vergessen, dass ab einem gewissen Niveau die Zinslast immer stärker durchschlägt. Irgendwann muss man deswegen bei den Ausgaben für Sonstiges immer drastischer sparen.

Darunter sieht man in der folgenden Grafik, wie die Spanne zwischen Ausgaben und Einnahmen immer weiter auseinander driftet. Die Ausgaben laufen den Einnahmen immer weiter davon. Zuletzt hatten sich beide kurz nach der Jahrtausendwende auf dem selben Niveau befunden. Dazu schreibt das CBO klipp und klar, dass nach aktueller Rechtslage die Ausgabenseite der Einnahmenseite immer weiter davonlaufe aufgrund der steigenden Kosten für Sozialausgaben, Gesundheitsprogramme und Zinszahlungen für bereits existierende Schulden. Die steigenden Gesundheitskosten lägen auch an der alternden Bevölkerung.

„Under current law, spending growth—driven by outlays for Social Security, the major health care programs, and net interest—is projected to outpace revenue growth.“

Der Vergleich zwischen 2017 und prognostiziert 2047.

Wer es etwas mehr im Detail mag, hier auszugsweise der Originalwortlaut vom CBO:

Why Are Projected Deficits Rising?

In CBO’s projections, deficits rise over the next three decades—from 2.9 percent of GDP in 2017 to 9.8 percent in 2047—because spending growth is projected to outpace growth in revenues (see Summary Figure 1). In particular, spending as a share of GDP increases for Social Security, the major health care programs (primarily Medicare), and interest on the government’s debt. Much of the spending growth for Social Security and Medicare results from the aging of the population: As members of the baby-boom generation age and as life expectancy continues to increase, the percentage of the population age 65 or older will grow sharply, boosting the number of beneficiaries of those programs.

In addition, growth in spending on Medicare and the other major health care programs is driven by rising health care costs per person, which are projected to increase more quickly than GDP per capita (after the effects of aging and other demographic changes are removed). CBO projects that those health care costs will rise—although more slowly than they have in the past— in part because of the effects of new medical technologies and rising personal income. The federal government’s net interest costs are projected to rise sharply as a percentage of GDP for two main reasons.

The first and more important is that interest rates are expected to rise from their current low levels, making any given amount of debt more costly to finance. The second reason is the projected increase in deficits: The larger they are, the more the government will need to borrow. Mandatory spending other than that for Social Security and the major health care programs—such as spending for federal employees’ pensions and for various income security programs—is projected to decline as a percentage of GDP, as is discretionary spending. (Mandatory spending is generally governed by provisions of permanent law,
whereas discretionary spending is controlled by annual appropriation acts.) The projected decline in discretionary spending stems largely from the caps on discretionary funding that are set in law for the next several years.

The modest projected growth in revenues relative to GDP over the next three decades is attributable to increases in individual income tax receipts. Those receipts are projected to grow mainly because CBO anticipates that income will rise more quickly than the price indexes that are used to adjust tax brackets. As a result, more income will be pushed into higher tax brackets over time. Combined receipts from all other sources are projected to decline as a percentage of GDP.

Quelle: CBO

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Markus Krall über das große Debakel als Resultat der Gelddruck-Orgie

Claudio Kummerfeld

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Dunkle Wolken über Frankfurt

Markus Krall erlebt man in letzter Zeit leider öfters vor allem bei Twitter mit zweifelhaften Äußerungen zu Corona-Themen. Aber dennoch wollen wir seine hochinteressanten Aussagen zur Geldpolitik und Wirtschaftsordnung präsentieren. Denn seine inhaltlichen Aussagen zu diesen Themen sind bestechend. Sicherlich kann man bei einigen seiner Aussagen anderer Meinung sein, dennoch erweitern seine Thesen den Horizont und regen zum Nachdenken an.

Der folgende gestern veröffentlichten Vortrag stammt zwar schon vom 24. Oktober 2020, dennoch ist er auch heute noch aktuell. Die wirtschaftlichen und geldpolitischen Folgen der Coronakrise werden besprochen. Dabei zeichnet Markus Krall ein düsteres Bild über eine bevorstehende massive Inflation und das Ende des Euro. Richtig los geht es ab Minute 12:40 im Video. Banken und Zombieunternehmen sind Klassiker-Themen in seinen Vorträgen, die auch dieses Mal zur Sprache kommen. Auf jeden Fall ist dies mal wieder ein spannender Vortrag von Markus Krall.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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