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US-Konjunktur – noch Hauptgrund für hohe Aktienkurse?

Erst gestern konnte man an den neuesten Unternehmens- und Wirtschaftszahlen das derzeitige Paradoxon der US-Konjunktur erkennen

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Erst gestern konnte man an den neuesten Unternehmens- und Wirtschaftszahlen das derzeitige Paradoxon der US-Konjunktur erkennen: Industrieproduktion und Verarbeitendes Gewerbe schwach mit minus 0,2 und -0,4 Prozent, der US-Einzelhandel hingegen stark mit einem Plus von 0,9 Prozent, genauso wie der größte Einzelhändler der Welt, Walmart, der mit seinen aktuellen Quartalszahlen überraschte (Umsatz 130,31 Milliarden Dollar – zwei Milliarden mehr als im Vorjahr) und dies trotz Handelsstreit und höheren Einfuhrpreisen.

Der US-Konsument, die entscheidende Größe der US-Konjunktur

Trotz der Dominanz vieler US-Techfirmen ist doch festzustellen, dass die USA schon lange keine Industrienation mehr sind, sondern im Schwerpunkt eine Dienstleistungsgesellschaft, die ganz entscheidend von der Kauflaune ihrer Verbraucher geprägt wird. So hat die Landwirtschaft (auf die Trump so großes Augenmerk legt) nicht einmal mehr einen Anteil von einem Prozent am BIP, die Industrie circa 19 Prozent und der Dienstleistungssektor unglaubliche 80 Prozent. So ist es nicht verwunderlich, dass etwa 70 Prozent des Sozialprodukts von den Ausgaben der 330 Millionen US-Verbraucher generiert werden. Damit wird deutlich, dass es eben der Konsument ist, der für das Wohl und Wehe der US-Konjunktur verantwortlich ist.

Die Frage nach dem Zustand der US-Konjunktur ergibt sich somit aus den Stellgrößen Arbeitsmarkt, Lohnwachstum und Verbrauchervertrauen. Diese befinden sich teilweise noch auf sehr hohen Niveaus.

 

Der Handelsstreit, der Konsument und die US-Konjunktur

Bei der Dominanz des US-Konsums ist es geradezu zwingend, dass die US-Regierung darauf achtet, wie durch Maßnahmen, wie Zöllen oder Firmenboykotts von ausländischen Zulieferern, das Verbrauchervertrauen und die Konsumlaune tangiert werden. Quasi aus heiterem Himmel verschob Donald Trump in dieser Woche Zölle auf bestimmte Artikel aus China, die für das Weihnachtsgeschäft der Amerikaner von zentraler Bedeutung sind – und ohne irgendwelche substanziellen Zugeständnisse zu bekommen.

Da kann Trump twittern was er will, Fakten verdrehen, beschönigen oder ignorieren: wenn der Konsum in die Knie geht, wäre es vorbei mit der wunderbaren US-Konjunktur. Daher auch die stakkatoartig vorgetragenen Forderungen des Präsidenten an die Fed, die Zinsen zu senken. Der Dollarkurs ist hier meines Erachtens nur als Teilaspekt vorgeschoben (bei der geringen Bedeutung des Exports am BIP), nein, es sind die Kreditzinsen für die Verbraucher, ob bei Kreditkarten, Haus- und Autokrediten u.w. sowie die Finanzierungsbedingungen für eine unglaubliche Anzahl an Unternehmen, die nur durch billige Kredite weiter über Wasser gehalten werden.

 

Fazit

Für manchen Beobachter mag es schon aberwitzig erscheinen, dass sich weltweit die Meldungen über konjunkturelle Abschwünge in allen Ecken der Welt häufen und die USA von dem scheinbar unbeeinträchtigt blieben, bisher, wenn man von den Turbulenzen der letzten Tage absieht.

Aus dem oben Dargelegten ergibt sich auch die Erklärung für die panikartigen Abverkäufe an der Wall Street. Donald Trump hat es mit seinen Zolldrohungen ab September zu weit getrieben, der Konsumsektor der Wall Street musste in den letzten Tagen und Wochen herbe Kursverluste einstecken. Man preiste ein, wie weitere Zölle die Preise antreiben und den Konsumenten zur Zurückhaltung (zwangsläufig durch seine hohe Verschuldung) zwingen könnten.

Ein ähnlicher Effekt, wir ihn schon Ende 2018 zu sehen bekamen, als die US-Notenbank viermal die Zinsen angehoben hatte –  bei gleichzeitiger Androhung weiterer Anhebungen plus einer Bilanzreduzierung – und durch diese Verteuerung von Krediten den Konsumenten und manches Unternehmen arg in die Bredouille gebracht hatte.

Billiges Geld und damit billige Kredite sind eine unerlässliche Voraussetzung, dass sich der Konsum weiter positiv entwickelt und die Aktienkurse an der Wall Street auch in der Vorwahlzeit 2020 auf hohem Niveau halten können. Das weiß die US-Administration – und sie wird alles daran setzen, dass es dabei bleibt.

Die Frage ist nur, ob der weltweite zyklische Abschwung in Verbindung mit einer nun schon über ein Jahr andauernden Zolleskalation nicht bereits zuviel Schaden angerichtet hat, den die Notenbanken mit ihrem kleinen Zinsspielraum nicht mehr kitten können.

Die Rentenmärkte haben diese Entscheidung bereits gefällt.

 

Nur billiges Geld kann dafür sorgen, dass die US-Konjunktur weier gut läuft

9 Kommentare

9 Comments

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    Übelkeit

    16. August 2019 10:14 at 10:14

    „Umsatz 130,31 Milliarden Dollar – zwei Milliarden mehr als im Vorjahr) und dies trotz Handelsstreit und höheren Einfuhrpreisen.“

    Ist hier nicht ein Denkfehler? Bei Walmart konsumieren die Kunden doch Dinge des täglichen Bedarfs. Der Umsatz stieg nur um 1,5% obwohl die Zölle vermutlich deutlich höhere Preissteigerungen als 1,5% verursachen. Das bedeutet: Umsatz steigt minimal, jedoch wandern weniger Waren über die Theke = Kaufzurückhaltung!

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      Warnsignal

      16. August 2019 10:36 at 10:36

      Hallo Übelkeit, da liegen Sie in Bezug auf Walmart auch laut offizieller US-Statistik richtig: der sog. Personal Consumption Expenditures Price Index (Konsumententeuerungsrate die in die US-BIP-Berechnung einfließt) zeigte in der letzten Veröffentlichung eine Anstiegsrate von 1,4 Prozent zum Vorjahr. Damit wäre ein Großteil der gefeierten Umsatzsteigerung bei Walmart nur durch höhere Preise entstanden, aber nicht durch einen höheren Warendurchsatz.

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      leftutti

      16. August 2019 11:58 at 11:58

      @Übelkeit, das ist eine sehr interessante These. Ich meine aber, Anfang August gelesen zu haben, dass Walmart, wie auch die Kaufhauskette Macy’s bisher nur Preiserhöhungen aufgrund der Zölle in Aussicht gestellt haben. Hier wäre also als Kennzahl das Betriebsergebnis im Inland wesentlich aussagekräftiger, als die weltweiten Umsatzzahlen. Das globale Betriebsergebnis ist zwar deutlich gesunken, man erklärt das aber mit Flipkart und spricht gleichzeitig von einem starken US-Geschäft:
      https://finanzmarktwelt.de/walmart-quartalszahlen-besser-als-erwartet-aktie-63-136814/

      Interessant zu wissen wäre auch, wie viele der Dinge des täglichen US-Bürger-Bedarfs (wie automatische Waffen und Sturmgewehre) 😉 bereits von Zöllen betroffen sind. Eventuell fällt ein Großteil auch erst in die inzwischen auf Dezember verschobenen Warenkategorien?

      Leider habe und finde ich dazu auf die Schnelle keine näheren Informationen. Offen gesagt, habe ich seit Beginn des Handelskrieges vor über einem Jahr noch nie irgendwo von irgendwelchen Kennzahlen gehört oder gelesen, wie sich die 25% Zusatzkosten auf die Ergebnisse der US-Importeure auswirken. Seltsam!

      Das Thema wäre sicherlich eine interessante Herausforderung für unsere rasenden FMW-Reporter, nicht nur in Bezug auf Wallmart.

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        Shong09

        16. August 2019 12:38 at 12:38

        Die Prognose ist auch sehr schwierig, da großteils abhängig von der Währungsabschwächung Yuan US$. Wenn die Chinesen 20% abwerten, sind die 25% komplett konterkariert. D.h. aktuell dürften schon diverse Waren für die US Käufer günstiger sein als vor Beginn des Handelskonflikts, und die Zölle dürften wesentlich abgeschwächt worden sein.

        Ersatzbezugsquellen noch außen vor, könnten billiger aber auch teurer sein, und auch in letzterem Fall aus strategischen Gründen trotzdem in Anspruch genommen werden.

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          leftutti

          16. August 2019 14:57 at 14:57

          @Shong09, der Yuan steht allerdings kaum tiefer als zum Zeitpunkt der US-Präsidentenwahl 2016 und hat auch seit Trumps Zolleskalationen noch lange keine 20% abgewertet.

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        Johannes Kirchner

        16. August 2019 12:43 at 12:43

        @leftutti, jetzt, wo Sie es sagen, fällt es mir wie Schuppen von den Augen. 25% Zusatzkosten auf zahlreiche Importgüter seit über einem Jahr, die Zölle auf Stahl und Aluminium seit 23. Marz 2018, müssen sich doch inzwischen deutlich in den Bilanzen niedergeschlagen haben. Von Autos und Maschinen über Baustahl bis hin zur Konservendose, ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Zusatzkosten einfach spurlos an den Preisen oder Betriebsergebnissen vorübergehen. Und wie Sie völlig richtig anmerken, ist es mehr als seltsam, dass dies nirgendwo thematisiert wird, noch nicht einmal auf der Finanzmarktwelt.

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    Wolfgang M.

    16. August 2019 12:56 at 12:56

    @Leftutti. Hallo. Vielleicht darf ich auf Ihre Frage etwas eingehen. Die bisher in der Spitze mit 25% verhängten US-Zölle gegenüber China betreffen eine Umfang von 250 Milliarden Dollar. Das bedeutet eine Belastung von max. 62,5 Milliarden Dollar, die aber teilweise durch Preisnachlässe der Chinesen ausgeglichen wurden. Aber, und das ist das Entscheidende: Es ging um Stahl, Aluminium, Waschmaschinen u.ä., also keine Güter des täglichen Gebrauchs bei Walmart und Co. Anders bei den für September angedachten 10% auf 300 Milliarden Dollar, bei denen Alltagsgüter vom Handy über Spielzeug bis zu Bekleidung und Schuhen betroffen wären. Das haben die Börsen eingepreist und die Einzelhandelswerte an der Wall Street in den Vortagen heftig abgestraft. Das hat man in Trumps Team natürlich bemerkt und die bedeutsamen Weihnachtsgüter aus den Zöllen ausgenommen und verschoben. Aber jetzt kommt der Knackpunkt. Die gesamten jährlichen Konsumausgaben der USA betragen 13,67 Billionen Dollar, daher könnten 62,5 Milliarden Zusatzzoll noch nicht so Inflationstreibend wirken. Ich habe zum Thema US-Konsum noch einen Artikel in der Vorbereitung für Montag.
    Viele Grüße in den hohen Norden.

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      leftutti

      16. August 2019 14:49 at 14:49

      @Wolfgang M., herzlichen Dank für die Rückmeldung. Ich hatte das genau so vermutet und angedeutet. Wenn die Zusatzzölle jedoch so unerheblich im Vergleich zu den Konsumausgaben sind, dürfte aber umgekehrt doch auch die „erzieherische“ Auswirkung auf die gesamtchinesische Wirtschaft relativ unbedeutend sein. Oder liege ich da vollkommen daneben?

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    Wolfgang M.

    16. August 2019 15:26 at 15:26

    @leftutti. Das haben Sie Recht. Sollten die USA (hypothetisch) alle chinesischen Exporte in die USA stoppen in Höhe von 540 Milliarden Dollar, würde dies der chinesischen Wirtschaft zwar 4 Prozent an Wachstum kosten. Aber Trump kann auch nicht 25% Zoll auf die restlichen 300 Milliarden Dollar an Chinaeinfuhren erheben. Das wäre dann das Ende des schuldenfinanzierten Konsumwunders in den USA, verbunden mit einem kapitalen Aktienmarkteinbruch. Ich denke, jede Partei hat so ihre Schmerzgrenze und der Gröpaz hat eine „wahlenbedingt“ sehr niedrige.
    Schönes Wochenende

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Aktienmärkte: Der Segen eines Crashs – für die Jungen

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Kann ein Crash der Aktienmärkte ein „Segen“ sein?

Wir leben im Zeitalter der finanziellen Repression. Die große Notenbanken dieser Welt halten die Zinsen extrem niedrig, um mittels einer moderaten Inflation und einer Enteignung der Kleinsparer die Staatsschulden „relativ“ zu reduzieren. Dies hat zu einer gewaltigen Hausse der Aktienmärkte geführt, schließlich ist deren Dividendenrendite zumeist höher als die Umlaufrendite des jeweiligen Landes.

Ein Zwiespalt tut sich auf angesichts der Tatsache, dass die weltweiten Aktien, ablesbar am MSCI World, seit dem Tiefpunkt im Jahre 2009 um über 350 Prozent zugelegt haben. Eine Korrektur ist jederzeit möglich und mittelfristig auch zu erwarten. Für die Älteren mit einem Kapitalstock ein ständiges Abwägen für die Kapitalsicherung, für Jüngere im Kapitalaufbau aber eher ein Segen, wie Beispiele aus den letzten Zyklen beweisen.

Aktienmärkte und der Cost Average Effekt, eine Chance für die Jugend

„Wenn sie alt sind, seien Sie vorsichtig mit der aktuellen Börsenbewertung. Wenn Sie jung sind, sollten Sie sich sich einen Crash geradezu herbeisehnen!“ Dies ist ein Rat von erfahrenen Börsianern, die schon mehrere Börsenzyklen aktiv miterlebt und erlitten haben. Wie das? Hierzu die Argumentation.

Immer wieder wird von Börsenskeptikern das Zahlenbeispiel angeführt: Was hätte man denn mit den Aktien nach Steuern und Inflation verdient, wäre man im März 2000 oder im Herbst 2007 bei Dax-Ständen von 8000 in den Markt eingestiegen?

Abgesehen davon, dass dies recht unwahrscheinlich ist, dass viele Anleger ihr ganzes Kapital gerade zu diesem Zeitpunkt in die Aktienmärkte investiert hätten und nicht ein paar Monate oder Jahre später oder früher. Die Rendite wäre äußerst dürftig ausgefallen, wie folgende Zahlen beweisen:

Wer zum Beispiel an der Jahrtausendwende kurz vor dem groben Börseneinbruch bei der Dotcom-Blase in den Dax investiert hätte, wäre bis zum Ende des Zyklus im Jahr 2007 auf eine Rendite von mickrigen 1,9 Prozent pro Jahr gekommen. In diesen Jahren lag eine wahre Achterbahnfahrt, die den Dax von 8064 Punkten (März 2000) bis auf 2202 Punkte im März 2003 fallen ließ. Ein Rekordeinbruch von 72 Prozent.

Hätte man sich nur einen regelmäßigen monatlichen Sparplan zugelegt, der in diesen Zeiten stoisch gekauft hätte, wäre die Rendite vor Gebühren auf sagenhafte 12,9 Prozent pro Jahr geklettert.

Das Gleiche wäre passiert, wenn man kurz vor der Finanzkrise zu sparen begonnen hätte, nur der große Einstieg am Ende des vorherigen Zyklus wäre nicht allzu profitabel gewesen.

Finanzmathematik und Psychologie

Ein Hauptgrund für die Ertragskraft eines dauerhaften Sparplans ist natürlich ein besonderer mathematischer Effekt (der Cost Average Effekt). Der Sparplan kauft mechanistisch in jeder Phase nach, egal wie stark die Kurse der Aktienmärkte eingebrochen sind. Bei einem 50-prozentigen Rückgang bekommt man doppelt so viele Anteile wie am letzten Hoch, ein Mechanismus, der sich bei großer Volatlität auszahlt.

Übrigens hätte dieses Prinzip auch in Japan funktioniert, wo der Nikkei 225 von 38.900 Punkten kommend (Dezember 1989), sogar auf gut 7000 Punkte im Jahr 2009 gefallen war – dazwischen Jo-Jo fahrend. Und allein diese im Jahr 2009 gekauften Anteile (über 12 Monate) hätten sich im Wert bis heute fast verdreifacht. In diesem Zusammenhang muss ich immer wieder an einen guten Freund denken, der mich im Frühjahr 2003 anrief, beim Dax-Stand von 2500 Punkten und mir die Frage stellte: „Kann der Dax auf Null fallen?“ Trotz guten Zuredens traute er sich nicht zu investieren, am Ende des Jahres stand der Index bei 4000 Punkten – und heute?

Dieses Prinzip ist bei einer Investition in Einzelwerten jedoch um einiges riskanter. Man muss nur an eine US-Firma Enron oder auch an unsere Deutsche Bank denken. Aber auch hier gibt es Gegenbeispiele:

Eine Allianz-Aktie war im Zuge der Entflechtung der Deutschland-AG in der Dotcom-Krise von 435 Euro auf 45 Euro gefallen, um nach 16 Jahren wieder über 220 Euro zu notieren. Oder was hätte eine sparplamäßige Investition in SAP gebracht, die sich bereits in 30 Jahren wertmäßig verhundertfacht hat? Wie heißt es? Die Rendite von Assets ist direkt korreliert mit der Übernahme von Risiko. Dies gilt für Einzelwerte natürlich weitaus extremer als für Indizes, wo die „faulen Eier“ regelmäßig aus dem Nest entfernt werden.

Fazit

Bei allen Schreckensszenarien: Die Aktienmärkte gehen auch in den größten Krisen nicht unter (das Szenario eines Meteoriteneinschlags einmal ausgenommen), der Goldmarkt auch nicht, Anleihemärkte aber schon.

Im Dax 30 gibt es sogar noch zwei Werte, die schon im 19. Jahrhundert gegründet worden sind. Zugegeben vielleicht ein schwacher Trost für die Gegenwart, aber vielleicht ein Gedankenanstoß für die jüngere Generation es trotz manch Weltuntergangsszenarios mit Aktien als Geldanlage zu versuchen. Dafür eignen sich Sparpläne ganz besonders, denn aktuell mit seinem Angesparten in die Aktienmärkte „all in“ zu gehen, wäre vielleicht nicht der beste Gedanke.

Überall gibt es Staatsfonds, die langfristig das Kapital für die jüngere Generation anlegen. Außer in Deutschland, aber dafür haben wir einen Finanzminister Scholz, der für das Geldsparen auf Girokonten und Sparbüchern wirbt und künftigen Aktienwilligen sogar noch ein paar Steinchen in den Weg legt, oder zu legen versucht!

Für junge Menschen kann ein Crash der Aktienmärkte durchaus vorteilhaft sein

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China: Aktienmärkte als Antizipatoren der Krise

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Was war das für eine Reaktion auf die Entwicklungen in China an den Aktienmärkten am Montag – weltweit! Es ging teilweise um mehrere Prozent nach unten, von Japan bis Kanada, von Südamerika bis Australien. In vielen Ländern stiegen Anleger aus ihren Positionen aus in der Erwartung großer volkswirtschaftlicher Schäden, zur Schadensbegrenzung und teilweise aus Torschlusspanik.

China und das Virus: Der rasch eingepreiste Schaden

An diesem Tag sank die Marktkapitalisierung an den Weltbörsen, die sich derzeit um die 89 Billionen Dollar bewegt, um 1,7 Billionen Dollar. Umgerechnet in etwa um fast die Hälfte des gesamten Bruttoinlandsprodukts von Deutschland. Dies ist auf den ersten Blick schon erstaunlich, wenn man an den Schaden denkt, den der Sarsvirus im Jahre 2003 verursacht hatte – 40 Milliarden Dollar. Wobei dieser Vergleich hinten und vorne hinkt. Damals lag das chinesische Bruttoinlandsprodukt bei 1,67 Billionen Dollar, heute beträgt es über 14 Billionen Dollar. In China gibt es bereits 300 Millionen Bürger, die zur Mittelschicht zählen und als äußerst reise- und ausgabefreudig gelten.

Der Tourismus hat sich in China zu einem lukrativen Wirtschaftszweig entwickelt. Chinesen gaben im Ausland zuletzt jährlich mehr als 250 Milliarden Dollar aus. Reiseweltmeister, ein Titel, den man einmal den Deutschen zusprach. Aber auch in puncto Geschäftsreisen ist China eine wichtige Anlaufstation. Der Coronavirus veranlasste viele Firmen nicht nur dazu ihre Geschäftsreisen abzusagen, auch werden viele deutsche Firmenangehörige aus China ausgeflogen. Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa ist demzufolge als Leittragende mit einem Minus von 16 Prozent bisher der große Jahresverlierer im Dax.

Dabei traf es natürlich auch viele andere Werte aus dem Reise-, Freizeit- und Luxuskonsumsektor. Amerikanische Fluggesellschaften wie American Airlines, Kreuzfahrtanbieter wie Royal Caribbean oder auch Casinobetreiber (Las Vegas Sands), um nur ein paar zu nennen, gaben über fünf Prozent ab. In der Luxusgüterbranche sind chinesische Kunden für einen großen Teil der Umsätze verantwortlich, manche Analysten sprachen von 35 Prozent.

Was wurden nicht alles für Freizeitveranstaltungen in der chinesischen Festtagswoche abgesagt: Der Nachrichtendienst Bloomberg meldete die unglaubliche Zahl von drei Milliarden Kurzreisen, die normalerweise in der Feiertagswoche unternommen werden. Nicht aber in diesem Jahr.

Was aber noch mehr von Bedeutung ist, bezieht sich auf China als Wachstumsmotor der Weltwirtschaft. Hier ist nicht abzusehen, welchen Schaden die kommenden Produktionsausfälle bis weit in den Februar hinein annehmen werden.

Die Rohstoffmärkte scheinen von kräftigen Ausfällen auszugehen. Anders sind die Preisverfälle bei Industriemetallen sowie beim Öl nicht zu erklären.

Kurzum: Die ökonomischen Folgen sind angesichts der zunehmenden Vernetzung der Welt keineswegs nur auf einzelne Länder und Sektoren begrenzt.

Im Jahr 2003, während der Sars-Krise, kam es an den Börsen zu einer V-förmigen Erholung. Anscheinend rechnen viele Investoren wieder mit einem solchen Muster, der Rebound am Dienstag in den USA deutet auf eine solche Deutung hin. Die dortigen Indizes haben bis zu eineinhalb Prozent wieder aufgeholt, in der Hoffnung auf eine starke Berichtssaison.

Diese und die heutige Fed-Entscheidung werden die Entwicklungen um den Coronavirus in China erstmal hintanstellen. Dessen ökonomische Auswirkungen sind noch lange nicht seriös kalkulierbar, allein schon aufgrund der psychologischen Effekte. Vielleicht sollte man sich einmal die Hersteller von Atemmasken ansehen?

Fazit

Die montägliche Reaktion an den Börsen hat wieder einmal gezeigt, dass es kein schnelleres Preisstellungsverfahren gibt als das an den Aktienbörsen. Wofür Analysten, Volkswirte und die statistischen Ämter Wochen oder Monate brauchen, geschieht an den Aktienbörsen oft innerhalb von Minuten oder Stunden. Natürlich bleibt dabei vieles im Ungefähren und mit einer nicht unerheblichen Fehlerquote. Oftmals werden Übertreibungen eingearbeitet, die dann schmerzlich wieder ausgepreist werden müssen, vor allem in Phasen der Euphorie oder der Panik vieler Anleger. Schlussendlich kehren die Indizes durch Regression zum Mittelwert wieder auf ein mittleres Maß zurück, langfristig erkennbar an den Jahresgewinnen der Unternehmen im Vergleich zu den Börsenindizes. Gab es zum Beispiel jemals ein Kurs-Gewinn-Verhältnis im S&P 500 in den letzten 100 Jahren von 30 oder darüber über einen längeren Zeitraum?

Im jetzigen Börsenstadium hoher Aktienbewertungen und angesichts einer Pandemie in China, die absolut schwer zu fassen ist – medizinisch, prophylaktisch, aber auch wirtschaftlich – ist ein Antizipieren künftiger Aktiengewinne aber so etwas wie ein Stochern im Nebel.

 

Die Aktienmärkte versuchen einzupreisen, was das Coronavirus für wirtschaftliche Folgen in China haben wird

By BoyuZhang1998 – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=86350506

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Finanznews

Apple und Schwarze Schwäne! Videoausblick

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Apple hat gestern mit seinen Zahlen wieder für Begeisterung an den Aktienmärkten gesorgt – aber der eigentlich entscheidende Faktor enttäuschte: der Umsatz im Bereich Service war schwach und belastet den Glauben des Marktes, dass sich Apple schnell von einer Hardware-Firma zu einem Dienstleistungsanbieter wandelt. Unterdessen entwickelt sich die Coronavirus-Epiedemie in China immer mehr zum schwarzen Schwan für die Wirtschaft: die Zahl der Infizierten hat nach so kurzer Zeit bereits die Zahlen der SARS-Infizierten übertroffen. Wenn China länger stillsteht, dann wird das massive Auswirkungen vor allem auf die Rohstoffmärkte haben (Die Hälfte aller Basismetalle wird von China nachgefragt). Und für Trump (und die Aktienmärkte) dorht mit den Aussagen von John Bolton ebenfalls ein schwarzer Schwan..

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